Wunderline geht in Betrieb: In Kürze wieder Zugverkehr zwischen Groningen und Leer

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01. Oktober 2026, 12:00 Uhr
Weener
Sonderfahrt zur Eröffnung mit DB InfraGO-Chef Nagl und Niedersachsens Verkehrsminister Tonne • DB InfraGO hat den deutschen Streckenabschnitt umfassend ertüchtigt • Neue Haltepunkte in Ihrhove und Bunde • Regulärer Zugverkehr ab Montag, 5. Oktober 

Startschuss für die Wunderline: Heute wurde in Weener die Strecke Groningen–Leer mit einer Sonderfahrt offiziell in Betrieb genommen. Die ersten Personenzüge des Eisenbahnverkehrsunternehmens Arriva, die zukünftig die Städte und Orte an der Strecke in der deutsch-niederländischen Grenzregion verbinden werden, fahren ab Montag, 5. Oktober. Damit rollen nach elf Jahren wieder Züge zwischen Groningen und Leer. 

Mit der Modernisierung des Bestandsnetzes durch die DB InfraGO sowie den niederländischen Infrastrukturbetreiber ProRail wird der grenzüberschreitende Zugverkehr auf der Wunderline pünktlicher und zuverlässiger; auch die Fahrzeit verkürzt sich um rund 15 Minuten. Um den Eisenbahnverkehr wieder aufnehmen zu können, waren auf deutscher Seite in den vergangenen Jahren umfassende Arbeiten notwendig, allen voran der Neubau der Friesenbrücke über die Ems. Die neue Dreh- und Hubbrücke – die modernste Eisenbahnbrücke ihrer Art in Europa – konnte bereits im vergangenen Sommer für Radfahrende und Fußgänger:innen geöffnet werden. Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO: „An der Wunderline wird deutlich, was möglich ist, wenn wir über Grenzen hinweg zusammenarbeiten und gemeinsam in eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur investieren. Der Neubau der Friesenbrücke, die Modernisierung der Schieneninfrastruktur sowie kundenfreundliche und barrierefreie Verkehrsstationen sind entscheidende Voraussetzungen, damit nun wieder Züge zwischen Groningen und Leer fahren können. Damit ermöglichen wir mehr Mobilität auf der Schiene im ländlichen Raum und stärken die Wirtschaft und den Tourismus in der Region.“Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne: „Die Wunderline verbindet weit mehr als Groningen und Leer. Sie bringt Menschen, Ideen und Chancen zusammen und macht aus einer Grenze einen gemeinsamen Weg. Für die Menschen auf beiden Seiten entstehen dadurch neue Möglichkeiten zum Arbeiten, Lernen und Reisen. Zugleich rücken Niedersachsen und die Niederlande noch enger zusammen. Die Wunderline ist damit weit mehr als eine Bahnstrecke – sie ist gelebtes Europa: grenzüberschreitend, klimafreundlich und gut miteinander vernetzt.“

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Mit der Wunderline wächst Europa auf der Schiene weiter zusammen. Nach elf Jahren fahren wieder Züge zwischen Leer und Groningen. Das ist eine sehr gute Nachricht für die Menschen und die Wirtschaft in der gesamten Grenzregion. Die neue Friesenbrücke und die modernisierte Strecke zeigen zugleich: Investitionen in eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur schaffen ganz konkret bessere Verbindungen. Der Bund hat dieses wichtige grenzüberschreitende Projekt deshalb mit großem Engagement unterstützt. Jetzt kommt es darauf an, die Wunderline als starke Verbindung zwischen Deutschland und den Niederlanden weiterzuentwickeln.“

