Starke Schiene: DB auf Kurs zur Klimaneutralität

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Starke Schiene: DB auf Kurs zur Klimaneutralität

Ökostrom-Anteil im Bahnstrom wächst rasant: 57 Prozent 2018, 100 Prozent bis 2038 • 15 größte Bahnhöfe in Deutschland seit Januar grün

Deutschland braucht eine starke grüne Schiene. Denn kein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn. Diesen Umweltvorteil baut die DB konsequent aus und schärft dabei von Jahr zu Jahr weiter ihre Zielsetzungen. Bis 2030 peilt das Unternehmen die Halbierung der spezifischen CO2-Emissionen über alle weltweiten Verkehre im Vergleich zu 2006 an und hebt den Anteil erneuerbarer Energien am Bahnstrommix auf 80 Prozent an. Bis 2038 stellt die DB den Bahnstrom sogar vollständig auf 100 Prozent Ökostrom um. 2050 wird die Deutsche Bahn klimaneutral.

Dr. Richard Lutz, DB-Vorstandsvorsitzender: "Die Schiene ist elementar für den Klimaschutz in Deutschland."

Klima- und Umweltschutz ist in der neuen Strategie "Starke Schiene" als eines der wichtigsten Unternehmensziele verankert. Bis 2030 soll der Anteil an erneuerbaren Energien im DB-Bahnstrommix auf 80 Prozent ansteigen und bereits im Jahr 2038 wird das Unternehmen zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren. Bereits 2018 speiste das Unternehmen 57 Prozent Ökostrom in das Netz ein. Seit dem 1. Januar 2018 sind alle Reisenden im DB Fernverkehr mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs.

Mehr Ökostrom und weniger CO2 – darauf zielt auch das Angebot „EcoPlus“ von DB Cargo. Kunden können ihre Transporte auf der Schiene mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien durchführen lassen. DB Cargo und auch DB Regio werden in den nächsten Jahren in ihren Bereichen weiter in Ökostrom investieren.

Die DB ist heute der größte Ökostromverbraucher in Deutschland. In den kommenden Jahren wird das Unternehmen rund 50 Millionen Euro zusätzlich in den aktiven Klimaschutz investieren. 

DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz

DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz: „Wir verbessern kontinuierlich die eigenen Prozesse und unterstützen unsere Kunden im Personenverkehr und im Güterverkehr dabei, ihren CO₂-Fußabdruck weiter zu verringern. Ich bin fest davon überzeugt: Als umweltfreundlichster Verkehrsträger ist die Schiene heute und in Zukunft elementar für besseren Klimaschutz in Deutschland. Als DB nehmen wir den Auftrag an, das System Schiene stark und attraktiv zu machen." 



DB-Bahnstrommix










Die 15 größten Bahnhöfe sind grün

DB Station&Service baut den Anteil erneuerbarer Energie aus: Schon heute werden die 15 meist frequentierten Verkehrsstationen in Deutschland mit Ökostrom versorgt. Rund 4,26 Millionen Menschen besuchen täglich diese 15 Bahnhöfe, darunter sechs Stationen in Berlin, die Hauptbahnhöfe von Hamburg, Köln und Frankfurt (Main) sowie in München die Stationen Hauptbahnhof und Marienplatz.

Das ist grün bei der Deutschen Bahn: Unseren aktuellen Themendienst mit weiteren Informationen rund um das Thema Klimaschutz finden Sie hier:  

Mehr zum energiesparenden Fahren bei der DB finden Sie in diesem Themendienst:

Lärmschutz: 85 Prozent der Cargo-Flotte auf leisen Sohlen

Ein leiser Güterverkehr ist eine Grundvoraussetzung für die Verlagerung von der Straße auf die klimafreundliche Schiene. Ein zentrales Unternehmensziel ist daher die Reduzierung des Schienenverkehrslärms, die auf zwei Säulen fußt: 

  • Die Umrüstung von Güterwagen auf so genannte Flüsterbremsen.
  • Die Lärmsanierung an Strecken – mit Schutzwänden und Schallschutzfenstern.

