Artikel: Fahrplan 2027: stabile Preise, neue Sprinter, mehr europäische Verbindungen
Die Deutsche Bahn (DB) bietet im Fahrplan 2027 neue Verbindungen und mehr Fahrten ins Ausland an. Die Preise bleiben stabil. Pendler und Reisende, die als Gruppe mit der Bahn fahren, profitieren dabei von neuen günstigen Konditionen. Bereits Anfang Oktober hatte die DB angekündigt, das Familienticket dauerhaft einzuführen. Der Fahrplan 2027 tritt am 13. Dezember in Kraft. Tickets sind ab dem 14. Oktober über bahn.de, den DB Navigator sowie in Reisezentren und Agenturen erhältlich.
„In Zeiten teurer Kraftstoffe bleibt die Bahn eine gute und günstige Alternative zu Auto und Flugzeug. Der Fahrplan 2027 ist ein starkes Angebot für alle. Wir bieten schnelle Sprinter zwischen den Metropolen, Fernverkehr bis in die Fläche und mehr Verbindungen nach Europa“, sagt Michael Peterson, DB-Vorstand Personenfernverkehr.
Weitere ICE-Sprinter Stuttgart–Nürnberg–Berlin im Vier-Stunden-Takt
Künftig fahren vier weitere Sprinter: In Nürnberg auch um 12.57 und 16.57 Uhr aus Stuttgart nach Berlin sowie um 11.01 und 15.03 Uhr von Berlin nach Stuttgart. Diese neuen Fahrten ergänzen das schon bestehende Sprinter-Angebot morgens via Nürnberg (8.57 Uhr) nonstop nach Berlin, abends retour mit Abfahrt Nürnberg um 19.01 Uhr nach Stuttgart. Die Fahrzeit ab Nürnberg nach Stuttgart beträgt knapp 2 Stunden, nach Berlin rund 2 ¾ Stunden. Die neuen Sprinter schließen dabei in Nürnberg auch eine bisherige Angebotslücke (etwa zur vollen Stunde um 13 und 17 Uhr) nach Berlin z.B. für Anschlüsse aus der Region.
Neue schnelle Linie München–Innsbruck–Rom/Mailand
Nach erfolgter Zulassung der Frecciarossa-Züge bieten DB, Trenitalia und ÖBB in Kooperation ab Sommer 2027 schnelle Direktfahrten ab München via Innsbruck nach Italien an. Zunächst verkehrt jeweils ein Fahrtenpaar morgens von Rom und Mailand und nachmittags retour. So erreichen Reisende ab München (Abfahrt um 14.32 Uhr) z.B. Verona (19.43 Uhr), Bologna (20.44 Uhr), Florenz (21.24 Uhr) und Rom (23.10 Uhr). Um 16.32 Uhr geht es aus der bayerischen Landeshauptstadt z.B. nach Verona (21.43 Uhr) und Mailand (23.05 Uhr).
Schneller und am Wochenende zusätzlich nach Straßburg und Paris
München und Augsburg profitieren von einer zusätzlichen Direktverbindung am Wochenende: einem TGV morgens aus Paris (7.42 Uhr) und Straßburg (9.35 Uhr) nach Augsburg (12.51 Uhr) und München (13.27 Uhr), nachmittags in der Gegenrichtung um 14.29 Uhr ab München und 15.17 Uhr ab Augsburg nach Straßburg (an 18.15 Uhr) und Paris (20.06 Uhr).
Rund 30 Minuten schneller wird die erste TGV-Fahrt täglich z.B. aus München (6.51 Uhr) und Augsburg (7.20 Uhr) nach Straßburg und Paris (12.07 Uhr), weil diese künftig auch über die Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm verkehren kann.
