Artikel: Korridorsanierung zwischen Troisdorf und Wiesbaden liegt im Zeitplan
Die Korridorsanierung der 160 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden liegt aktuell im Zeitplan. Seit dem Baustart im Juli 2026 hat die DB InfraGO bereits mehr als 70 Prozent der neuen Gleise verlegt und mehr als 80 Prozent der geplanten Weichen auf der Strecke erneuert. Zudem haben Fachleute schon knapp 40 Prozent der Oberleitung modernisiert. Auch an den 36 Verkehrsstationen haben die Bauteams viel geschafft: Die Abrissarbeiten sind fast überall abgeschlossen und die Neubauarbeiten im vollen Gang. An einigen Stationen sind schon neue Bahnsteigkanten sowie Fundamente für neue Dächer gesetzt. Darüber hinaus haben die Teams auch neue Personenunterführungen gebaut und Brücken eingeschoben. Auch beim Schallschutz geht es gut voran: Auf sechs Kilometern stehen bereits neue Wände. Zusätzlich haben die Fachleute mit Hilfe von Hubschraubern neue Signale entlang der Strecke eingeflogen. Diese haben die Bauteams zum Großteil direkt montiert.
In den verbleibenden zwei Monaten der Korridorsanierung wird die DB InfraGO die restlichen Arbeiten an der Strecke vorantreiben. Neben dem Gleisbau, der Modernisierung der Bahnhöfe und der Oberleitung konzentrieren sich die Teams dabei insbesondere auf die Fertigstellung der Stellwerke. Damit beginnt die „heiße Phase“ des Projekts. Nach Abschluss der Bauarbeiten stehen zudem noch die intensiven Abnahmearbeiten auf dem Programm. Unabhängige Sachverständige prüfen dabei alle erledigten Arbeiten nochmal auf Herz und Nieren. Erst wenn hinter jedem Punkt ein grüner Haken steht, kann die Strecke wieder für den Zugverkehr freigegeben werden.
Mit Blick auf einen möglichst stabilen Betriebsanlauf prüft die DB InfraGO derzeit gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen, inwieweit die Verkehre auf der Strecke nach Abschluss der Bauarbeiten schrittweise wieder hochgefahren werden sollten. Damit überträgt die DB einen Ansatz aus der weiterentwickelten Strategie für die Korridorsanierungen auf das laufende Projekt.
Vier neue Stellwerke gehen im Sommer 2027 in Betrieb
Während der Korridorsanierung ersetzen die Bauteams entlang der Strecke insgesamt sechs noch bestehende Stellwerke alter Technik durch moderne elektronische Stellwerke (ESTW). Diese liegen in Rüdesheim, Niederlahnstein, Koblenz-Ehrenbreitstein, Engers, Neuwied und Bonn-Beuel. Zudem passen die Fachleute die bereits bestehenden elf ESTW entlang der Strecke an und erweitern diese um neue Funktionen. Die Stellwerke in Neuwied, Engers und Koblenz-Ehrenbreitstein sowie Niederlahnstein werden im Rahmen des Korridorsanierungszeitraums soweit wie möglich fertig gebaut, werden aber erst im Juli 2027 abgenommen und in Betrieb gehen. Mit den gestaffelten Inbetriebnahmen der Stellwerke reagiert die DB InfraGO ebenfalls auf Erfahrungen aus vorangehenden Korridorsanierungen.
Die Anpassung des Inbetriebnahme-Plans ermöglicht auch die zeitgleiche Sanierung des in die Jahre gekommenen Horchheimer Kreuzungsbauwerks in 2027. Während der laufenden Sperrung der Bahnstrecke am rechten Rhein bis zum 12. Dezember 2026 finden die hierfür notwendigen vorbereitenden Arbeiten, wie zum Beispiel die Gleisabsenkung, statt. Das neue Brückenteil wird im Frühsommer 2027 außerhalb des Gleisfelds vormontiert und im Juli 2027 eingeschoben.
Das Zugbeeinflussungssystem European Train Control System (ETCS) war vor der Korridorsanierung bereits zwischen Oberlahnstein und Assmannshausen im Einsatz. Nach Umsetzung aller Arbeiten kann das System bis Ende 2027 auf der gesamten Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden in Betrieb gehen. Die Strecke zählt dann zu den längsten, vollständig digitalisierten Strecken Deutschlands.
Modernisierungen an den Verkehrsstationen innerhalb der Korridorsanierung
Für den Neubau der Aufzüge an den Stationen wurden bereits zahlreiche Arbeiten umgesetzt. Alle ausstehenden Baumaßnahmen werden innerhalb der Sperrung für die Korridorsanierung abgeschlossen. Die Installation der neuen Aufzugstechnik erfolgt teilweise im Anschluss, sukzessive bis April 2027. Hierfür werden keine zusätzlichen Sperrungen erforderlich. Einzig beim Bahnhof Rhöndorf prüft die DB InfraGO, wann die bauliche Umsetzung der beiden Aufzüge und der neuen Personenunterführung erfolgen kann.
An den Verkehrsstationen, die bereits vor Beginn der Korridorsanierung barrierefrei waren, bleibt die Barrierefreiheit durchgehend erhalten. Bei den derzeit in Modernisierung befindlichen Stationen wird die Barrierefreiheit erstmalig hergestellt und somit zukünftig eine maßgebliche Verbesserung für die Reisenden darstellen.
Schienenersatzverkehr und Umleitung der Güterverkehrszüge weiter stabil
Während der Korridorsanierung ersetzt ein umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen den auf dem betroffenen Schienenabschnitt ausfallenden Nahverkehr. Seit dem Start im Juli fahren die Busse sehr zuverlässig und sind durchschnittlich mit einer Pünktlichkeit von knapp 90 Prozent unterwegs. Die 160 eingesetzten Busse bedienen auf 13 Linien die entfallenden Zughalte in Bahnhofsnähe und teils weitere gut erreichbare Haltestellen. Durch eine enge Taktung ergeben sich so zahlreiche Fahrtmöglichkeiten.
Die Güterverkehrszüge, die normalerweise über die rechte Rheinseite verkehren, werden aktuell überwiegend über die linke Rheinstrecke sowie die Siegstrecke umgeleitet. Die Umleitungen laufen seit Beginn der Baumaßnahme stabil.
Die Korridorsanierung zwischen Troisdorf und Wiesbaden im Überblick
Die DB InfraGO AG hat am 10. Juli mit der Sanierung der 160 Kilometer langen Strecke am Rechten Rhein begonnen. Während der fünfmonatigen Bauphase erneuern die Fachkräfte rund 80 Kilometer Gleise, knapp 100 Kilometer Oberleitung, 160 Weichen und 10 Brücken oder setzen sie umfassend instand. Hinzu kommen neue Überleitstellen, modernisierte Leit- und Sicherungstechnik sowie Arbeiten an 36 Bahnhöfen.
Ziel der fünfmonatigen Bauphase ist es, gemeinsam mit der Ausbaumaßnahme der S13 zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel die hochbelastete Eisenbahnstrecke für den Schienenpersonennahverkehr und den Schienengüterverkehr langfristig stabiler und widerstandsfähiger zu machen. Störungen und damit einhergehende Verspätungen sollen sich nach der Sanierung deutlich reduzieren und ein attraktiveres Angebot ermöglicht werden. In die Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke fließen rund 1,6 Milliarden Euro.
Weitere Informationen rund um die Korridorsanierung am Rechten Rhein gibt es online unter https://rechter-rhein.deutschebahn.com/