Parallel werden neue Techniken an Fahrzeugen und an den Gleisen entwickelt, die künftig noch besser gegen Schienenlärm schützen werden.

Bund und Deutsche Bahn haben seit 1999 – in den zurückliegenden 20 Jahren - über 1,4 Milliarden Euro in Schallschutzwände und Lärmschutzmaßnahmen in Wohnungen investiert.

Schwerpunkte bei der Lärmsanierung

Allein 2018 wurden rund 100 Millionen Euro in Lärmschutz an den bestehen Strecken investiert. 45 Kilometer Schallschutzwände wurden 2018 errichtet und über 2.200 Wohnungen mit Lärmschutzmaßnahmen ausgestattet. An rund 1.800 Streckenkilometern ist es seit Beginn des freiwilligen Lärmsanierungsprogramm des Bundes für die Anwohner ruhiger geworden. 60.600 Wohnungen haben von Lärmschutzmaßnahmen profitiert.

Derzeit rollen bei der Deutschen Bahn bereits 85 Prozent der Gesamtflotte von DB Cargo auf leisen Sohlen durch Deutschland. Konkret heißt das, rund 53.000 DB-Güterwagen sind aktuell mit der sogenannten Flüsterbremse umgerüstet. Rund 10 Dezibel weniger Lärm geht so vom vorbeifahrenden Zug aus. Dies entspricht einer Halbierung des wahrgenommenen Rollgeräusches.



Andreas Gehlhaar, Leiter Umwelt und Lärmschutzbeauftragter der DB

„Im Mittelpunkt unserer Strategie für mehr Lärmschutz steht die Entlastung der Menschen, die entlang der Strecken leben. Deshalb werden wir unser Versprechen einlösen und bis 2020 den Lärm an Bahnstrecken halbieren. Das ist gleichzeitig ein aktiver Beitrag für den Klimaschutz. In Deutschland soll mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene, und dafür brauchen wir die Akzeptanz der Menschen“ 

Andreas Gehlhaar, 
Leiter Umwelt & Lärmschutzbeauftragter der DB


O-Ton Andreas Gehlhaar zu Maßnahmen beim Lärmschutz 2018

O-Ton Andreas Gehlhaar zu Zielen der DB beim Lärmschutz

O-Ton Andreas Gehlhaar zur Bedeutung des Lärmschutzes für die DB







Maßnahmen zum Lärmschutz


Arten- und Naturschutz

Hunderte seltener Tierarten leben entlang von Gleisen und DB-Anlagen, da sie andernorts keinen Lebensraum mehr finden. Die Deutsche Bahn engagiert sich, um diese Artenvielfalt zu schützen, indem sie beim Bau oder Betrieb von Bahnanlagen den Eingriff in die Natur so gering wie möglich hält. Umweltexperten der DB kümmern sich um Zauneidechsen, Schlingnattern, Fledermäuse, Kraniche, Wildpferde oder Wildbienen.

Naturschutz von Anfang an

In Deutschland stehen über 470 Tiere und Pflanzen unter strengem Artenschutz. Viele davon, wie die Zauneidechsen oder Fledermausarten wie das Große Mausohr, siedeln sich gerade an Bahnstrecken oder in ungenutzten Gebäuden an. Eingriffe in die Natur beim Bau oder bei der Instandhaltung der Infrastruktur will die DB möglichst vermeiden. Dort wo Eingriffe unvermeidbar sind, ist es uns besonders wichtig, einen wirksamen Ausgleich oder Ersatz zu schaffen. 

Die DB will mehr tun als die rechtlichen Vorschriften einzuhalten. Daher hat sie im Naturschutz Themenfelder definiert, an denen in den nächsten Jahren verstärkt gearbeitet wird. 

