MemoRails zu Gast im DB Museum Nürnberg

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05. November 2026, 11:00 Uhr
Nürnberg
Neue Projektpräsentation erinnert an 13 Bahnhöfe als Orte nationalsozialistischer Verfolgung und Gewalt • Eröffnung am 12. November im DB Museum Nürnberg • Fünf Projekte stehen im Mittelpunkt der Präsentation

Die Geschichte der Eisenbahn ist eng mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden. Bahnhöfe waren Orte der Deportation, der Zwangsarbeit und der Verfolgung. Mit dem Bundesprogramm „MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert“ haben sich 13 Organisationen aus ganz Deutschland mit der NS-Geschichte ihrer Bahnhöfe auseinandergesetzt. Das Programm wurde vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert. Zum Abschluss zeigt das DB Museum Nürnberg ab 13. November 2026 eine Projektpräsentation mit den Ergebnissen. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 12. November, um 18 Uhr statt und ist öffentlich zugänglich (mit Anmeldung).

13 Projekte machen lokale Geschichte sichtbar

Im Mittelpunkt der Präsentation im DB Museum stehen fünf Projekte, die auf großformatigen Stelen ausführlich vorgestellt werden. Sie zeigen die unterschiedlichen Spuren nationalsozialistischer Verbrechen an Bahnhöfen und die Geschichten, die sich hinter den Orten verbergen.

So widmet sich das Projekt aus Meppen den Schicksalen von Menschen aus der Region, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Bei den Ergebnissen aus Böhlen stehen die Treibstoffproduktion und die Zwangsarbeit im Umfeld der Brabag im Mittelpunkt. Das Projekt aus Neumünster erzählt anhand von sechs Biografien von Verfolgung und Widerstand. In Cottbus wird beleuchtet, wie der Bahnhof zum Ausgangspunkt von Deportationen jüdischer Menschen, zur Durchgangsstation für Gefangenentransporte und zum Umschlagplatz für Zwangsarbeit wurde. Die Website aus Weiden wiederum zeichnet die Transporte von KZ-Häftlingen zum Konzentrationslager Flossenbürg nach und macht dabei sichtbar, wie zum Beispiel Gefangenenwagen auch an reguläre Personenzüge angehängt wurden.

Auf einem Monitor wird zusätzlich ein Zusammenschnitt aus Erklärfilmen gezeigt, die von Grundschüler:innen aus Brandenburg entwickelt wurden. Zu sehen sind Zeichnungen, die Geschichten von Verfolgung, Ausgrenzung, Flucht, jüdischem Leben und Zwangsarbeit darstellen. 

Filme, Audioaufnahmen und QR-Codes ergänzen die Präsentation. Sie ermöglichen es, einzelne Geschichten weiterzuverfolgen und tiefer in die historische Recherche der Projektträger einzutauchen.

Erinnerung an die Geschichte der Eisenbahn

Die Auseinandersetzung mit der Rolle der Deutschen Reichsbahn im Nationalsozialismus ist ein wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit des DB Museums. Die Eisenbahn war ein zentrales Instrument der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Mit ihr wurden Millionen Menschen in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Zugleich wurden Bahnhöfe und Eisenbahnanlagen zu Orten der Ausbeutung durch Zwangsarbeit.

Die MemoRails-Projekte zeigen, wie wichtig es ist, die historischen und lokalen Geschichten vor Ort sichtbar zu machen und den Menschen hinter den Zahlen eine Stimme zu geben. 

Das Programm „MemoRails” wurde in den Jahren 2025 und 2026 von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert. Aus über 100 Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury 13 Projekte aus. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen sind 13 neue Gedenkzeichen an Bahnhöfen entstanden, die somit zu neuen Erinnerungsorten geworden sind.

MemoRails im DB Museum Nürnberg

Die Projektpräsentation „MemoRails“ wird am Donnerstag, 12. November 2026, um 18 Uhr im DB Museum Nürnberg eröffnet. Die Eröffnung ist öffentlich, eine Anmeldung auf der Webseite der Stiftung EVZ ist erforderlich. Anschließend ist die Präsentation bis zum 28. Februar 2027 in Nürnberg zu sehen.

Deutsche Bahn Stiftung und DB Museum

Die Deutsche Bahn Stiftung wurde 2013 als gemeinnützige GmbH von der Deutschen Bahn AG gegründet und ist deutschlandweit in den Schwerpunkten Bildung, Integration und Ehrenamt aktiv. Mit dem DB Museum und seinen Standorten in Nürnberg, Koblenz und Halle (Saale) gehört zudem das weltweit älteste Eisenbahnmuseum zur Stiftung. Mit seinem umfangreichen Angebot und einer Fülle an Exponaten bewahrt es das historische Erbe der Eisenbahn in Deutschland und stärkt den Bildungsschwerpunkt der Stiftung. 

Mehr unter: dbmuseum.de und deutschebahnstiftung.de.