Artikel: Noch mal 3000 Tonnen Beton: Meilenstein beim neuen Kreuzungsbauwerk in Dresden
Die DB InfraGO erreicht beim Neubau des Kreuzungsbauwerks westlich des Dresdner Hauptbahnhofs einen weiteren wichtigen Meilenstein. Seit dem 7. Oktober am späten Nachmittag und noch bis zum 9. Oktober wird die Westseite der neuen Eisenbahnüberführung betoniert: Insgesamt 1200 Kubikmeter Beton bringen Fachleute auf dem 120 Meter langen Bauwerk ein, das entspricht einem Gewicht von rund 3000 Tonnen. Dutzende Mitarbeitende sind dafür rund um die Uhr im Einsatz.
Projektleiter Lars Enzmann, DB InfraGO: „Die Arbeiten an einem so komplexen Bauwerk erfordern eine enge Abstimmung und viel Präzision – gerade, weil wir mitten im stark befahrenen Bahnknoten Dresden bauen. Wir haben hier nun eine weitere wichtige Etappe erreicht und kommen unserem Ziel wieder ein großes Stück näher. Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen sowie den beteiligten Firmen, die hier Tag für Tag gemeinsam anpacken und die Arbeiten zuverlässig voranbringen.“
Nach dem Aushärten des Betons und dem Abbau des Traggerüsts werden die neuen Gleise für die Züge von Dresden Hauptbahnhof Richtung Chemnitz verlegt. Die Fertigstellung ist wie vorgesehen zum 16. November geplant.
Auswirkungen auf den Nahverkehr
Für Fahrgäste bedeutet das allerdings noch nicht sofort die Rückkehr zum regulären Zugverkehr. Wegen weiterer Baumaßnahmen zwischen Dresden und Freital wird der Streckenabschnitt Dresden – Tharandt vom 6. November (21 Uhr) bis 30. November (4 Uhr) voll gesperrt.
Zwischen Dresden-Plauen und Dresden Hauptbahnhof wird an der Straßenüberführung Nossener Brücke u.a. eine Rohrbrücke zurückgebaut. Im Raum Freital-Potschappel finden Gleisarbeiten statt und es werden Schwellen gewechselt. In Freital-Potschappel selbst werden drei Weichen erneuert, eine Weiche ausgebaut und zudem noch eine Fußgängerbrücke abgebrochen. Am Kreuzungsbauwerk zieht die DB InfraGO während der Vollsperrung Restarbeiten zeitlich nach vorne, um spätere Einschränkungen zu vermeiden.
Die Vollsperrung führt dazu, dass die S3 nicht fährt, RE3 und RB30 fallen zwischen Dresden und Tharandt ebenfalls aus. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet.
Ab dem 30. November gilt dann wieder der reguläre Fahrplan. Von Freitag, 4. Dezember (22 Uhr), bis Montag, 7. Dezember (4 Uhr), folgt jedoch wegen Arbeiten an der Straßenüberführung Nossener Brücke noch einmal eine Vollsperrung zwischen Dresden Hauptbahnhof und Freital-Potschappel, statt S3 sowie RE3/RB30 fahren Busse.
Die Deutsche Bahn bittet die Fahrgäste für die Einschränkungen während der Bauarbeiten um Verständnis und empfiehlt, sich vor Fahrtantritt im DB Navigator oder auf bahn.de über ihre Verbindung zu informieren. Die Fahrplandaten werden in Kürze in die Auskunftsmedien eingepflegt.
Hintergrund: Das neue Kreuzungsbauwerk in Dresden
Das Kreuzungsbauwerk liegt westlich des Dresdner Hauptbahnhofs. Hier überqueren die Strecken aus Richtung Leipzig und Berlin die darunterliegende Sachsen-Franken-Magistrale in Richtung Chemnitz und weiter nach Hof und Nürnberg. Über die Gleise der Brücke fährt der gesamte Fernverkehr und internationale Güterverkehr in und aus dem Elbtal sowie nach Leipzig und Berlin.
Das bisherige Bauwerk wird vollständig durch einen Neubau ersetzt. Die große Herausforderung bei den Bauarbeiten liegt darin, den Eisenbahnverkehr in dieser Zeit weitgehend aufrecht zu erhalten. Da die Brücke auf allen Seiten von Gleisen umgeben ist, stellt dies an die Baulogistik sehr hohe Anforderungen. Ohne temporäre Sperrungen sind die Arbeiten nicht möglich.
Die Fachleute optimieren die Gleise so, dass die Züge künftig bis 80 statt bisher 60 Kilometer pro Stunde fahren können. Dadurch werden die drei genannten Fernbahnstrecken besser in den Dresdner Hauptbahnhof eingebunden und die Fahrzeit verkürzt sich. Die Inbetriebnahme des gesamten Kreuzungsbauwerks ist für November 2027 geplant.