Artikel: Fahrplan 2027: stabile Preise, neue Sprinter, mehr europäische Verbindungen
Die Deutsche Bahn (DB) bietet im Fahrplan 2027 neue Verbindungen und mehr Fahrten ins Ausland an. Die Preise bleiben stabil. Pendler und Reisende, die als Gruppe mit der Bahn fahren, profitieren dabei von neuen günstigen Konditionen. Bereits Anfang Oktober hatte die DB angekündigt, das Familienticket dauerhaft einzuführen. Der Fahrplan 2027 tritt am 13. Dezember in Kraft. Tickets sind ab dem 14. Oktober über bahn.de, den DB Navigator sowie in Reisezentren und Agenturen erhältlich.
„In Zeiten teurer Kraftstoffe bleibt die Bahn eine gute und günstige Alternative zu Auto und Flugzeug. Der Fahrplan 2027 ist ein starkes Angebot für alle. Wir bieten schnelle Sprinter zwischen den Metropolen, Fernverkehr bis in die Fläche und mehr Verbindungen nach Europa“, sagt Michael Peterson, DB-Vorstand Personenfernverkehr.
Wieder schnell und noch häufiger nach Wien
Nach erfolgter Korridorsanierung zwischen Nürnberg, Regensburg und Passau können ab 19. Dezember 2026 wieder schnelle Direktverbindungen nach Linz und Wien angeboten werden, inklusive einer zusätzlichen Fahrt am Tagesrand: So fährt der ICE um 17.39 Uhr ab Mainz bzw. 18.19 Uhr ab Frankfurt von Sonntag bis Freitag über Passau hinaus weiter bis Linz (Ankunft 23.34 Uhr) und Wien (1.03 Uhr). Neu fährt von Montag bis Samstag auch ein ICE direkt aus Wien (4.57 Uhr) und Linz (6.26 Uhr)) z.B. nach Frankfurt (an 11.37 Uhr) und Mainz (12.18 Uhr).
Wieder umsteigefrei nach Tirol
Ebenfalls nach fast einem Jahr baubedingter Pause fährt in Kassel wieder ein ICE täglich umsteigefrei z.B. via Ansbach, Augsburg und Rosenheim in 5.40 Stunden nach Innsbruck. Abfahrt in Kassel ist um 15.38 Uhr, Ankunft in Innsbruck um 21.18 Uhr. Zurück geht es um 8.42 Uhr, Ankunft in Kassel aus Tirol ist um 14.22 Uhr. Zudem fährt neu ganzjährig ein weiterer ICE freitags nach Innsbruck und sonntags zurück – in der Winter- und Sommersaison sogar weiter z.B. via Imst-Pitztal bis Feldkirch.
Auch ab Frankfurt und Darmstadt geht es nach einem Jahr Pause wieder am Wochenende direkt zum Bodensee und nach Landeck-Zams in Tirol. Der ICE startet um 6.11 Uhr ab Frankfurt und 6.30 Uhr ab Darmstadt weiter z.B. nach Ravensburg, Friedrichshafen (an 10.04 Uhr), Lindau-Reutin, Bregenz und Landeck (an 12.44 Uhr). Retour geht es samstags und sonntags um 15.14 Uhr ab Landeck-Zams und Friedrichshafen (17.59 Uhr) nach Darmstadt (an 21.34 Uhr) und Frankfurt (21.56 Uhr). Baubedingt kann das ICE-Zugpaar (Hin- und Rückfahrt) nur bis zum 4. April an den Bodensee und nach Tirol fahren. Für das restliche Fahrplanjahr sowie generell an Werktagen verkehren die Züge ab Ulm stattdessen nach/von München. Das Fahrtenpaar schließt an der Bergstraße eine bisherige Taktlücke am Tagesrand.
