Mehr Qualität auf der Schiene: Eisenbahnstrecke Erfurt – Nordhausen wird modernisiert

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24. September 2026, 10:00 Uhr
Erfurt
Deutsche Bahn und Freistaat Thüringen sichern weiteren Ausbau • Neue Schieneninfrastruktur, moderne und weitgehend barrierefreie Stationen sowie neue Stellwerkstechnik • Ausbau schafft Voraussetzungen für batterieelektrische Züge

Die Deutsche Bahn (DB) und der Freistaat Thüringen haben den weiteren Ausbau der Strecke Erfurt–Nordhausen auf den Weg gebracht und einen entsprechenden Realisierungs- und Finanzierungsvertrag gezeichnet. Von 2028 bis 2030 modernisiert die DB InfraGO die noch ausstehenden rund 54 Kilometer zwischen Sondershausen und Erfurt Nord. Reisende profitieren künftig von moderneren Bahnhöfen, einer leistungsfähigeren Infrastruktur und einem stabileren Bahnbetrieb.

Die Kosten für das Gesamtprojekt werden mit rund 417 Millionen Euro veranschlagt. Der Freistaat Thüringen unterstützt das Vorhaben mit zusätzlichen Landesmitteln in Höhe von 10,3 Millionen Euro. DB InfraGO und Freistaat stellten heute in Erfurt die Ausbaupläne vor. 

Quelle: DB AG / Katja Stumpp
Von links; Adrian Bernhardt und Jan Haußner ( DB InfraGO) Cornelia Kadatz, Konzernbevollmächtigte DB für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Minister Steffen Schütz, Marcus Baumann (DB InfraGO)

Cornelia Kadatz, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sagte: „Mit dem Ausbau machen wir die Strecke Erfurt–Nordhausen fit für die Zukunft. Wir erneuern nicht nur Gleise und Stellwerke, sondern verbessern ganz konkret das Reisen: mit modernen, weitgehend barrierefreien Bahnhöfen, zuverlässigerer Technik und besseren Voraussetzungen für einen stabilen Betrieb. Das ist ein umfangreiches Projekt, das wir gemeinsam mit dem Freistaat Schritt für Schritt umsetzen.“

Steffen Schütz, Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, betonte: „Eine attraktive Bahn braucht eine leistungsfähige Infrastruktur. Mit der Vereinbarung schaffen Freistaat und Deutsche Bahn Planungssicherheit für den weiteren Ausbau dieser wichtigen Verbindung in Nordthüringen. Moderne Bahnhöfe, zeitgemäße Stellwerkstechnik und die Voraussetzungen für den Einsatz batterieelektrischer Züge stärken den Schienenverkehr zwischen Erfurt und Nordhausen nachhaltig.“

Kern des Projekts ist die umfassende Erneuerung der Schieneninfrastruktur zwischen Sondershausen und Erfurt Nord. Insgesamt sind dutzende Kilometer neue Schienen, etwa 62.000 Schwellen und 34 Weichen vorgesehen. Hinzu kommen Arbeiten am Unterbau sowie die Modernisierung von Bahnübergängen und Ingenieurbauwerken wie Eisenbahnbrücken.

Außerdem ersetzen künftig acht neue Elektronische Stellwerke die heute noch vorhandenen mechanischen und elektromechanischen Anlagen. Damit schafft die DB die Grundlage für stabilere Betriebsabläufe und eine höhere Betriebsqualität.

Die DB modernisiert zudem zehn Bahnhöfe: Niederspier, Wasserthaleben, Greußen, Gangloffsömmern, Straußfurt, Ringleben-Gebesee, Walschleben, Kühnhausen, Erfurt-Gispersleben und Erfurt Nord. Die Bahnhöfe erhalten Bahnsteige mit einer Höhe von 55 Zentimetern über Schienenoberkante und einer Baulänge von 120 Metern einschließlich weitreichender Barrierefreiheit. Die Erneuerung der gesamten Beleuchtung sowie des taktilen Leitsystems gehört ebenfalls zu den Maßnahmen.

Ausbau in drei Etappen bis 2030

Um die Auswirkungen auf den Zugverkehr möglichst zu begrenzen, setzt die DB InfraGO das Projekt abschnittsweise um:

  • Der Ausbau zwischen Sondershausen und Greußen ist von Juli 2028 bis Oktober 2029 vorgesehen.
  • Die Abschnitte Greußen–Kühnhausen und Kühnhausen–Erfurt Nord folgen ab Oktober 2029.
  • Die Gesamtinbetriebnahme zwischen Sondershausen und Erfurt Nord ist für 2030 geplant.

Der Abschnitt Wolkramshausen–Sondershausen ist bereits seit 2022 modernisiert. Insgesamt umfasst das Ausbauprojekt zwischen Wolkramshausen und Erfurt Nord rund 67 Kilometer.

Der Streckenausbau schafft zugleich Voraussetzungen für den Einsatz batterieelektrischer Fahrzeuge. Auf dem Abschnitt Straußfurt–Erfurt Nord ist die Betriebsaufnahme ab Dezember 2028 vorgesehen. Die neuen Fahrzeuge haben mehr Sitzplätze, barrierefreie Einstiege, WLAN, Videoüberwachung und großflächige elektronische Fahrgastinformationen. Es wird separate Bereiche für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen geben.