Zusätzliche Direktverbindung via Nürnberg nach/von Wien
Nach erfolgter Korridorsanierung zwischen Nürnberg und Passau werden ab 19. Dezember 2026 wieder die schnellen Direktverbindungen nach Linz und Wien angeboten. Hinzu kommt eine zusätzliche Verbindung: Ein abendlicher ICE fährt neu von Sonntag bis Freitag weiter bis Linz (Ankunft 23.34 Uhr) und Wien (1.03 Uhr). Der ICE fährt z.B. ab Aschaffenburg (um 18.51 Uhr), Würzburg, Nürnberg (20.33 Uhr), Regensburg, Straubing, Plattling und Passau (22.31 Uhr). In der Gegenrichtung fährt ein ICE von Montag bis Samstag neu auch frühmorgens aus Wien (4.57 Uhr) und Linz (6.26 Uhr) z.B. nach Passau (an 7.29 Uhr), Plattling, Straubing, Regensburg, Nürnberg (9.29 Uhr) und Würzburg. Damit gibt es die zehnte Direktverbindung zwischen Nürnberg und Wien.
Neue ICE-Halte am Abend in Straubing
In Straubing wurden die Bahnsteige modernisiert. Dort hält zukünftig neu um 21.45 Uhr und 0.01 Uhr je ein ICE aus NRW, Frankfurt, Würzburg und Nürnberg. Damit halten in Straubing insgesamt sechs ICE-Fahrten am Tagesrand. Andere ICE-Züge in der Tagesmitte können weiterhin nur den Knoten Plattling bedienen.
Von Lindau mit dem ICE nach Frankfurt und Tirol
Nachdem 2026 der Railjet Frankfurt–Stuttgart–Lindau–Landeck–Innsbruck entfallen musste, fährt auf dieser Achse am Wochenende künftig ein ICE je Richtung zumindest wieder bis Landeck-Zams: frühmorgens ab Frankfurt (6.11 Uhr) bzw. samstags auch ab Köln z.B. via Heidelberg, Stuttgart (7.57 Uhr) und Ulm nach Lindau-Reutin (an 10.28 Uhr), Bregenz und Landeck-Zams (13.07 Uhr). In der Gegenrichtung geht es am Wochenende um 14.50 Uhr ab Landeck-Zams via Lindau (17.25 Uhr) nach Stuttgart (an 19.59 Uhr), Heidelberg und Frankfurt (21.56 Uhr) bzw. sonntags bis Köln (23.40 Uhr). Baubedingt können die ICE nur bis 4. April an den Bodensee fahren. Danach sowie unter der Woche fährt das ICE-Zugpaar (Hin- und Rückfahrt) ab Ulm stattdessen via Günzburg mit Abfahrt um 9.11 Uhr nach bzw. Ankunft um 18.46 Uhr aus München.
Das ICE-Zugpaar aus Dortmund via Frankfurt Flughafen, Mannheim, Stuttgart und Lindau fährt weiterhin täglich und bis Innsbruck. Baubedingt kann dieses Zugpaar nicht vom 15. Mai bis 10. Juli sowie ab dem 22.August 2027 fahren.
Umsteigefreier ICE via Kassel nach Westfalen
Reisende können wieder schnell und umsteigefrei von München (13.55 Uhr), Nürnberg (15.03 Uhr) und Würzburg (15.58 Uhr) z.B. nach Paderborn, Lippstadt, Soest, Hamm, Dortmund und Köln fahren – zwischen Nürnberg und Hamm in 3 ¾ Stunden. Der morgendliche ICE aus Westfalen erreicht Würzburg um 11.58 Uhr, Nürnberg um 12.53 Uhr und München um 14.02 Uhr. Diese Verbindungen konnten im Fahrplan 2026 baubedingt nicht angeboten werden.
ICE nach Innsbruck wieder ganzjährig via Würzburg und Ansbach
Ein täglicher touristischer ICE über Donauwörth, Augsburg, München und Rosenheim nach Innsbruck fährt wieder ganzjährig ab Hannover über Würzburg (16.42 Uhr) und Ansbach (17.35 Uhr). In der Gegenrichtung hält der ICE aus Innsbruck nach Hannover neu wieder in Ansbach (12.24 Uhr) und Würzburg (13.17 Uhr). Aufgrund von Bauarbeiten ist dieses ICE-Zugpaar beinahe im gesamten Jahr 2026 stattdessen ab Berlin via Erfurt und Nürnberg gefahren.
