Fahrplan 2027: stabile Preise, neue Sprinter, mehr europäische Verbindungen

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13. Oktober 2026, 08:00 Uhr
Berlin
Wieder Halbstundentakt Hamburg–Berlin • mehr Sprinter Berlin–Stuttgart • mehr grenzüberscheitende Verbindungen • neue Direktverbindungen an die Ostseeküste • diverse baubedingte Anpassungen • Fahrplanwechsel am 13. Dezember, Tickets ab 14. Oktober buchbar   

Die Deutsche Bahn (DB) bietet im Fahrplan 2027 neue Verbindungen und mehr Fahrten ins Ausland an. Die Preise bleiben stabil. Pendler und Reisende, die als Gruppe mit der Bahn fahren, profitieren dabei von neuen günstigen Konditionen. Bereits Anfang Oktober hatte die DB angekündigt, das Familienticket dauerhaft einzuführen. Der Fahrplan 2027 tritt am 13. Dezember in Kraft. Tickets sind ab dem 14. Oktober über bahn.de, den DB Navigator sowie in Reisezentren und Agenturen erhältlich.

„In Zeiten teurer Kraftstoffe bleibt die Bahn eine gute und günstige Alternative zu Auto und Flugzeug. Der Fahrplan 2027 ist ein starkes Angebot für alle. Wir bieten schnelle Sprinter zwischen den Metropolen, Fernverkehr bis in die Fläche und mehr Verbindungen nach Europa“, sagt Michael Peterson, DB-Vorstand Personenfernverkehr.

Berlin–Hamburg wieder im Halbstundentakt, für Zwischenhalte neue Verbindungen

Nach mehreren größeren Baueinschränkungen 2026 gibt es zwischen Berlin und Hamburg wieder einen Halbstundentakt mit Fahrzeiten von eindreiviertel bis zwei Stunden. 

Wittenberge und Ludwigslust werden dabei trotz begrenzter Trassenkapazitäten mindestens zweistündlich, teilweise stündlich angefahren. Wegen bundesweiter Baustellen entstehen zum Teil neue Direktverbindungen, z.B. ganzjährig einzelne ICE über Hamburg und Bremen nach Amsterdam. Vom 6. Februar. bis zum 14. Mai und ab dem 14. August geht es via Nürnberg nach Stuttgart statt München. Die Fahrzeit ab Wittenberge nach Amsterdam und Stuttgart beträgt sechs Stunden. 

In Wittenberge erfolgt ein abendlicher Halt neu im Takt mit besseren Anschlüssen um 18.02 Uhr durch einen ICE aus Hamburg nach Berlin statt wie bisher um 18.36 Uhr durch einen Railjet aus Hamburg nach Berlin und Prag. Die ICE-Halte sind auf die An- und Abreise zur Landesgartenschau in Wittenberge abgestimmt worden, sodass in Richtung Hamburg und Berlin über weite Teile des Tages ein temporärer Stundentakt im ICE-Verkehr besteht.

Ab Berlin mehr Sprinter nach Stuttgart

Die Sprinterverbindung zwischen Berlin und Stuttgart wird von einer auf drei Fahrten pro Tag und Richtung ausgeweitet. In nur 4:45 Stunden erreichen die ICE-Züge Stuttgart mit Zwischenhalt nur in Nürnberg. Abfahrt in Berlin ist um 8.12, 12.12 und 16.12 Uhr, von Stuttgart geht es um 7.03 Uhr, 11.03 und 15.03 Uhr in die Bundeshauptstadt.

Neu auch samstagabends Berlin–Warschau 

Neu täglich und damit auch samstags fährt der Eurocity um 17.50 Uhr ab Berlin und um 18.49 Uhr ab Frankfurt (Oder) nach Warschau (23.02 Uhr). In der Gegenrichtung sind Reisen neu auch samstags noch um 16.45 Uhr ab Warschau und 19.29 Uhr ab Posen nach Frankfurt (Oder) (an 21.05 Uhr) und Berlin (22.07 Uhr) möglich. Insgesamt verkehren weitere Einzelzüge nach/aus Polen am Tagesrand auch bis/ab Berlin Zoologischer Garten und Berlin-Charlottenburg.

