Artikel: Korridorsanierung Rosenheim–Salzburg: Fahrgäste bleiben dank eines umfassenden Verkehrskonzepts mobil
Während die Korridorsanierung zwischen Obertraubling und Passau seit dem 14. Juni auf Hochtouren läuft und am 12. Dezember endet, rückt der Baustart für den inzwischen dritten bayerischen Korridor näher. Die Sanierung der Strecke zwischen Rosenheim und Salzburg mit Vollsperrung im Abschnitt Rosenheim – Freilassing beginnt am 7. Februar abends und dauert bis zum 9. Juli 2027. Für die Fahrgäste kommt es in dem Zeitraum zu umfangreichen Änderungen im Regional- und Fernverkehr in Bayern. Die Fahrplandaten sind bereits größtenteils auf www.bahn.de sowie in der App DB Navigator und weiteren Auskunftsmedien abrufbar, sodass sich Reisende über mögliche Verbindungen informieren können.
Änderungen im Fern- und Güterverkehr
Im Fernverkehr fahren die Züge der Verbindung München – Wien (– Budapest) über Passau. Die Fahrzeit verlängert sich und der Halt in Salzburg entfällt. Fernverkehrszüge der Verbindung Frankfurt – Stuttgart – München – Klagenfurt/Graz entfallen auf dem Abschnitt zwischen München und Salzburg. Ersatzweise verkehren einzelne EC-Züge zwischen München und Salzburg über Mühldorf und zwischen München und Graz via Wörgl. Die NJ-Züge werden über Passau umgeleitet. Auch der Güterverkehr fährt über Umleitungsrouten.
Änderungen im Regionalverkehr
Für den Nahverkehr ergeben sich durch die Komplettsperrung zwischen Rosenheim und Freilassing ebenfalls umfangreiche Änderungen. Damit alle Fahrgäste weiter mit dem öffentlichen Verkehr an ihr Ziel kommen, hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in Abstimmung mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie mit DB InfraGO und den betroffenen Kommunen ein Konzept für einen leistungsstarken Ersatzverkehr erarbeitet. Mehr als 70 Busse ersetzen auf 9 Linien die entfallenden Nahverkehrsverbindungen auf der Schiene.
Zusätzlich besteht alle zwei Stunden eine schnelle Zugverbindung zwischen München und Freilassing bzw. Salzburg über Mühldorf. Dabei handelt es sich bei jeder dritten Verbindung um ein Fernverkehrsangebot, das nur mit einem Fernverkehrsticket genutzt werden kann. Alle anderen Züge sind im Regionalverkehr unterwegs und enden in Freilassing. In Freilassing können Fahrgäste zusätzliche Pendelzüge nach Salzburg nutzen.
Darüber hinaus gibt es auch auf einzelnen Strecken jenseits des Abschnittes Rosenheim – Salzburg Ersatzverkehr und Fahrplanänderungen, da Fern- und Güterzüge über andere Routen umgeleitet werden. Auf diesen Linien muss der Regionalverkehr ausgedünnt werden.
Detaillierte Informationen zum Verkehrskonzept stellt die BEG auf der Internetseite www.beg.bahnland-bayern.de/ersatzverkehr-korridorsanierung zur Verfügung. Ebenso bietet folgende DB-Seite einen ausführlichen Überblick zum Ersatzverkehr: bahn.de/ersatzverkehr-rosenheim-salzburg
Für die Ersatzverkehre während der Korridorsanierungen hat die DB einheitliche Qualitätsvorgaben sowie ein konsistentes Erscheinungsbild in der Farbe Verkehrspurpur definiert. Diese Standards kamen bereits bei der Sanierung zwischen Nürnberg und Regensburg zum Einsatz und werden aktuell auch bei der Sanierung zwischen Obertraubling und Passau genutzt. Dazu gehören unter anderem neuwertige, klimatisierte und barrierefrei zugängliche Fahrzeuge, die über WLAN und zum Teil über Toiletten an Bord verfügen.
Modernisierung von Gleisen, Oberleitung und Bahnhöfen
Bei der Korridorsanierung zwischen Rosenheim und Salzburg baut und erneuert die DB InfraGO entlang der 82 Kilometer langen Strecke zwischen Rosenheim und Freilassing unter anderem rund 40 Kilometer Gleise, über 40 Weichen und circa 100 Kilometer Oberleitungen oder setzt sie instand. Zudem werden vier Brücken, eine Stützwand, fünf Durchlässe und zwei Schwergewichtsmauern saniert. Außerdem modernisiert die DB InfraGO die Leit- und Sicherungstechnik. So werden fünf Stellwerke modernisiert und für das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS vorbereitet. Die Stellwerke Bad Endorf und Prien am Chiemsee werden zum Ende der Korridorsanierung in Betrieb genommen, die weiteren Stellwerke in Übersee, Traunstein und Teisendorf folgen im ersten Halbjahr 2028.
Nach der Sanierung profitieren die Fahrgäste von attraktiveren Stationen. Das Projektteam modernisiert neun Bahnhöfe zwischen Rosenheim und Freilassing nach einem ganzheitlichen und klaren Qualitätsstandard mit attraktiver Gestaltung. Dabei steht der barrierefreie Ausbau im Fokus. Ziel ist, die Aufenthaltsqualität für alle Reisenden und Gäste der Bahnhöfe zu steigern. Zu den Baumaßnahmen an den Bahnhöfen zählen unter anderem Bahnsteigerneuerungen an sechs Verkehrsstationen [Bad Endorf, Prien am Chiemsee, Bernau a Chiemsee, Übersee, Bergen (Oberbay), Teisendorf]. Ergänzend werden an drei Bahnhöfen [Übersee, Bergen (Oberbay), Teisendorf] Aufzüge installiert. Auch werden an diesen drei Stationen neue Personenunterführungen gebaut bzw. bestehende Unterführungen saniert. Kleinere Verschönerungsmaßnahmen finden in Traunstein, Rosenheim und Freilassing statt.
Infomobil tourt entlang der Strecke
Ab dem 19. Oktober tourt ein Infomobil entlang der Strecke zwischen Rosenheim und Salzburg und macht an zahlreichen Stationen Halt. Dort können sich Interessierte über die geplanten Baumaßnahmen und das Verkehrskonzept informieren. Weitere Informationen gibt es auf der Projekt-Internetseite: bahn.de/korridorsanierung-rosenheim-salzburg