Reisen für alle – auf dem Weg zur barrierefreien Bahn

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Barrierefreies Reisen

Die DB baut den Service für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen aus
Die DB baut den Service für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen rund um das Thema Reisen aus • Unterstützung bei Reiseplanung, Buchung, Ein- und Ausstieg in die Züge

Das Reisen mit der Bahn für alle möglich machen – an diesem Ziel arbeitet die Deutsche Bahn kontinuierlich. Wir haben in den letzten Jahren enorm viel getan, um Barrierefreiheit herzustellen. Die DB lässt sich zum Thema Barrierefreiheit von den Menschen beraten, die die Bedürfnisse von Mobilitätseingeschränkten am besten kennen: Menschen mit körperlichen, kognitiven oder Sinnesbehinderungen bringen ihre Expertise in der sogenannten Programmbegleitenden Arbeitsgruppe ein.Klar ist: Es gibt Nachholbedarf, aber: Es passiert auch schon eine Menge: Wir rüsten unsere Bahnhöfe, Züge, Busse, Reisezentren, Fahrkartenautomaten und digitalen Plattformen barrierefrei aus und um.

Galerie: Barrierefreiheit im Alltag

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Bei den Fahrzeugen: Auch bei der Neubeschaffung und Modernisierung von Zügen und Bussen ist die DB bestrebt, die barrierefreien Services weiterzuentwickeln und umzusetzen.

Aktuell sind rund 50 Prozent und bis 2030 mindestens zwei Drittel der Fahrzeuge im Fernverkehr (ICE und Intercity) mit fahrzeuggebundenen Einstiegshilfen oder niveaugleichem Einstieg ausgestattet. Das ermöglicht den Fahrgästen einen Ein- und Ausstieg zu jeder Uhrzeit - unabhängig vom Servicepersonal am Bahnhof.

Ein Beispiel ist der ICE 4, der seit Ende 2017 im Einsatz ist. Der ICE 4 verfügt in den Langversionen (12 bzw. 13 Wagen) über vier Rollstuhlplätze und in der siebenteiligen Version (zu Doppelzugeinheiten mit zwei Zugteilen kuppelbar) über jeweils zwei Rollstuhlplätze mit Hubtisch und Serviceruf, ein taktiles Leitsystem (u.a. taktile Fußbodenleisten und WC-Piktogramme), Haltestangen in längeren Gangbereichen sowie über eine verbesserte Trittstufen- und Innentürenkennzeichnung. Auch sind alle Sitze mit Haltegriffen und taktilen Sitzplatznummern an den Mittelgangplätzen ausgestattet. Zusätzlich bietet der ICE 4 Gepäckregale mit Stauraum auf Fußbodenniveau sowie moderne Fahrgastmonitore mit Informationen zum Reiseverlauf in Echtzeit. Die Monitore sind so platziert, dass die Informationen von fast allen Sitzplätzen aus direkt lesbar sind. Darüber hinaus ist der ICE 4 mit einer fahrzeuggebundenen Einstiegshilfe (Hublift) ausgestattet.

Hervorzuheben ist hier auch der ICE L, der seit Dezember 2025 im Einsatz ist und als erster Hochgeschwindigkeitszug mit einem stufenlosen Einstieg überzeugt. Zunächst verkehrte der ICE L zwischen Berlin und Köln, seit dem 1. Mai 2026 auch zwischen Berlin, Hamburg und Westerland (Sylt) und damit erstmals auf einer touristischen Verbindung. Im Sommer folgt dann der Einsatz auf weiteren touristischen Verbindungen von Frankfurt (Main) über Gießen sowie von Köln über Münster nach Westerland (Sylt). Von Dortmund nach Oberstdorf geht es dann ebenfalls mit dem ICE L. Perspektivisch fährt der Zug auch nach Amsterdam, Kopenhagen und Wien, sobald alle hierfür notwendigen Voraussetzungen vorliegen.

Zunehmend werden auch auf internationalen Verbindungen, welche die DB in Kooperation mit europäischen Partnerbahnen anbietet, moderne Fahrzeuge mit fahrzeuggebundenen Einstiegshilfen oder niveaugleichen Einstiegen eingesetzt. So wurden beispielsweise 2024 neue Railjet-Züge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zwischen München und Innsbruck sowie weiter nach Norditalien in Betrieb genommen.    

Auch im Regionalverkehr sind ungefähr 80 Prozent der Fahrzeugflotte bereits barrierefrei, alternativ dazu werden fahrzeuggebundene Ein- und Ausstiegshilfen eingesetzt. Damit ist insbesondere bei den S-Bahnen ein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich.

Als größter Anbieter im Busverkehr in Deutschland betreibt der DB-Konzern über 6.000 eigene Busse, davon 94 Prozent Niederflurbusse.