Von Wien und Prag nach Berlin abends häufiger und schneller 

Ein Railjet aus Wien (13.10 Uhr) über Prag (17.37 Uhr) und Bad Schandau (19.23 Uhr) im Elbsandsteingebirge kann neu täglich und in bis zu 1¼ Stunden schnellerer Fahrtzeit um 19.53 Uhr über Dresden hinaus weiter bis Berlin (an 21.33 Uhr) fahren. Dafür entfällt ein bisher nur ab Dresden nach Berlin fahrender ICE eine Stunde später. 

Wieder direkt nach Passau und Wien 

Andere längere Baumaßnahmen werden Ende 2026 beendet. Dadurch gibt es ab 19. Dezember 2026 wieder täglich für Berlin zwei ICE-Fahrtenpaare (Hin- und Rückfahrt) umsteigefrei z.B. nach Regensburg, Passau, Linz und Wien. 2026 gab es übergangsweise nur einen ICE nach Innsbruck.

Direkter ICE wieder zwischen Jena und Berlin

Nach einer Pause seit Mai 2026 fährt morgens wieder ein ICE z.B. von Jena-Paradies (7.13 Uhr) über Naumburg, Weißenfels und Leipzig nach Berlin (an 9.47 Uhr). In der Gegenrichtung geht es um 18.12 Uhr ab Berlin nach Jena-Paradies (an 20.42 Uhr). Für eine dauerhafte Beibehaltung dieses Angebots ist eine ausreichend hohe Inanspruchnahme durch die Fahrgäste notwendig.

Mehr direkte ICE ab Stralsund nach Hamburg bzw. NRW, Baukonzept im Sommer 

Für Stralsund, Velgast und Ribnitz-Damgarten bietet die DB eine zusätzliche sechste ICE-Fahrt nach/von Hamburg an: in Stralsund mit Abfahrt um 6.04 Uhr bzw. Ankunft um 21.55 Uhr aus Hamburg. Insgesamt werden bis zu drei Direktverbindungen ab Rostock und Schwerin über Hamburg hinaus bis nach/von Köln angeboten. 

Baubedingt ist vom 15. Mai bis mindestens 30. Juli kein Fernverkehr zwischen Rostock und Schwerin möglich. Je nach Bauzustand fahren die ICE-Züge dann ab Schwerin oder teilweise ab Wismar für einen bestmöglichen Anschluss auch aus Rostock nach Hamburg bzw. weiter bis Köln. Zudem werden Intercity-Shuttlezüge zwischen Stralsund und Rostock angeboten.

ICE-Direktverbindung zwischen Rostock und Waren (Müritz) nach SüdwestenNach einjähriger Pause fährt wieder ein täglicher ICE z.B. aus Stuttgart, Frankfurt, Erfurt und Leipzig über Berlin hinaus nach/ab Rostock und teilweise auch Warnemünde. Abfahrt in Rostock ist um 11.21 Uhr, in Waren (Müritz) um 12.03 Uhr, Ankunft z.B. in Berlin Hbf um 13.23 Uhr. In der Gegenrichtung fährt der ICE um 16.37 Uhr ab Berlin Hbf nach Waren (an 17.56 Uhr) und Rostock (18.36 Uhr). 

Wieder zweistündliche Intercity direkt bis nach Warnemünde 

Ebenfalls nach einer Pause im Fahrplan 2026 fährt die zweistündliche IC-Linie aus Dresden über Elsterwerda, Flughafen BER, Berlin, Oranienburg, Neustrelitz und Waren (Müritz) wieder über Rostock hinaus bis/ab Warnemünde. Die Fahrten direkt an die Ostseeküste können fünfmal pro Tag und Richtung angeboten werden, nachdem ausreichend IC-Fahrzeuge hierfür verfügbar sind.

Baubedingt wechselnde Anbindung der Ostseeküste

In den Zeiträumen 6. Februar bis 14. Mai und ab 14. August müssen wegen Bauarbeiten zwischen Frankfurt und Erfurt ICE-Linien umgeleitet und teilweise neu geführt werden. Nach Rügen, Stralsund und Greifswald fahren dann nicht die zweistündlichen ICE-Züge aus Frankfurt/Main über Erfurt, sondern die IC-Züge aus Dresden. Zwischen Rostock und Berlin verkehren dafür ICE-Züge z.B. aus/nach München über Erfurt und Frankfurt. Vom 6. Februar bis 14. Mai fahren die ICE wegen einer Baustelle zwischen Berlin und Neustrelitz zudem via Schwerin statt Waren, Neustrelitz und Oranienburg mit einer rund 15 Minuten längeren Fahrzeit.

