Artikel: Mehr Platz und Flexibilität für den Hauptbahnhof: Neues Gleis 25 stärkt zukünftig Bahnknoten Frankfurt
Die Deutsche Bahn (DB InfraGO AG) baut am Frankfurter Hauptbahnhof ein zusätzliches Bahnsteiggleis. So entsteht mehr Kapazität für einen flexibleren Bahnverkehr in einem der wichtigsten Bahnknoten Deutschlands. Dafür entsteht nördlich von Gleis 24 das neue Gleis 25 mit einem barrierefreien Mittelbahnsteig und moderner Infrastruktur. Zudem vergrößert die DB die nutzbare Bahnsteiglänge von Gleis 24. So können Züge künftig flexibler ein- und ausfahren sowie die vorhandenen Bahnsteigkapazitäten besser nutzen.
Gleis 25 trägt zudem dazu bei, die Verkehre im Frankfurter Hauptbahnhof stärker zu entmischen: Die niedrigeren Gleisnummern sollen verstärkt dem Fernverkehr, die höheren dem Nahverkehr dienen. Weniger Kreuzungs- und Folgekonflikte bei den Fahrstraßen verbessern die Betriebsqualität und helfen, Verspätungsminuten zu reduzieren. Bund, Land Hessen, Stadt Frankfurt am Main, Rhein-Main-Verkehrsverbund und DB treiben das Projekt gemeinsam im Rahmen des Infrastrukturentwicklungsprogramms Frankfurt RheinMain plus voran.
„Mit Gleis 25 machen wir den Frankfurter Hauptbahnhof und damit einen der wichtigsten Knoten im deutschen Bahnnetz leistungsfähiger. Das zusätzliche Gleis schafft mehr Kapazität, so verbessern wir die Betriebsqualität und Pünktlichkeit. Davon profitieren die Fahrgäste im Rhein-Main-Gebiet und weit darüber hinaus“, sagt Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO AG.
„Der Ausbau des Bahnknotens Frankfurt ist ein zentraler Hebel für eine starke und klimafreundliche Mobilität in Hessen. Mit Gleis 25 erhöhen wir die Kapazitäten im Herzen des Rhein-Main-Gebiets und schaffen die Voraussetzungen für mehr und bessere Angebote auf der Schiene. Das nützt Pendlerinnen und Pendlern ebenso wie den Fahrgästen im Fernverkehr. Damit verbinden wir die klare Erwartung, dass der Bahnbetrieb künftig pünktlicher und verlässlicher wird“, sagt Ines Fröhlich, Staatssekretärin des Landes Hessen.
„Frankfurt ist das Herz des Schienenverkehrs in Deutschland – und dieses Herz braucht eine starke und moderne Infrastruktur. Mit Gleis 25 erhöhen wir die Leistungsfähigkeit des Hauptbahnhofs und stärken zugleich die Anbindung der Stadt und der Region. Die Baustelle bringt vorübergehend Einschränkungen rund um die Poststraße mit sich. Langfristig profitieren die Fahrgäste von mehr Kapazität und einem zuverlässigeren Bahnbetrieb“, sagt Yannick Schwander, Dezernent für Verkehr, Mobilität und Logistik der Stadt Frankfurt am Main.
„Das neue Gleis 25 ist ein wichtiger Baustein im Infrastrukturentwicklungsprogramm Frankfurt RheinMain plus. Die zusätzlichen Kapazitäten kommen insbesondere dem Nahverkehr im dicht befahrenen Rhein-Main-Gebiet zugute. Davon profitieren vor allem die Verbindungen über Frankfurt-Höchst nach Königstein, Wiesbaden und Limburg“, sagt Dr. André Kavai, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds.
Mehr Kapazität und besserer Verkehrsfluss im Bahnknoten
Das neue Gleis 25 ist Teil eines Bündels sogenannter oberirdischer Maßnahmen, mit denen die DB die Kapazität und Betriebsqualität des Frankfurter Hauptbahnhofs verbessert. Bereits im vergangenen Jahr gingen an den Bahnsteigen 10, 11, 14, 15, 16 und 17 insgesamt zwölf neue Zugdeckungssignale in Betrieb. Sie ermöglichen es, Bahnsteiggleise flexibler zu nutzen. Bereits 2021 ergänzte die DB den Homburger Damm um ein zweites Gleis. Dadurch lassen sich Züge in Richtung Frankfurt-Höchst und aus dieser Richtung mit weniger Kreuzungskonflikten führen. Gleis 25 setzt diese Entwicklung im Hauptbahnhof fort und schafft zusätzliche Bahnsteigkapazität für Züge aus und in Richtung Höchst. Davon profitieren insbesondere die RB12 nach Königstein, die RB10 nach Wiesbaden sowie die RB22 und RE20 nach Limburg. Für diese Verbindungen stehen künftig zusätzliche Bahnsteigkapazitäten zur Verfügung.
Hauptbauarbeiten für Gleis 25 laufen an
Seit Jahresbeginn bereitet die DB InfraGO den Neubau von Gleis 25 schrittweise vor. Im August schloss sie unter anderem Georadaruntersuchungen und Vermessungsarbeiten ab. Inzwischen sichern Bauzäune entlang der Poststraße und innerhalb der Gleishalle das Baufeld. Für die Bauzeit hat die DB den Ausgang zur Poststraße beziehungsweise den Eingang von der Poststraße in den Hauptbahnhof um rund 50 Meter verlegt. Außerdem wurden das ehemalige Ver- und Entsorgungszentrum sowie die früheren Garagen der Bundespolizei auf dem Baufeld zurückgebaut.
In den kommenden Wochen stellen die beauftragten Unternehmen die Bohrpfahlwand zur Sicherung der künftigen Baugrube her. Anschließend folgen der Aushub sowie der schrittweise Bau von Unterbau, Gleisanlagen, Oberleitung und Bahnsteigausstattung.
Der Frankfurter Hauptbahnhof bleibt während der Arbeiten für Reisende vollständig in Betrieb. Notwendige Änderungen der Wegeführung im Bereich der Poststraße kündigt die DB frühzeitig an und schildert sie vor Ort aus.
Gleis 25 ist Teil der oberirdischen Maßnahmen, mit denen die DB kurzfristig mehr Kapazität und Leistungsfähigkeit für den Frankfurter Hauptbahnhof schafft. Parallel dazu gehen die Planungen für den Fernbahntunnel voran, mit dem ergänzend zu den bereits vorhandenen U-Bahn- und S-Bahn-Tunneln auch für den Fernverkehr zusätzliche unterirdische Gleise entstehen sollen.
Visualisierung des neuen Gleis 25