Deutschland-Barometer Depression

Artikel: Deutschland-Barometer Depression

20 Monate bis Menschen mit Depressionen sich Hilfe suchen

Im Schnitt vergehen 20 Monate, bis sich Menschen mit einer depressiven Erkrankung Hilfe suchen. Das zeigt das diesjährige 6. Deutschland-Barometer Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Seit 2017 führt die Stiftung, gefördert von der Deutschen Bahn Stiftung, eine jährliche Befragung zum Wissen und zu den Meinungen der Deutschen über Depressionen durch. Im Fokus dieses Jahr: Die Behandlungssituation.

Über alle befragten Betroffenen hinweg dauert es durchschnittlich 20 Monate, bis sich Menschen mit Depression Hilfe suchen. Dabei gibt es große Unterschiede: Ein Drittel aller Betroffenen sucht sich sofort Hilfe. Bei 65 % hat es hingegen länger gedauert, bis sie professionelle Unterstützung in Anspruch genommen haben.

  von

„Die Depression ist eine schwere, oft auch lebensbedrohliche Erkrankung. Dass ein großer Teil der Betroffenen Monate oder sogar Jahre braucht, um sich Hilfe zu suchen, ist besorgniserregend“, betont Prof. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Gründe dafür seien die für eine Depression typische Hoffnungslosigkeit und Antriebslosigkeit, aber auch Versorgungsengpässe und die immer noch bestehende Stigmatisierung psychischer Erkrankungen.

Die meisten Menschen wenden sich zunächst an einen:eine Hausarzt:Hausärztin (51 %), jeder:jede vierte Patient:in (25 %) geht direkt zum:zur Facharzt:Fachärztin und 19 % als erstes zum:zur Psychotherapeut:in.

Oft kommt es zu wochenlangen Wartezeiten, ehe eine Behandlung beginnt, teilweise dauert es bis zu 10 Wochen, bis ein Erstgespräch stattfindet. „Bei einer so leidvollen Erkrankung wie der Depression, die zudem mit hoher Suizidgefährdung einhergeht, sind so lange Wartezeiten nicht akzeptabel“, warnt Hegerl.

Informations- und Hilfsangebote für Menschen mit Depression