Berlin–Hannover: baubedingt weniger Fahrten und längere Reisezeit 

Wegen umfangreicher Bauarbeiten entlang der Ost-West-Achse zwischen Berlin und Hannover können im gesamten Fahrplan 2027 hier nur drei ICE pro Richtung im Zeitraum von zwei Stunden fahren. Es gibt jeweils stündliche Direktverbindungen aus Düsseldorf über Dortmund sowie aus Köln über Wuppertal nach Hannover und Berlin. Die ICE benötigen wegen der Umleitung über Potsdam, Magdeburg und Braunschweig rund 80 Minuten länger. So ergibt sich z.B. für Berlin–Köln eine Fahrtzeit von fünfeinhalb Stunden.

In Potsdam werden die umgeleiteten ICE nach/aus NRW zweistündlich halten, in Magdeburg und Braunschweig jeweils stündlich. Andere bisherige Fahrten aus Berlin über Hannover z.B. nach Bremen oder bis nach Aachen müssen entfallen. Das gilt auch für die IC-Züge aus Ostfriesland via Magdeburg nach/von Leipzig bzw. via Brandenburg und Potsdam nach/von Berlin und Cottbus. Auch die Sprinter Berlin–Köln/Bonn können baubedingt noch nicht wieder fahren. Die IC-Züge von Leipzig über Stendal, Schwerin nach Rostock bzw. Warnemünde sowie das IC-Zugpaar Leipzig–Magdeburg–Stendal–Hamburg sind von der Korridorsanierung nicht betroffen.

Kassel, Göttingen und Hildesheim sind weiterhin zweitstündlich aus Berlin erreichbar ‒ mit Umstieg in Braunschweig in die ICE Richtung Frankfurt Flughafen/Stuttgart. Vom 6. Februar bis 14. Mai bestehen auch zweistündliche Direktverbindungen zwischen Berlin und Kassel via Erfurt.

Zwischen Berlin und Amsterdam gibt es vier Direktverbindungen pro Tag und Richtung. Die Züge verkehren über Hamburg, Bremen und Osnabrück mit einer Fahrzeit von 6 ¾ Stunden. Zwischen Berlin und Frankfurt bestehen noch mindestens stündlich Direktverbindungen über Halle und Erfurt.

Weitere temporäre Baueinschränkungen 

Auch 2027 wird auf der Schiene auf Rekordniveau gebaut. Die Angebotseinschränkungen während der Baumaßnahmen minimiert die DB durch bestmögliche Ersatzkonzepte. Trotzdem sind leider immer wieder temporär veränderte Ziele, längere Fahrzeiten und reduzierte Verbindungen nicht zu vermeiden. Für die größten Baustellen ist das veränderte Angebot zum Buchungsstart bereits in der Fahrplanauskunft berücksichtigt.

Vom 6. Februar bis zum 14. Mai und ab dem 14. August gibt es Baueinschränkungen zwischen Frankfurt und Erfurt. Auf der Relation Berlin–Frankfurt entfallen dann die Sprinter und die stündlichen ICE werden eine Fahrtzeit von rund 4:30 bis 4:40 Stunden haben. 

Vom 16. Oktober bis zum 11. Dezember verlängern sich die Fahrzeiten zwischen Berlin und Hamburg wegen Bauarbeiten im Bahnhof Berlin-Spandau und damit verbundener Umleitungen um 35 bis 45 Minuten. In diesem Zeitraum sind u.a. keine Direktverbindungen mehr zwischen Berlin nach Kopenhagen möglich.

Verbesserte Angebote für Familien, Gruppen und Pendler

Die DB führt das im Sommer erfolgreich gestartete DB Familienticket dauerhaft ein. Ab dem 26. Oktober ist es wieder buchbar, erster Reisetag ist der 1. November. Für 99,99 Euro können bis zu fünf Personen deutschlandweit mit dem Fernverkehr in der 2. Klasse hin und zurück reisen, die Sitzplatzreservierung ist bereits inklusive.

Auch Pendlerinnen und Pendler profitieren: Ab dem 21. Oktober werden Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abo um 25 Prozent günstiger. Zudem vereinfacht die DB ihr Zeitkartenangebot und bietet Streckenzeitkarten künftig ausschließlich ohne Abo an. Für Gruppenreisende werden die Online-Services erweitert. So können Gruppen den Sparpreis Gruppe nun für eine bessere Reiseplanung auch online für bis zu 14 Tage unverbindlich reservieren.