Für die Bergstraße: abendlicher Sprinter nach Hamburg
Abends fährt ein ICE ab Bensheim (17.13 Uhr) und Darmstadt (17.27 Uhr) neu über Frankfurt hinaus als Sprinter nonstop nach Hannover (an 20.17 Uhr) und Hamburg (an 21.37 Uhr).
Von Saarbrücken neu direkt nach Hamburg, einmal nach München und Berlin
Ein ICE fährt neu von Saarbrücken (9.27 Uhr) via Homburg (Saar), Kaiserslautern (10.13 Uhr) und Neustadt (Weinstr.) nach Frankfurt und von dort nonstop als Sprinter nach Hannover (an 14.16 Uhr) und Hamburg (an Hauptbahnhof 15.36 Uhr). Der Zug in der Gegenrichtung fährt sogar von Flensburg (14.16 Uhr) über Hamburg (16.21 Uhr) und Hannover (17.41 Uhr) nach Kaiserslautern (an 21.33 Uhr) und Saarbrücken (22.18 Uhr). Ab 14. August fährt das Zugpaar baubedingt nur Saarbrücken–Frankfurt.
Wegen sehr schwacher Nachfrage entfällt dafür am Tagesrand das zweite Fahrtenpaar Saarbrücken–München (–Garmisch) mit früher Abfahrt in Saarbrücken um 5.36 Uhr und der Ankunft um 22.16 Uhr. Die andere München-Verbindung besteht weiterhin: Abfahrt in Saarbrücken mit Abfahrt um 8.27 Uhr bzw. Ankunft aus München um 19.17 Uhr.
Die umsteigefreie Berlin-Verbindung via Erfurt und Halle und täglich weiter nach/von Ostseebad Binz auf Rügen bietet weiterhin das ICE-Fahrtenpaar mit Abfahrt um 6.28 Uhr in Saarbrücken bzw. Ankunft um 23.31 Uhr aus Binz und Berlin. Baubedingt fährt das Zugpaar ab Saarbrücken vom 6. Februar bis zum 14. Mai stattdessen nach Leipzig bzw. ab Warnemünde sowie ab 14. August nach/von Hamburg. Die zweite Direktverbindung mit Abfahrt um 13.27 Uhr in Saarbrücken bzw. Ankunft um 14.17 Uhr aus Berlin muss wegen verschiedener Baueinschränkungen 2027 ganzjährig entfallen.
Mit dem ICE über Nacht aus Hamburg und früh nach Stuttgart
Von einer neuen nächtlichen ICE-Fahrt von Hamburg (0.06 Uhr), Lüneburg, Uelzen, Celle und Hannover nach Frankfurt (7.11 Uhr) profitieren insbesondere Kassel (ab 5.30 Uhr), Fulda (6.00 Uhr) und Hanau (6.51 Uhr), die dadurch auch eine frühe Direktverbindung nach Frankfurt (an 7.15 Uhr), Mannheim (an 7.57 Uhr) und Stuttgart (8.38 Uhr) erhalten. Bisher fuhr dieser ICE nur morgens von Frankfurt nach Stuttgart.
Dafür entfällt der insgesamt schwächer nachgefragte frühe Sprinter um 6.23 Uhr ab Hamburg nach Frankfurt Flughafen (an 10.18 Uhr). Insgesamt erhalten die Sprinterfahrten Hamburg–Frankfurt baubedingt ganzjährig veränderte An-/Abfahrtszeiten.
Friedberg wieder täglich ICE-Halt, baubedingt mehr Halte auch z.B. in Gießen
Gute Nachrichten für die Wetterau: Künftig können sämtliche ICE der vierstündlichen Linie Bremen–Hannover–Kassel–Frankfurt–Darmstadt–Stuttgart täglich in Friedberg halten. Ab 14. August fährt baubedingt stattdessen eine ICE-Linie zweistündlich von Braunschweig über Kassel, Marburg und Gießen (dann dort jeweils sogar mit zweistündlichem Halt) nach Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg und Stuttgart. Auch in Wabern und Treysa können dabei einzelne ICE-Halte realisiert werden, in Friedberg dann vorübergehend leider nicht.