Vogelschutz an Bahnanlagen 

Wenn Vögel mit beiden Flügeln die spannungsführenden Teile von Oberleitungsanlagen und den geerdeten Masten überbrücken, kann es zu einem Kurzschluss kommen. Jährlich kommt es so zu rund 3.700 Störfällen, davon sind 93 Prozent auf Tauben und Rabenvögel zurückzuführen. Weitere rund 7 Prozent entfallen auf kleine Säugetiere wie Eichhörnchen und Marder. Zum Wohle der Vögel und um Störungen zu vermeiden, will die DB den Vogelschutz an den Oberleitungen verbessern. Neue Anlagen werden von Anfang an so gestaltet, dass Vögel vor Stromschlägen geschützt werden.

Nachhaltige und ökologische Vegetationskontrolle

Eine umweltfreundliche Vegetationskontrolle gehört zu den Schwerpunkten der neuen Strategie "Starke Schiene". Die Vegetationskontrolle entlang der Bahngleise muss regelmäßig durchgeführt werden, damit Signale und Stromleitungen nicht zuwachsen oder schadhafte Bäume auf die Gleise stürzen. Aktuell beschäftigt sich die DB mit der Frage, wie die Vegetationskontrolle noch nachhaltiger durchgeführt werden kann, beispielsweise indem durch den Rückschnitt von Bäumen eine Verbindung zu angrenzenden Biotopflächen geschaffen wird. Geschützte Arten, wie die Zauneidechse, können so einfacher von Fläche zu Fläche wandern und sich neue Lebensräume erschließen. 

Zudem wird die DB im Jahr 2020 den Einsatz von Glyphosat um die Hälfte reduzieren. Weite Teile des Streckennetzes werden ab 2020 nicht mehr mit dem Herbizid behandelt. Anstelle der chemischen Vegetationspflege setzt die DB künftig verstärkt auf mechanisch-manuelle Verfahren, um den Gleisbereich von Bewuchs frei zu halten und damit einen sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten.

Bereits seit einigen Jahren arbeitet die DB daran, wirksame Alternativen zu Glyphosat zu entwickeln. Geprüft werden derzeit mögliche Verfahren auf Basis des Einsatzes von Heißwasser, elektrischem Strom und UV-C-Licht

Digitale Landkarte zeigt Berührungen mit Schutzgebieten

Über 33.000 km lang ist das Streckennetz der DB. Überschneidungen mit Schutzgebieten sind da keine Seltenheit. So führen beispielsweise knapp 8.000 km Bahnstrecke durch oder entlang von Landschaftsschutzgebieten. Hier muss die DB bei der Planung von Ausbau- und Instandhaltungsmaßnahmen spezielle Auflagen beachten.

Daher nutzt die DB geografische Informationssysteme (GIS), um Berührungspunkte zwischen Natur und Eisenbahntrassen sowie DB-Flächen zu ermitteln. In den Systemen sind die Bahnstrecken und -flächen sowie alle digital verfügbaren Schutzgebiete Deutschlands hinterlegt. In einer digitalen Landkarte ist sofort zu erkennen, wo sich deutschlandweit Flächen der Deutschen Bahn und Schutzgebiete überlagern.
 

Wildnis Bahn: Der Arten- und Naturschutz bei der DB

Download Infografik Wildnis Bahn


Klimastudie bestätigt: DB muss sich gegen Klimawandel wappnen

Ergebnisse der Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Überblick:

  • Die Zahl der Witterungsextreme nimmt zu. 
  • Stürme verschieben sich teils in die grünere Jahreszeit. Bäume sind dann noch belaubt und bieten mehr Angriffsfläche.
  • Mehr Starkregen in Teilen Deutschlands. Infolgedessen kann es häufiger zu Hochwassern oder zum Unterspülen von Bahndämmen kommen.
  • Hitze nimmt zu, Kälte und Schnee werden weniger.

Infografik zum Download: Extremwetterlagen: Auswirkungen auf den Bahnbetrieb


Die DB reagiert auf die Studienergebnisse mit einer 5-Punkte-Strategie:

  • Vegetationsmanagement
  • Hitzeresistente Fahrzeuge
  • Widerstandsfähige Technik
  • Sicherungen gegen Starkregen
  • Weniger CO2-Emissionen