Neues Brückenbauwerk Sellerhausen-Stünz geht pünktlich in Betrieb

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03. Oktober 2026, 08:45 Uhr
Leipzig
Inbetriebnahme am 3. Oktober 2026 • Meilenstein für den Leipziger Eisenbahnknoten • Entscheidender Schritt für die Wiederinbetriebnahme des östlichen Leipziger Güterrings • Abschluss der Arbeiten bis Ende 2026 geplant

Das neue Brückenbauwerk Leipzig-Sellerhausen-Stünz ist am heutigen 3. Oktober pünktlich in Betrieb gegangen. Seit dem frühen Morgen rollen Züge über die neue Brücke. Künftig führt das Bauwerk die Strecke Leipzig Anger-Crottendorf – Leipzig-Heiterblick über die Strecken Leipzig–Dresden und Leipzig–Geithain.

Projektleiter Bastian Rülicke, DB InfraGO: „Damit haben wir gemeinsam einen entscheidenden Meilenstein für das Kreuzungsbauwerk Sellerhausen-Stünz abgeschlossen. Das neue Kreuzungsbauwerk schafft die Voraussetzung für die Wiederinbetriebnahme des östlichen Leipziger Güterrings. Mit der pünktlichen Inbetriebnahme am 3. Oktober erreichen wir nun die nächste wichtige Etappe für eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur im Leipziger Osten.“

Ein technisch anspruchsvolles Präzisionsmanöver hatte zuvor die Voraussetzungen dafür geschaffen:  Am 31. Juli 2026 wurde der rund 850 Tonnen schwere Überbau mithilfe von vier sogenannten Self-Propelled Modular Transportern – Modulfahrzeugen - über eine Strecke von rund 100 Metern gefahren. Nach knapp zwei Stunden erreichte die zuvor seitlich montierte Fachwerkbrücke millimetergenau ihre endgültige Position über den Gleisen.

Rückblick: Präzisionsarbeit unter hohem Zeitdruck

Der erfolgreichen Inbetriebnahme ging eine rund zehnmonatige Bauzeit voraus. Nach dem Abbruch des alten Bauwerks Mitte Januar 2026 begannen bereits im März die Vorbereitungen für das Aufstellen der Traggerüstkonstruktion. Anschließend wurde die neue Fachwerkbrücke parallel zum Gleis errichtet, bevor sie in ihre endgültige Lage verschoben wurde. Besonders intensiv war die Bauphase im Sommer: Während der zweiwöchigen Sperrpause Ende Juli arbeiteten die Bauteams im Bereich der Wurzener Straße rund um die Uhr an den Anlagen. Dazu gehörten der Rückbau bestehender Gleisanlagen, das Einfahren des Brückenüberbaus am 31. Juli  sowie der anschließende Wiederaufbau der Gleise. Danach wurden Erdplanum und Schotteraufbau hergestellt, die Gleise neu verlegt und mit einer Stopfmaschine exakt ausgerichtet. Parallel liefen Arbeiten an Signaltechnik und Oberleitungen sowie der Einbau der Brückenlager und die Vorbereitungen zum Einbau der Festen Fahrbahn. Das enge Zusammenspiel von Planung, Baustellenlogistik und die professionelle Umsetzung in allen beteiligten Gewerken schuf die Voraussetzungen dafür, dass die Züge nun planmäßig über das neue Kreuzungsbauwerk rollen.

Hintergrund

Die neue Brücke prägt bereits das Bild entlang der Wurzener Straße. Das Kreuzungsbauwerk ersetzt die bisherige Eisenbahnbrücke im Stadtteil Leipzig-Sellerhausen-Stünz.  Die stützenfreie Fachwerkkonstruktion mit Stahlverbundfahrbahn ist langfristig auf die technischen und betrieblichen Anforderungen eines leistungsfähigen Bahnverkehrs ausgelegt. Ihre Inbetriebnahme ist zugleich ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Wiederinbetriebnahme des östlichen Leipziger Güterrings. Das Projekt Kreuzungsbauwerk Sellerhausen-Stünz ist eine von drei Großbaustellen der DB InfraGO im Stadtgebiet von Leipzig. Zu den weiteren zentralen Projekten zählen die Eisenbahnüberführungen in der Pittler-/Linkelstraße sowie die Arbeiten am Komplex Wiederitzsch.