Einstellung IC-Linie via Bad Nauheim und Siegen nach NRW
Die IC-Linie Münster/Dortmund–Siegen–Bad Nauheim–Frankfurt wird mit Ablauf der vertraglichen Tarifkooperation mit dem Aufgabenträger eingestellt, nachdem sie baubedingt seit Ende April 2026 schon nicht mehr fährt. Auf der Linie fuhren insgesamt zu wenige Fernverkehrskunden. Fernreisende zwischen Frankfurt und Westfalen sind über die Schnellfahrstrecke via Köln deutlich schneller unterwegs; Nahverkehrsreisende profitieren von neuen RE-Verbindungen.
Ab Koblenz weiterer ICE direkt nach Berlin
Künftig erhält Koblenz eine zweite ICE-Direktverbindung nach Berlin. Die Abfahrt erfolgt um 9.42 Uhr, die Ankunft aus Berlin und Hannover um 0.29 Uhr. Diese ergänzt die bestehende Berlin-Direktverbindung ab Koblenz mit Abfahrt um 5.41 Uhr und Ankunft um 22.22 Uhr. Diese vier ICE-Züge halten auch in Remagen. In Andernach sind die Halte wegen der Bahnsteiglängen nur in Richtung Berlin möglich, weil aufgrund der Baueinschränkungen auf der Strecke nach Berlin längere ICE-Züge als bislang eingesetzt werden.
IC Koblenz–Ostfriesland bzw. Westfalen verstärkt am Tagesrand
Einzelne IC-Fahrten nach Koblenz mit Halt in Andernach und Remagen werden an die Reisendennachfrage und den Fahrzeugeinsatz angepasst. Neu ist so ein IC um 6.41 Uhr ab Koblenz via Düsseldorf nach Norddeich Mole, passend zur weiterhin angebotenen Fahrt der Gegenrichtung mit Ankunft Koblenz um 19.17 Uhr. Dafür entfallen drei IC-Fahrten in Tagesmitte von/nach Ostfriesland.
Nach einjähriger Pause erreicht ein IC aus Magdeburg, Hannover und Wuppertal Koblenz wieder um 23.53 Uhr – passend zum bestehenden Gegenzug mit Abfahrt um 6.05 Uhr ab Koblenz.
Einzelne ICE-Direktverbindung wieder zur Ostseeküste
Nach einem Jahr Pause gibt es aus Hessen wieder eine tägliche ICE-Direktverbindung zur Mecklenburgischen Seenplatte und zur Ostseeküste. Der ICE fährt z.B. um 11.15 Uhr ab Frankfurt und 13.12 Uhr ab Fulda umsteigefrei nach Waren an der Müritz (an 17.56 Uhr), Rostock und Warnemünde (19.02 Uhr). Der Zug in der Gegenrichtung startet um 10.53 Uhr in Warnemünde und erreicht Fulda um 16.47 Uhr bzw. Frankfurt um 17.44 Uhr.
Nach Berlin ganzjährig häufiger via Erfurt statt Kassel und Wolfsburg
Auf der Achse Frankfurt–Kassel–Braunschweig–Berlin können ganzjährig statt des gewohnten stündlichen ICE-Takts baubedingt nur noch alle zwei Stunden ICE Stuttgart/Frankfurt–Braunschweig/Wolfsburg angeboten werden. Die zweistündliche ICE-Linie Schweiz–Frankfurt–Berlin wird stattdessen via Erfurt und Halle umgeleitet.
Temporäre Baueinschränkungen
Auch 2027 wird auf der Schiene auf Rekordniveau gebaut. Die Angebotseinschränkungen während der Baumaßnahmen minimiert die DB durch bestmögliche Ersatzkonzepte. Trotzdem sind leider immer wieder temporär veränderte Ziele, längere Fahrzeiten und reduzierte Verbindungen nicht zu vermeiden. Für die größten Baustellen ist das veränderte Angebot zum Buchungsstart bereits in der Fahrplanauskunft berücksichtigt.
