Artikel: DB passt Bauablauf auf der Strecke Halle–Eichenberg an
Die Deutsche Bahn (DB) setzt die Modernisierung der Strecke Halle (Saale)–Eichenberg auch 2027 fort, ordnet den Bauablauf jedoch teilweise neu. Hintergrund ist das geänderte Bau- und Verkehrskonzept für die Verbindung Hannover–Berlin. Dadurch wird Halle–Eichenberg 2027 zusätzlich als Umleitungsstrecke benötigt.
Größere Baumaßnahmen und Inbetriebnahmen zwischen Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen, die bislang für 2027 vorgesehen waren, verschieben sich deshalb um rund ein Jahr. Arbeiten, die ohne längere Vollsperrungen möglich sind, führt die DB 2027 weiter. Nach Ende der derzeitigen Totalsperrung Ende Januar soll die Strecke im weiteren Jahresverlauf 2027 für den Zugverkehr befahrbar bleiben.
Uwe Sieber, Projektleiter bei der DB InfraGO für die Regionale Korridorsanierung Halle (Saale)–Eichenberg: „Wir nutzen das Jahr 2027 für alle Arbeiten, die bei laufendem Zugverkehr beziehungsweise mit kurzen Sperrpausen möglich sind. Gleichzeitig bereiten wir die nächsten Bauabschnitte und das Folgeprojekt Flächennetz Halle (Saale)–Eichenberg intensiv vor. So können wir die Modernisierung der Strecke Schritt für Schritt fortsetzen.“
Mit dem angepassten Bauablauf können Arbeiten an der Stellwerkstechnik und am Flächennetz teilweise parallel erfolgen. Zum Flächennetz gehören unter anderem die Modernisierung von Verkehrsstationen und Anpassungen an Bahnsteigen. Die einzelnen Projektabschnitte sollen nach aktuellem Planungsstand zwischen 2028 und 2031 schrittweise in Betrieb gehen.
Bauarbeiten im Jahr 2027
Im Bahnhof Lutherstadt Eisleben werden die neue Personenunterführung und die Gleisanlagen weitergebaut. Auch die Sanierung der Saalebrücke westlich von Halle wird fortgesetzt. Zwischen Riestedt und Sangerhausen bereitet die DB InfraGO die für Juni 2028 vorgesehene Inbetriebnahme der elektronischen Stellwerkstechnik (ESTW) vor. Dazu gehören Arbeiten an Signalen und Stromversorgung, an der Oberleitung sowie im Kabeltiefbau. Für einzelne Arbeiten sind kurze Sperrpausen erforderlich. Entlang der Strecke entstehen außerdem ESTW-Modulgebäude, unter anderem in Roßla, Berga-Kelbra, Heringen, Nordhausen und Bleicherode Ost. Hinzu kommen vorbereitende Gleisbauarbeiten und Restarbeiten in bereits bearbeiteten Abschnitten. Parallel laufen Planungen, Prüfungen und Abstimmungen für die nächsten Bau- und Inbetriebnahmestufen.
Erste Anlagen gehen Ende Januar 2027 in Betrieb
Die neuen elektronischen Stellwerke in Teutschenthal, Röblingen am See und Lutherstadt Eisleben sowie das neue 740-Meter-Gleis in Röblingen am See sollen Ende Januar 2027 in Betrieb gehen. Der ursprünglich frühere Termin kann aufgrund von Verzögerungen bei Abnahme und Prüfung der Leit- und Sicherungstechnik nicht gehalten werden. Die noch ausstehenden sicherheitsrelevanten Prüfungen müssen vor der Inbetriebnahme vollständig und erfolgreich abgeschlossen sein. Die dafür erforderliche Totalsperrung zwischen Angersdorf und Blankenheim soll am 29. Januar 2027 enden.
Fahrplanänderungen in der Prüfung
Danach soll die Strecke Halle–Eichenberg im weiteren Verlauf des Jahres 2027 befahrbar bleiben. Weitere Totalsperrungen sind 2027 nicht vorgesehen. Vorübergehende Einschränkungen im Regionalverkehr werden jedoch erforderlich sein. Fahrplanänderungen und Ersatzangebote werden noch geprüft. Die DB und die Verkehrsunternehmen werden darüber rechtzeitig informieren.
Weitere Inbetriebnahmen bis 2031
Nach aktuellem Planungsstand sind folgende schrittweise Inbetriebnahmen vorgesehen:
• Angersdorf–Lutherstadt Eisleben: Januar 2027• Lutherstadt Eisleben–Sangerhausen: Juni 2028• Berga-Kelbra–Heringen: Juni 2029• Sangerhausen–Berga-Kelbra: Dezember 2029• Nordhausen–Bleicherode Ost: Dezember 2029• Bernterode–Eichenberg: 2030• Bleicherode Ost–Bernterode: 2031
Das Projekt Halle (Saale)–Eichenberg
Die Regionale Korridorsanierung Halle (Saale)–Eichenberg hat insbesondere die Erneuerung der Stellwerkstechnik auf dieser wichtigen Ost-West-Verbindung zum Ziel. Dabei werden 33 mechanische und elektromechanische Stellwerke durch 14 elektronische Stellwerke (ESTW) ersetzt. Diese werden künftig aus Röblingen am See und Nordhausen bedient.