An der Strecke wurden auf deutscher Seite rund 18 Kilometer Gleise, fünf Weichen sowie 19 Durchlässe, Brücken und Unterführungen erneuert. Auch der Neubau der elektronischen Stellwerke in Ihrhove und an der Friesenbrücke, die Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik mit 54 neuen Signalen sowie die technische Anpassung von insgesamt 38 Bahnübergängen sorgen zukünftig für einen stabilen Betrieb. Parallel wurde die Strecke in den Niederlanden ebenfalls modernisiert und ausgebaut. In Bunde und Ihrhove hat die DB InfraGO zudem im Rahmen der Stationsoffensive Niedersachsen gemeinsam mit den Gemeinden, der LNVG und dem Land zwei neue, barrierefreie Verkehrsstationen gebaut. Als grenzüberschreitendes Infrastrukturprojekt wird die Wunderline gemeinsam von zahlreichen Partnern auf deutscher und niederländischer Seite sowie mit EU-Fördermitteln finanziert. Die ursprünglich bei Baubeginn 2023 zugrunde gelegte Kostenschätzung von rund 180 Millionen Euro hat sich mittlerweile auf derzeit rund 250 Millionen Euro erhöht. Gründe dafür sind insbesondere die dynamische Marktentwicklung mit deutlich gestiegenen Baupreisen und Lieferengpässen. Hinzu kommen ein erweitertes Bauvolumen mit zusätzlichen Maßnahmen, die unter anderem infolge wiederholter Starkregenereignisse und eines schwierigen Baugrunds erforderlich wurden.Erik Jan Bennema, Regionalminister für Mobilität und Wirtschaft: „Dass ab dem 5. Oktober, nach mehr als zehn Jahren, wieder Züge zwischen Groningen und Leer fahren, ist eine sehr gute Nachricht für die gesamte Grenzregion. Die internationale Eisenbahnstrecke Wunderline hat große Bedeutung für Reisende, Student:innen, Gewerbetreibende und Besucher:innen aus beiden Ländern. Es ist ein Meilenstein für die Erreichbarkeit, wichtig für die Wirtschaft und lässt die Niederlande und Deutschland näher zusammenrücken. Es bleibt deswegen auch unser Ziel, dass die Wunderline zukünftig bis nach Bremen führt.“

Danou Veenhof, Regionaldirektorin ProRail: „Nach mehr als zehn Jahren ist es ein besonderer Moment, dass Fahrgäste nun wieder mit dem Zug zwischen Groningen und Leer reisen können. Es hat Zeit und die Durchsetzungsfähigkeit aller Partner gebraucht. Gerade deswegen ist es besonders schön, heute zusammen hier zu stehen und die Wiederinbetriebnahme der internationalen Strecke zu feiern. Weil wir über die Grenzen hinaus zusammengearbeitet haben, haben wir auch die Position dieser nördlichen Region in Europa gestärkt!“ 

Gerrit de Groot, Regionaldirektor Arriva Nord: „Nach Jahren der Vorbereitung und der intensiven Zusammenarbeit mit der Provinz Groningen und unseren deutschen und niederländischen Partnern ist dies ein besonderer Moment für unsere Fahrgäste und unsere Kolleginnen und Kollegen. Wir freuen uns auf den Start am 5. Oktober und darauf, unsere Fahrgäste mit dem Zug bald wieder über die Grenze fahren zu dürfen.“

Im Dezember 2015 hatte ein Frachtschiff bei einer Kollision die alte Friesenbrücke irreparabel beschädigt und damit den Zugverkehr auf der Strecke zum Erliegen gebracht. Für die Wiederaufnahme des Verkehrs waren nach dem Rückbau der alten Brücke umfangreiche Abstimmungen in der Vorplanung erforderlich; dem Neubau der Brücke ging ein langwieriger politischer Prozess voraus. Die eigentliche Bauzeit betrug dann lediglich rund drei Jahre. Die Wunderline ist ein wichtiges Bindeglied im gesamteuropäischen Zugverkehr von Amsterdam nach Hamburg und Skandinavien. Sie besteht seit 150 Jahren, bereits 1876 fuhren regelmäßig Züge zwischen Groningen und Ihrhove. Heute fördert die Wunderline die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit vielen Partnern entlang der Bahnstrecke. Seit 2019 bilden mehr als 20 Gemeinden und Landkreise zusammen mit Verkehrsverbünden und der Provinz Groningen, den Ländern Niedersachsen und Bremen das „Wunderline Netzwerk Anschlussmobilität“ – eine einzigartige Mobilitätskooperation in Europa, die sich unter anderem auf bessere (Bus-)Verbindungen, sicherere Bahnhöfe und bessere Fahrradabstellplätze richtet. Mehr Informationen unter: www.wunderline.eu

Fahrkarten und Auskünfte zum Fahrplan auf der Strecke Groningen – Leer sind bereits in den digitalen Auskunftsmedien abrufbar unter: bahn.de, in der App DB Navigator sowie auf der Internetseite von Arriva.