Baustart Hannover – Berlin: DB InfraGO beginnt am 2. Oktober die umfangreichen Bauarbeiten

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29. September 2026, 13:30 Uhr
Bauteams bündeln bis Ende 2027 die Sanierung der Festen Fahrbahn, die abschnittsweise Elektrifizierung der Lehrter Stammbahn und die Korridorsanierung zwischen Lehrte und Berlin • Erneuerung von 52 Kilometern Feste Fahrbahn besonders aufwendig und langwierig • Fernverkehr fährt durchgängig über Braunschweig und Magdeburg • Leistungsfähiger Ersatzverkehr mit Bussen für ausfallende Regionalzüge

Die DB InfraGO startet am 2. Oktober mit den umfangreichen Bauarbeiten entlang der Ost-West-Achse zwischen Hannover und Berlin. In den kommenden Monaten wird auf der Schnellfahrstrecke östlich und westlich von Stendal die Feste Fahrbahn erneuert – diese Arbeiten sind am aufwändigsten und langwierigsten. Gleichzeitig führen Bauteams die Elektrifizierung und den weiteren Ausbau der parallel verlaufenden Lehrter Stammbahn fort und setzen die Korridorsanierung im Abschnitt Lehrte – Berlin um.  

Wolfgang Weinhold, Programmleiter Korridorsanierung der DB InfraGO: „Wir packen auf der Strecke Hannover – Berlin richtig an: Gleise, Weichen, Betonfahrbahn, Oberleitungen, Stellwerke und Bahnhöfe werden gebündelt erneuert oder modernisiert. Das ist eine gewaltige Aufgabe, aber eine Investition, die sich auszahlt: für mehr Qualität, Zuverlässigkeit und Stabilität auf einer der vielbefahrensten Ost-West-Bahnverbindungen Deutschlands.“

Bis Dezember 2027 ersetzt die DB InfraGO insgesamt mehr als 214 Weichen, rund 357 Kilometer Gleise, 100 Kilometer Oberleitungen sowie 13 Kilometer Lärmschutzwände bzw. baut sie neu. Entlang der Strecke werden zudem 25 Bahnhöfe modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut.

Auf einer Länge von 52 Kilometern erneuern die Experten in einem aufwendigen Verfahren die in den 1990er Jahren verbaute sogenannte Feste Fahrbahn auf der Schnellfahrstrecke. Nach rund 30 Jahren intensiver Belastung muss diese grundlegend erneuert werden. Nur so kann die Strecke auch künftig zuverlässig und leistungsfähig betrieben werden. Dabei wird zunächst die alte Betonahrbahn mit Spezialtechnik Stück für Stück zurückgebaut. Im Anschluss wird der Untergrund bearbeitet und 16.000 neue Fahrbahnplatten verlegt – jeweils 6,5 Meter lang und 10 Tonnen schwer. Im Unterschied zum konventionellen Gleisaufbau aus Schotter, Schwellen und Schienen sind die Gleise bei der Festen Fahrbahn auf vorgefertigte Betonplatten montiert. 

Im Rahmen des Streckenausbaus Hannover – Berlin elektrifizieren die Bautrupps seit Sommer 2025 abschnittsweise die parallel verlaufende Lehrter Stammbahn, bauen fünf Überleitverbindungen und erneuern sechs Stellwerke. Zudem strebt die DB InfraGO an, in der bis Dezember 2027 verlängerten Bauphase bereits vorzeitig alle notwendigen Maßnahmen umzusetzen, um die Streckengeschwindigkeit auf 160 Stundenkilometer zu erhöhen. 

Quelle: DB AG / Oliver Lang

Rückbau der bestehenden Festen Fahrbahn bei einem vergleichbaren Bauvorhaben.

Nach dem Korridor Hamburg – Berlin ist die 227 Kilometer lange Strecke Hannover – Berlin die zweitlängste Achse, auf der die DB InfraGO die Infrastruktur gebündelt und gewerkeübergreifend erneuert. Während der letzten Monate hat die DB InfraGO die Umleitungsstrecke über Braunschweig und Magdeburg durch ein umfangreiches Instandhaltungsprogramm auf die zusätzliche Belastung vorbereitet und dafür rund 50 Millionen Euro investiert. 

Für Reisende im Nah- und Fernverkehr sind die angepassten Fahrpläne für Oktober bis Mitte Dezember 2026 bereits in den Auskunftsmedien abrufbar.

Fernverkehr mit angepasstem Angebot

Zwischen Hannover und Berlin verkehren drei Fernverkehrszüge pro Richtung im Zeitraum von zwei Stunden sowie weitere Einzelverbindungen. Durch die angepasste Linienführung werden Braunschweig und Magdeburg auf der Ost-West-Achse stündlich ans Fernverkehrsnetz angebunden. Magdeburg hat während der Bauzeit mehr Fernverkehrshalte als sonst. Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin verlängert sich um rund 80 Minuten. Optionen für Halte von Fernverkehrszügen in Stendal sowie Wolfsburg sind derzeit noch in Prüfung. 

Grundangebot im Nahverkehr 

Im Nahverkehr bleibt während der Bauphase ein verlässliches Grundangebot bestehen. Dort, wo keine Züge fahren können, sind leistungsfähige Ersatzverkehre mit Bussen vorgesehen. Details zum Nahverkehrsangebot finden Sie zudem in der beigefügten Übersicht.

