Artikel: Weitere Arbeiten an Entwässerung erforderlich: Sperrung am Bahnhof Friedberg dauert über Mitte November hinaus
Die Bauarbeiten am Bahnhof Friedberg dauern weiter an. Die DB InfraGO kann die derzeit laufende Sperrung zwischen Augsburg-Hochzoll und Dasing nicht wie angekündigt Mitte November aufheben. Grund dafür sind weitere Erkenntnisse zu den Baugrund- und Entwässerungsverhältnissen im Bahnhof Friedberg. Ein neuer Termin für die Wiederaufnahme des Zugverkehrs ist aktuell in Prüfung. Sobald er feststeht, wird die DB InfraGO dazu kommunizieren.
Am Bahnhof Friedberg finden umfangreiche Bauarbeiten für eine Stabilisierung des Gleisuntergrunds, mehr Barrierefreiheit und ein neues elektronisches Stellwerk statt. Wie bereits im August berichtet, stellen die Baugrundverhältnisse vor Ort die Arbeiten vor besondere Herausforderungen. Seitdem wurden die vorhandenen Entwässerungssysteme und die Wasserverhältnisse im Untergrund intensiv untersucht und die Planungen mit Unterstützung weiterer Fachexperten angepasst. Leider hat sich dabei gezeigt, dass zusätzliche Wassermengen berücksichtigt werden müssen, die in der bisherigen Planung nicht ausreichend erkannt worden waren. Zudem musste festgestellt werden, dass bis in große Tiefen kein versickerungsfähiger Boden vorhanden ist. So ist zuletzt weiteres Schichtenwasser aufgetreten. Daher waren erneut Änderungen an der Entwässerungsplanung zwingend notwendig.
Um eine dauerhaft tragfähige Lösung zu schaffen, verfolgt die DB derzeit mehrere Ansätze parallel. Da die bisherige Ableitung von Grund- und Sickerwasser in die Friedberger Ach in der bisherigen Form nicht mehr möglich ist, muss das auftretende Wasser nun vor Ort versickert werden. Aktuell werden zusätzliche, bis zu 15 Meter tiefe Bohrungen durchgeführt, um genauer zu untersuchen, in welchen Bodenschichten das Wasser versickern kann. Gleichzeitig prüft die DB gemeinsam mit den zuständigen Behörden, der Stadt Friedberg und den Stadtwerken weitere Möglichkeiten zur Ableitung von Wasser.
Die Arbeiten an der Entwässerung haben unmittelbare Auswirkungen auf den weiteren Bauablauf. Aufgrund der engen Platzverhältnisse im Bahnhof müssen wesentliche Arbeiten nacheinander erfolgen. In einem rund 600 Meter langen Abschnitt liegen derzeit noch keine Gleise. Erst nach Abschluss der notwendigen Tiefbau- und Entwässerungsarbeiten können dort der Gleisbau und anschließend weitere Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik abgeschlossen werden.
Wann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden kann, hängt deshalb von mehreren aufeinander aufbauenden Schritten ab. Neben den erforderlichen Prüf- und Genehmigungsprozessen müssen die Tiefbau-, Gleis- und Stellwerksarbeiten abgeschlossen und anschließend die notwendigen Abnahmen und Inbetriebnahmearbeiten durchgeführt werden. Die DB wird daher erst dann einen neuen Termin nennen, wenn dieser auf Grundlage des weiteren Baufortschritts belastbar eingehalten werden kann.
Oberste Prämisse ist, schnellstmöglich wieder einen stabilen Zugverkehr auf der Paartalbahn zu ermöglichen. Das bedeutet, dass auch nach der Wiederinbetriebnahme der Strecke weitere Bauarbeiten in Friedberg stattfinden werden. Insbesondere die Arbeiten zum barrierefreien Ausbau und an den Bahnsteigen werden nachgelagert fertiggestellt werden müssen.
Markus Baumann, Leiter Portfolio Netz Augsburg, DB InfraGO: „Ich bedauere die großen Einschränkungen für unsere Kund:innen sehr und möchte mich dafür auch im Namen meines Teams entschuldigen. Wir wissen als tägliche Pendler, wie belastend die verlängerte Sperrung für viele Fahrgäste ist. Gleichzeitig erreichen wir nur dann eine dauerhaft stabile Lösung, wenn wir alle Baugrund- und Entwässerungsthemen vollständig im Griff haben. Wir arbeiten mit allen Beteiligten mit Hochdruck daran, die Strecke schnellstmöglich wieder für den Zugverkehr freigeben zu können.“
Ziel ist, dass der von der Bayerischen Regiobahn (BRB) eingerichtete Ersatzverkehr für die Dauer der Sperrung bestehen bleibt. Dazu steht die DB mit der BRB im Austausch. Im AVV-Raum kann zudem auf alternative Fahrtmöglichkeiten wie Straßenbahnen und Stadtbusse ausgewichen werden. BRB-Fahrkarten für den AVV werden anerkannt. Die Fahrgäste werden gebeten, sich in den Auskunftsmedien über die aktuellen Verbindungen und Fahrtzeiten zu informieren.