An den Bahnhöfen: Pro Jahr baut die DB bis zu 150 Bahnsteige barrierefrei um. 89 Prozent aller Bahnsteige sind bereits über Gehwege, höhengleiche Gleisübergänge, lange Rampen oder Aufzüge stufenfrei zugänglich. Davon profitieren über 90 Prozent der Reisenden. Im Langzeitvergleich ist seit 2010 die Zahl der stufenfreien Bahnsteige von 78 Prozent auf 89 Prozent gestiegen. Die Zahl der Bahnsteige mit taktilem Blindenleitstreifen hat sich seit 2010 sogar um 31 Prozent erhöht.

Heute können sich blinde und sehbehinderte Reisende an rund 68 Prozent der Bahnsteige mit Hilfe eines taktilen Blindenleitstreifens orientieren. Die Ausstattung mit taktilen Handlaufschildern hat die DB innerhalb der letzten fünf Jahre um rund 72 Prozent gesteigert. Der Ausbau geht kontinuierlich weiter.

2026 investieren wir rund 4 Milliarden Euro und modernisieren so mehr als 1.000 Stationen. In den nächsten fünf Jahren werden es mehr als 20 Milliarden Euro Investitionen sein. Und wir werden die Investitionen in der Zukunft nochmal steigern. Beispiel: 2026 bauen wir bundesweit 450 neue Aufzüge, Fahrtreppen und Rampen. Jede Störung und jeder Ausfall ist ärgerlich für Reisende. Viele Systeme sind aber redundant. Wenn eine Rolltreppe ausfällt, ist meist noch ein Aufzug vorhanden.

Ob ein Bahnhof stufenlos erreichbar ist oder der Aufzug funktioniert, erfahren Reisende auf der Webseite bahnhof.de. Wo noch Lücken in der barrierefreien Reisekette bestehen, helfen vor allem die Mitarbeitenden der Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ). Sie beraten bei der Planung einer barrierefreien Reise mit allen Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland. Erreichbar ist sie täglich telefonisch unter 030 65212888, per E-Mail an msz@deutschebahn.com oder über bahn.de. Im Jahr 2025 hat das Servicepersonal in den Bahnhöfen 647.000 Hilfeleistungen für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen geleistet. 1.850 Mal pro Tag leistete das Servicepersonal im Jahr 2025 in DB-Zügen Hilfe.

  • Rund 1850 Mal pro Tag leistete das Servicepersonal im Jahr 2025 in DB-Zügen Hilfe.
  • Mehr als 90 Prozent der Reisenden gelangen schon heute stufenlos bis zum Bahnsteig.
  • Etwa 150 Bahnsteige baut die DB pro Jahr barrierefrei um.
  • Rund 80 Prozent der Bahnsteige sind mit taktilen Handlaufschildern ausgestattet.

Was sind zum Beispiel die Herausforderungen für ältere Reisende oder für Menschen, die blind sind oder im Rollstuhl sitzen? In den folgenden Videos kommen drei Fahrgäste zu Wort, die auf ihrer alltäglichen Reise begleitet wurden.

Drei Filme aus Sicht der Reisenden:

Reisen im Rollstuhl

Täglich mehrere Male fährt Michael Ale Workneh mit der Bahn. Den kostenlosen Mobilitätsservice nutzt er dennoch nur selten. Selbständig und spontan von A nach B kommen, nicht auf Hilfe angewiesen zu sein, das ist für den 23-Jährigen sehr wichtig. Vor allem Treppen und Aufzüge sind dabei eine Herausforderung. „Ich würde mir wünschen, wenn auch die kleinen Bahnhöfe barrierefreier werden könnten“. Wie der Rollstuhlfahrer eine barrierefreie Reise mit der Deutschen Bahn plant und wieso er gerne Zug fährt, zeigt uns Workneh im Video.

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Reisen als blinde Person

„Angebotene Unterstützung finde ich super!“ – Brigitte Buchsein nutzt gern die Umstiegshilfe der Deutschen Bahn. Als sehbehinderte Person freut sie sich außerdem über die vielen Apps, die ihr das regelmäßige Bahnfahren erleichtern. „Es hat sich viel in den letzten Jahren getan“, erzählt sie, beispielsweise die Bodenindikatoren an den Bahnhöfen oder taktile Platznummern in den Zügen. Begleiten Sie Brigitte Buchsein bei einem Tag durch unsere Züge und Bahnhöfe im Leben einer blinden Person.

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Reisen als Senior

Heinz Hermann Hoops fährt – wann immer es geht – mit der Bahn. Gleis wechseln, Gepäck transportieren, in den Zug einsteigen – als älterer Mensch sind für ihn vermeintliche Kleinigkeiten der täglichen Reise eine Herausforderung. Auf die Bedürfnisse von Senior:innen sollte seiner Meinung nach mehr Rücksicht genommen werden. Wieso Bahnreisen für ihn trotzdem ein absoluter Genuss sind und Hoops sich über helfende Mitarbeitende und die persönliche Beratung im Reisezentrum freut, erzählt er uns auf der Reise zu seinen Enkelkindern.

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