Reisen für alle – auf dem Weg zur barrierefreien Bahn

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Barrierefreies Reisen

Die DB baut den Service für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen aus

Artikel: Reisen für alle – auf dem Weg zur barrierefreien Bahn

Die DB baut den Service für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen rund um das Thema Reisen aus • Unterstützung bei Reiseplanung, Buchung, Ein- und Ausstieg in die Züge

Das Reisen mit der Bahn für alle möglich machen – an diesem Ziel arbeitet die Deutsche Bahn kontinuierlich. Auf dem Weg dorthin rüstet die DB ihre Bahnhöfe, Züge, Busse, Reisezentren, Fahrkartenautomaten und digitalen Plattformen barrierefrei aus und um.
 

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Die DB lässt sich zum Thema Barrierefreiheit von den Menschen beraten, die die Bedürfnisse von Mobilitätseingeschränkten am besten kennen: Menschen mit körperlichen, kognitiven oder Sinnesbehinderungen bringen ihre Expertise in der sogenannten Programmbegleitenden Arbeitsgruppe ein.

Klar ist: Es ist noch viel zu tun. Aber: Es passiert auch schon eine Menge.

Bei den Fahrzeugen: Eine Innovation ist zum Beispiel der ICE 3neo (BR 408), der seit Dezember 2022 im Einsatz ist und von dem die DB 90 Züge bestellt hat: Er verfügt über einen komplett neukonstruierten, verbesserten Hublift. Auch die beim spanischen Hersteller Talgo bestellten ICE-L-Züge setzen bei der Barrierefreiheit neue Maßstäbe: Die 79 beauftragten Fernverkehrszüge bieten einen besonders kundenfreundlichen stufenlosen Einstieg bei Bahnsteigen mit einer Höhe von 76 cm. Allgemein gilt: Seit rund zehn Jahren werden alle neuen Fernverkehrszüge mit fahrzeuggebundenen Einstiegshilfen zur Überbrückung der Höhenunterschiede zwischen Bahnsteig und Fahrzeugfußboden ausgestattet. Daneben gibt es noch weitere barrierefreie Ausstattungsmerkmale der Züge, wie zum Beispiel eine taktile Wegeleitung und Sitzplatznummern für blinde und sehbehinderte Reisende, höhenverstellbare Hubtische im Rollstuhlbereich oder großzügige Gepäckregale in Fußbodenhöhe.

Auch im Regionalverkehr sind ungefähr 80 Prozent der Fahrzeugflotte bereits barrierefrei, alternativ dazu werden fahrzeuggebundene Ein- und Ausstiegshilfen eingesetzt. Damit ist insbesondere bei den S-Bahnen ein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich.

An den Bahnhöfen: Mehr als 90 Prozent der Reisenden gelangen schon heute stufenlos bis zum Bahnsteig. 82 Prozent der rund 5.700 Bahnhöfe der DB sind stufenfrei über Gehwege, höhengleiche Gleisübergänge, lange Rampen oder Aufzüge erreichbar. Pro Jahr baut die DB rund 100 Bahnhöfe barrierefrei um, in Bahnsteigen gerechnet sogar bis zu 150. Ob ein Bahnhof stufenlos erreichbar ist oder der Aufzug funktioniert, erfahren Reisende in der App DB Bahnhof live bzw. auf der Webseite bahnhof.de. Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe geht kontinuierlich weiter. Im Jahr 2022 hat die DB unter anderem über 500 Stationen mit taktilen Handlaufschildern ausgestattet, mit deren Hilfe sich blinde und sehbehinderte Reisende orientieren können.

Wo noch Lücken in der barrierefreien Reisekette bestehen, helfen vor allem die Mitarbeitenden der Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ). Sie beraten bei der Planung einer barrierefreien Reise mit allen Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland. Erreichbar ist sie telefonisch unter 030 65212888, per E-Mail an msz@deutschebahn.com oder über bahn.de.

Im Jahr 2022 hat das Servicepersonal in den Bahnhöfen und in den Zügen der DB rund 680.000 Hilfeleistungen für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen geleistet.

  • Rund 1800 Mal pro Tag leistete das Servicepersonal im Jahr 2022 in Bahnhöfen und DB-Zügen Hilfe.

  • Mehr als 90 Prozent der Reisenden gelangen schon heute stufenlos bis zum Bahnsteig.

  • Etwa 100 Bahnhöfe baut die DB pro Jahr barrierefrei um. In Bahnsteigen gerechnet sogar bis zu 150.

  • Über 500 Stationen hat die DB im Jahr 2022 u. a. mit taktilen Handlaufschildern ausgestattet.

Was sind zum Beispiel die Herausforderungen für ältere Reisende oder für Menschen, die blind sind oder im Rollstuhl sitzen? In den folgenden Videos kommen drei Fahrgäste zu Wort, die auf ihrer alltäglichen Reise begleitet wurden.

Drei Filme aus Sicht der Reisenden:

Reisen im Rollstuhl

Täglich mehrere Male fährt Michael Ale Workneh mit der Bahn. Den kostenlosen Mobilitätsservice nutzt er dennoch nur selten. Selbständig und spontan von A nach B kommen, nicht auf Hilfe angewiesen zu sein, das ist für den 23-Jährigen sehr wichtig. Vor allem Treppen und Aufzüge sind dabei eine Herausforderung. „Ich würde mir wünschen, wenn auch die kleinen Bahnhöfe barrierefreier werden könnten“. Wie der Rollstuhlfahrer eine barrierefreie Reise mit der Deutschen Bahn plant und wieso er gerne Zug fährt, zeigt uns Workneh im Video.

Reisen als blinde Person

„Angebotene Unterstützung finde ich super!“ – Brigitte Buchsein nutzt gern die Umstiegshilfe der Deutschen Bahn. Als sehbehinderte Person freut sie sich außerdem über die vielen Apps, die ihr das regelmäßige Bahnfahren erleichtern. „Es hat sich viel in den letzten Jahren getan“, erzählt sie, beispielsweise die Bodenindikatoren an den Bahnhöfen oder taktile Platznummern in den Zügen. Begleiten Sie Brigitte Buchsein bei einem Tag durch unsere Züge und Bahnhöfe im Leben einer blinden Person.

Reisen als Senior

Heinz Hermann Hoops fährt – wann immer es geht – mit der Bahn. Gleis wechseln, Gepäck transportieren, in den Zug einsteigen – als älterer Mensch sind für ihn vermeintliche Kleinigkeiten der täglichen Reise eine Herausforderung. Auf die Bedürfnisse von Senior:innen sollte seiner Meinung nach mehr Rücksicht genommen werden. Wieso Bahnreisen für ihn trotzdem ein absoluter Genuss sind und Hoops sich über helfende Mitarbeitende und die persönliche Beratung im Reisezentrum freut, erzählt er uns auf der Reise zu seinen Enkelkindern.

Weiterführende Informationen 

Unser Themendienst Barrierefreiheit bietet umfassende und detaillierte Informationen für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen; zur Barrierefreiheit der Bahnhöfe, der Züge und den Bussen der DB sowie zu weiteren Serviceangeboten und Ermäßigungen.