Am Wochenende fährt ein weiteres ICE-Zugpaar neu ganzjährig statt wie bisher nur während der Saison in die Urlaubsregionen Tirols: freitags aus Hannover z.B. um 11.57 Uhr ab Würzburg, 13.52 Uhr ab Augsburg und 14.32 Uhr ab München Ost weiter bis nach Rosenheim, Wörgl, Innsbruck (16.15 Uhr), Ötztal, St. Anton am Arlberg und Feldkirch (19.08 Uhr). In der Gegenrichtung geht es sonntags um 11.20 Uhr ab Feldkirch über Innsbruck (13.44 Uhr) nach München Ost (an 15.34 Uhr), Augsburg (16.11 Uhr), Würzburg (18.00 Uhr) und bis nach Hannover.
Temporäre Baueinschränkungen
Auch 2027 wird auf der Schiene auf Rekordniveau gebaut. Die Angebotseinschränkungen während der Baumaßnahmen minimiert die DB durch bestmögliche Ersatzkonzepte. Trotzdem sind leider immer wieder temporär veränderte Ziele, längere Fahrzeiten und reduzierte Verbindungen nicht zu vermeiden. Für die größten Baustellen ist das veränderte Angebot zum Buchungsstart bereits in der Fahrplanauskunft berücksichtigt.
So können z.B. DB und ÖBB vom 8. Februar bis zum 9. Juli zwischen München und Salzburg wegen der Streckensanierung statt eines Fernzuges jede Stunde nur noch insgesamt drei EC-Fahrten pro Tag und Richtung via Mühldorf anbieten. Die zweistündlichen Railjet-Züge München–Wien–Budapest fahren dann via Passau (mit Halt) statt über Salzburg. Zwischen München und Graz können nur noch zwei EC-Fahrtenpaare via Wörgl statt Salzburg verkehren.
Das ICE-Angebot ab Augsburg und Donauwörth via Nürnberg nach Berlin muss ab 5. Februar zunächst um eine auf sieben Fahrten pro Tag und Richtung reduziert werden. Wegen einer Baustelle zwischen Nürnberg und Treuchtlingen können ab Mai nur noch zwei ICE-Fahrtenpaare nach/von Berlin ohne Halt in Nürnberg verkehren sowie ein Fahrtenpaar bis Nürnberg. Von 16. Oktober bis 11. Dezember kann nur noch das eine Fahrtenpaar nach/von Nürnberg angeboten werden.
Ab 13. August müssen zwischen Frankfurt und Nürnberg täglich acht ICE-Fahrten entfallen, davon auch zwei von/nach Passau. Somit verbleiben allerdings mindestens stündliche ICE-Fahrten zwischen Frankfurt und Nürnberg sowie zehn Direktverbindungen Frankfurt–Passau (neben den Umsteigeverbindungen).
Verbesserte Angebote für Familien, Gruppen und Pendler
Die DB führt das im Sommer erfolgreich gestartete DB Familienticket dauerhaft ein. Ab dem 26. Oktober ist es wieder buchbar, erster Reisetag ist der 1. November. Für 99,99 Euro können bis zu fünf Personen deutschlandweit mit dem Fernverkehr in der 2. Klasse hin und zurück reisen, die Sitzplatzreservierung ist bereits inklusive.
Auch Pendlerinnen und Pendler profitieren: Ab dem 21. Oktober werden Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abo um 25 Prozent günstiger. Zudem vereinfacht die DB ihr Zeitkartenangebot und bietet Streckenzeitkarten künftig ausschließlich ohne Abo an. Für Gruppenreisende werden die Online-Services erweitert. So können Gruppen den Sparpreis Gruppe nun für eine bessere Reiseplanung auch online für bis zu 14 Tage unverbindlich reservieren.