Artikel: Für mehr Güter auf der Schiene: DB montiert drei neue vollautomatisierte Krananlagen im Umschlagterminal Ulm-Dornstadt
Die Deutsche Bahn (DB) erreicht in diesen Tagen einen wichtigen Meilenstein beim Neubau des zweiten Moduls des kombinierten Umschlagterminals Ulm-Dornstadt. Herzstück der Erweiterung sind drei neue Portalkrane. Sie ermöglichen es, die Kapazität des Umschlagterminals auf bis zu 300.000 Ladeeinheiten jährlich zu steigern. Container können erstmals vollautomatisiert und ohne von Menschenhand gesteuert zwischen Straße und Schiene sowie in umgekehrte Richtung transportiert werden. In weniger als zwei Wochen richteten die Bauteams die Stahlkonstruktionen auf und führten die Hubmontage der Krane durch. Die technische Ausrüstung erfolgt bis Mai 2027.
Die Krane, mit einer Höhe von rund 26 Metern und einer Spannweite von 48 Metern, prägen das Erscheinungsbild des neuen Umschlagmoduls. Jede der Anlagen bewegt Container mit einem Gewicht von bis zu 41 Tonnen. Das Gesamtgewicht eines Krans liegt bei etwa 360 Tonnen. Modernste Steuerungs- und Assistenzsysteme sorgen für präzisen und dank integrierter „Soft-Landing“-Technologie auch für einen geräuscharmen Umschlag.
Das zweite Modul des Terminals bietet mit vier neuen, jeweils 720 Meter langen kranbaren Umschlaggleisen optimale Voraussetzungen für moderne Verladelogistik.
Der Umschlag von Containern erfolgt künftig innerhalb festgelegter Bereiche vollautomatisiert. Zum ersten Mal werden in einem Umschlagterminal der DB Portalkrane eingesetzt, die ohne Krankabinen auskommen. Die Anlagen werden zentral gesteuert und benötigen keinen personell besetzten Kranführerstand. Im Falle einer Notbedienung gibt es einen Fernsteuerstand.
Die Investition in die Erweiterung des Terminals beträgt rund 148 Millionen Euro. Unterstützt wird das Projekt von der Europäischen Union im Förderprogramm „Connecting Europe Facility (CEF) – Military Mobility“. Nach vollständiger Ausrüstung und Montage der Krane sowie dem Abschluss der laufenden Bauarbeiten startet voraussichtlich Mitte 2027 der Probebetrieb. Noch im selben Jahr sollen erste Teile der Erweiterung schrittweise in Betrieb gehen. Voraussichtlich 2029 sind die Arbeiten am zweiten Modul vollständig abgeschlossen. Zukünftig wird der Ausbau des Standorts jährlich rund 22,4 Millionen Lkw-Kilometer auf der Straße vermeiden und etwa 16.790 Tonnen CO₂ einsparen.