Vom 6. Februar bis 14. Mai und ab 14. August bestehen Baueinschränkungen zwischen Erfurt und Frankfurt. Die Sprinterzüge zwischen Berlin, Halle, Erfurt und Frankfurt müssen in diesem Zeitraum deshalb leider entfallen. Die mindestens im Stundentakt verkehrenden langsameren ICE via Erfurt nach Frankfurt benötigen rund 45 Minuten länger und realisieren in den veränderten Zeitlagen teilweise andere Direktverbindungen. So bestehen z.B. temporär vom 6. Februar bis zum 14. Mai für Kassel stündlich und für Bebra (als Ersatz für Bad Hersfeld) zweistündlich ICE-Direktverbindungen nach Eisenach, Erfurt und Leipzig sowie nach Berlin. Das ermöglicht für diesen Zeitraum auch zweistündliche Direktverbindungen aus Berlin zur Dokumenta in Kassel. Ansonsten bestehen zwischen Berlin und Kassel Umsteigeverbindungen über Braunschweig.
Vom 13. März bis 2. April können keine ICE via Darmstadt und Bensheim fahren, ICE-Fahrten via Bergstraße entfallen in diesem Zeitraum bzw. enden aus Norden kommend in Frankfurt, aus Richtung Süden kommend in Heidelberg.
Während der Sperrung der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main zwischen 15. Mai und 19. Juli sind nur noch stündliche ICE-Fahrten ohne Halt zwischen Frankfurt Hbf und Köln Messe/Deutz mit 75 Minuten längerer Fahrzeit möglich. Andere Linien entfallen. Für Limburg Süd und Montabaur ist ein Ersatzverkehr mit Bussen nach/von Köln und Frankfurt Flughafen vorgesehen. Die stündlichen ICE aus der Schweiz bzw. München via Mannheim, Köln, Münster nach Hamburg fahren nicht über Frankfurt Flughafen, sondern werden über die 60 Minuten langsamere Strecke via Mainz und Koblenz umgeleitet (anstelle der ICE aus Wien bzw. der IC nach Ostwestfalen). Eine zweistündliche ICE-Linie nach Stuttgart und München fährt zusätzlich ab Frankfurt statt ab NRW.
Ab 14. August benötigen die stündlichen ICE von Frankfurt rund 40 Minuten länger nach Kassel, Hannover und Hamburg. Von den Sprintern Frankfurt–Hannover–Hamburg fahren noch zwei Zugpaare mit rd. vier statt dreieinhalb Stunden Fahrzeit. Zwischen Frankfurt und Stuttgart entfällt eine von drei zweistündlichen ICE-Linien. Für Reisende aus Wiesbaden und Mainz fallen die zweistündlichen ICE-Direktverbindungen aus Fulda, Erfurt, Leipzig und Dresden weg.
Verbesserte Angebote für Familien, Gruppen und Pendler
Die DB führt das im Sommer erfolgreich gestartete DB Familienticket dauerhaft ein. Ab dem 26. Oktober ist es wieder buchbar, erster Reisetag ist der 1. November. Für 99,99 Euro können bis zu fünf Personen deutschlandweit mit dem Fernverkehr in der 2. Klasse hin und zurück reisen, die Sitzplatzreservierung ist bereits inklusive.
Auch Pendlerinnen und Pendler profitieren: Ab dem 21. Oktober werden Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abo um 25 Prozent günstiger. Zudem vereinfacht die DB ihr Zeitkartenangebot und bietet Streckenzeitkarten künftig ausschließlich ohne Abo an. Für Gruppenreisende werden die Online-Services erweitert. So können Gruppen den Sparpreis Gruppe nun für eine bessere Reiseplanung auch online für bis zu 14 Tage unverbindlich reservieren.