Baustart Hannover – Berlin: Übersicht der Ersatzkonzepte für den Regionalverkehr vom 2. Oktober bis 12. Dezember 2026

Im Nahverkehr bleibt während der Bauphase ein verlässliches Grundangebot bestehen. Dort, wo keine Züge fahren können, sind leistungsfähige Ersatzverkehre mit Bussen vorgesehen. Die angepassten Fahrpläne sind in den Auskunftsmedien hinterlegt.

Verkehrsverbund Berlin und Brandenburg (2. Oktober, 21 Uhr, bis 12. Dezember 2026)

  • Bereits seit Sommer letzten Jahres bis zum 12. Dezember 2026 fährt die RB34 zwischen Stendal und Rathenow im Ersatzverkehr mit Bussen.
  • Mit Beginn der Sperrung werden auch die Linien RE4 und RB21 abschnittsweise entfallen und teilweise umgeleitet.
  • Die RB51 ist von den Bauarbeiten nicht betroffen, es kommt jedoch mittags zu einzelnen Verschiebungen im Fahrplan, um Logistikfahrten für die Baustelle zu ermöglichen.
  • Zu beachten ist, dass parallel ebenfalls die Berliner Stadtbahn gesperrt ist, wodurch es zu zusätzlichen Umleitungen und Ausfällen kommt (nähere Informationen www.vbb.de/Stadtbahnsperrung).
  • Stendal und Rathenow in und aus Richtung Berlin sind durch die zwei Expressbuslinien X1 (Stendal – Genthin) mit Anschluss an den RE1 und X4 (Stendal – Rathenow – Nauen) mit Anschluss an den RE8 und RE2 angebunden. Ergänzt werden diese durch die vier Lokallinien A (Brieselang – Falkensee), B (Rathenow – Nauen), C (Nauen – Priort – Falkensee) und D bzw. RB34 (Rathenow – Stendal). 

 

Regionalverband Großraum Braunschweig und Hannover (2. Oktober, 21 Uhr, bis 12. Dezember 2026)

  • Die Züge der Linie RE70/RE60 zwischen Hannover und Braunschweig und Züge der Linie RE50 zwischen Braunschweig und Wolfsburg fahren lediglich im Stundentakt.
  • Die Züge des RE30/RE50 fahren montags bis freitags stündlich ab/bis Wolfsburg, samstags und sonntags verkehren die Züge nur bis Fallersleben. Zwischen Fallersleben und Wolfsburg fährt dann ein Schienenersatzverkehr.
  • Vom 3.10. – 5.10.2026 fallen die Züge des RE30 zwischen Wolfsburg und Gifhorn aus. Es verkehren ersatzweise Busse. Außerdem fahren ab 2.10. die Verstärkerfahrten der Linie RE30 nur zwischen Hannover und Gifhorn.

 

Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (2. Oktober, 21 Uhr, bis 12. Dezember 2026)

  • Für Stendal besteht in West-Ost-Richtung ein umfangreiches SEV-Angebot nach Wolfsburg, Genthin (mit Anschluss an den RE1 nach Berlin) und Nauen (mit Anschluss an diverse SPNV-Linien nach Berlin) gemäß der Website  https://korridorsanierung.db-ersatzverkehr.de/ersatzverkehr/Korridorsanierungen/Lehrte-Berlin. Die Nord-Süd-Reiseverbindungen nach Magdeburg, Wittenberge und Salzwedel/ Uelzen sind in Stendal wie gewohnt per Bahn erreichbar.
  • Als Ersatz für die entfallenden ICE-Halte in Stendal werden zusätzliche Expressbusse angeboten: Zweistündlich verkehren Busse ohne Zwischenhalte von Stendal nach Wolfsburg und als Ersatz für die Fernverkehrsanbindung nach Berlin von Stendal nach Genthin.
  • Für Reisende zwischen Stendal und Berlin bestehen damit folgende Alternativen:
  • Fahrt mit Zugverbindungen über Wittenberge.
  • Fahrt mit dem Expressbus Stendal – Genthin mit Anschluss in Genthin vom/zum RE1 aus/in Richtung Berlin.
  • (zeitlich länger): Nutzung der Busverbindung über Rathenow nach Nauen
  • Für Reisende zwischen Stendal und Hannover stellen neben den Expressbussen nach Wolfsburg die Zugverbindungen über Uelzen oder Magdeburg Alternativen dar.
  • Die bereits seit Juni bzw. Dezember 2025 bestehenden Schienenersatzverkehre für die Nahverkehrslinien RB34 Stendal – Rathenow und RB35 Stendal – Wolfsburg werden unverändert fortgeführt.
  • An den Wochenenden entfallen auch die Züge der Linien RE6 und RB36 Magdeburg – Wolfsburg im Abschnitt Oebisfelde – Wolfsburg und werden ebenfalls durch Busse ersetzt. 

Hier finden Sie die Linienkarten und den SEV-Liniennetzplan.

 

Güterverkehr auch über Halle – Eichenberg umgeleitet

Güterzüge werden während der Korridorsanierung vor allem über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Spätestens ab Ende Januar 2027 steht für Güterzüge eine zusätzliche zweite Umleitungsstrecke über die Strecke Halle (Saale) – Eichenberg zur Verfügung, die derzeit modernisiert wird. 

Info für Medienvertreter:innen: Weiteres Bildmaterial finden Sie in unserer Mediathek.