Deutsche Bahn
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05.07.2016 Leipzig/Dessau

Bessere Pünktlichkeit und stabilere Anschlüsse in Anhalt

Maßnahmenpaket aufgelegt • Neue Züge kommen ab Ende Juli

Zum 12. Juni wurden auf einigen Linien des Mitteldeutschen S-Bahnnetzes Anpassungen im Fahrplan und im Fahrzeugeinsatz vorgenommen. Insbesondere im Dreieck Dessau—Lutherstadt Wittenberg—Bitterfeld soll damit die Pünktlichkeit sowie die Verlässlichkeit von Anschlüssen verbessert werden. „Ganz im Sinne des Programms ‚Zukunft Bahn‘ haben wir uns Gedanken gemacht, die Ärgernisse für die Kunden zu beseitigen, spürbare Verbesserungen zu erzielen und diese möglichst dauerhaft sicherzustellen. Mit dem Einsatz der neuen Talent 2-Triebzüge ab August werden wir einen weiteren deutlichen Beitrag für die Verbesserung von Qualität und Komfort leisten“, erläutert Henriette Hahn, Leiterin der Marktgebiete Mitteldeutschland und Sachsen-Anhalt bei DB Regio Südost.

Im Dezember 2015 wurde das Mitteldeutsche S-Bahnnetz in den Raum Dessau-Roßlau/Wittenberg erweitert. Mit dem Betriebsstart begannen jedoch auch die Umbauarbeiten im halleschen Hauptbahnhof, mit Auswirkungen auf viele Linien des Nah- und Fernverkehrs im gesamten Netz. Bauarbeiten in Lutherstadt Wittenberg und im Knoten Magdeburg sowie ein umleitungsbedingt deutlich erhöhtes Güterverkehrsaufkommen erschweren die betriebliche Situation zusätzlich.

Diese Baustellen und das starke Verkehrsaufkommen unterschiedlicher Verkehrsunternehmen des Personen- und Güterverkehrs im Netz der Deutschen Bahn erfordern von allen Beteiligten große Verantwortung und Umsicht, um einen pünktlichen Bahnverkehr zu gewährleisten. „Die Pünktlichkeit und Anschlusssicherheit war in den ersten Monaten nach Fahrplanwechsel inakzeptabel. Wir haben daher die Verkehrsunternehmen unterstützt, mit der DB Netz Maßnahmen zur Abhilfe zu verhandeln, aber auch auf eine größere Zuverlässigkeit insbesondere bei der DB Regio AG gedrängt. Erste Verbesserungen wurden erreicht, befriedigend ist die Situation aber noch nicht“, betont Rüdiger Malter, Geschäftsführer der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH.

Besonders durch den Einsatz weiterer Zuggarnituren konnte die Situation auf den Linien RE 13 (Magdeburg—Dessau—Bitterfeld—Leipzig) und RB 51 (Dessau—Lutherstadt Wittenberg—Zahna/Falkenberg) deutlich entspannt werden, da sich nun Verspätungen aus der vorherigen Zugfahrt nicht auf die folgende übertragen. Auch verbindliche Vorschriften, wie lange in Knotenbahnhöfen auf verspätete Züge gewartet werden kann, stabilisieren das Fahrplangefüge. Mit den modernen, sprintstarken Talent 2-Triebzügen, die ab Ende Juli schrittweise eingesetzt werden, können kleinere Verspätungen besser aufgeholt werden. Auch das wird zu einer höheren Pünktlichkeit beitragen.

Die Maßnahmen im Einzelnen:
Anschlusszüge in den Knotenbahnhöfen

Durch die Regelung, Anschlusszüge in den Knotenbahnhöfen nicht länger als drei Minuten warten zu lassen, um keine weiteren Verspätungen zu verursachen und die Zahl der betroffenen Kunden gering zu halten, haben die umsteigenden Kunden aus verspätet ankommenden Zügen oftmals das Nachsehen. Besonders betroffen sind Reisende zwischen Halle und Dessau-Roßlau, wo die zuvor regelmäßigen Direktverbindungen wegen der Bauarbeiten meist durch Verbindungen mit Umstieg in Bitterfeld ersetzt werden mussten. Daher wurde für diesen Anschluss eine generelle Warteregelung zunächst erprobt und nun ab Juni verbindlich eingeführt. Die Anschlusszüge von DB Regio und Abellio warten nun in beiden Richtungen auf Züge, die im Zulauf auf Bitterfeld fünf Minuten verspätet sind.

RB 51 Dessau—Lutherstadt Wittenberg—Zahna/Falkenberg

Auf dieser Linie steht seit Mitte Juni in Dessau ein zusätzliches Fahrzeug bereit. Damit werden Verspätungen der ankommenden Züge nicht mehr auf die Gegenrichtung übertragen. Züge in Richtung Lutherstadt Wittenberg können pünktlich in Dessau abfahren. Da für das zusätzliche Fahrzeug ein weiterer Bahnsteig in Dessau benötigt wird, musste dafür auch der Fahrplan für die Elbe-Saale-Bahn Linie RB 50 (Dessau—Köthen—Aschersleben) angepasst werden.

RE 13 Magdeburg—Dessau—Bitterfeld—Leipzig

Auch auf dieser Linie wird ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt, um morgens in Leipzig Hbf., trotz eventueller Verspätung des ankommenden Regional-Express, pünktlich in Richtung Magdeburg abfahren zu können.

RB 42 Magdeburg—Dessau

Die Züge der RB-Linie 42 haben geringfügig längere Fahrzeiten zwischen Magdeburg-Neustadt und Magdeburg Hbf. erhalten. Dadurch stabilisiert sich die pünktliche Ankunft im Knoten Magdeburg. Allerdings müssen sich die Züge auch in Magdeburg wegen Bauarbeiten weniger Bahnsteige teilen. Es kann nach wie vor zu Folgeverspätungen kommen.

Auch weiterhin bleibt das Problem der wegen Baumaßnahmen eingeschränkten Infrastrukturkapazitäten bestehen. Das hat zur Folge, dass die Linien der Elbe-Saale-Bahn im Raum Magdeburg—Dessau-Roßlau—Halle (Saale) und der S-Bahn Mitteldeutschland empfindlich auf Störungen reagieren. Die Verantwortlichen werden jedoch alles daran setzen, Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten und neben einem verlässlichen Betrieb auch verlässliche Kundeninformation sicherzustellen.

Hintergrundinformation: 

Die Verkehre des sogenannten Mitteldeutschen-S-Bahn-Netzes II wurden nach europaweiter Ausschreibung zum Dezember 2015 an die DB Regio AG vergeben. Es handelt sich um die Linien RE 13 Magdeburg—Dessau—Bitterfeld—Leipzig, RE 14 Magdeburg—Roßlau—Lutherstadt Wittenberg—Falkenberg, RB 42 Magdeburg—Dessau und RB 51 Dessau—Lutherstadt Wittenberg—Zahna/Falkenberg der Elbe-Saale-Bahn und um die S 2 Dessau—Bitterfeld—Leipzig der S-Bahn Mitteldeutschland. Die Linien RB 75 Lutherstadt Eisleben—Halle–Delitzsch—Eilenburg, RB 80 Halle—Bitterfeld—Lutherstadt Wittenberg—Zahna/Jüterbog und RB 81 Bitterfeld—Lutherstadt Wittenberg—Falkenberg werden mit Fortschritt der Baumaßnahmen im Raum Halle ebenfalls Teil des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes.