Auf bestem Weg zur Klimaneutralität: DB baut Spitzenposition als größter Ökostromnutzer aus

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Key Visual "Das ist grün."

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Auf bestem Weg zur Klimaneutralität: DB baut Spitzenposition als größter Ökostromnutzer aus

Ökostrom-Anteil im DB-Bahnstrom wächst weiter: größtes Grünstrompaket geschnürt • Sicherung von 780 Gigawattstunden Ökostrom durch neue Lieferverträge • 100 Prozent bis 2038

Deutschland braucht eine starke grüne Schiene. Denn kein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn. Diesen Umweltvorteil baut die DB konsequent aus und schärft dabei von Jahr zu Jahr weiter ihre Zielsetzungen. Bis 2030 peilt das Unternehmen die Halbierung der spezifischen CO2-Emissionen über alle weltweiten Verkehre im Vergleich zu 2006 an und hebt den Anteil erneuerbarer Energien am Bahnstrommix auf 80 Prozent an. Bis 2038 stellt die DB den Bahnstrom sogar vollständig auf 100 Prozent Ökostrom um. Einen neuen Meilenstein dorthin hat die DB Ende 2020 durch den Abschluss neuer Ökostromverträge gesetzt. 


Dr. Richard Lutz, DB-Vorstandsvorsitzender: „Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer komplett grünen Bahn. Wir übernehmen Verantwortung und machen das klimafreundlichste Verkehrsmittel noch grüner und attraktiver.“

Klimaschutz

Klima- und Umweltschutz ist in der Strategie "Starke Schiene" als eines der wichtigsten Unternehmensziele verankert. Als Vorreiter beim Klimaschutz wird die Deutsche Bahn bis 2038 zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren. Aktuell deckt die DB bereits rund 61 Prozent ihres Bedarfs mit erneuerbaren Energien - dieser Anteil liegt weiter über dem im öffentlichen Strommix. Mit dem Abschluss gleich drei neuer großer Lieferverträge sichert sich das Unternehmen rund 780 Gigawattstunden Ökostrom, schrittweise beginnend ab 2021. Der Ökostromzuwachs entspricht 23 Tagen, fast einem kompletten Monat klimaneutralen Bahnbetriebs. Der Strom stammt aus Sonnenenergie, Windkraft und Wasserkraft und sichert die geplanten Zuwächse an erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren. Der Konzern ist heute schon größter Ökostromnutzer in Deutschland und baut somit seine Vorreiterrolle im Klimaschutz weiter aus. 2050 wird die Deutsche Bahn klimaneutral.

DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz: „Das ist das größte grüne Bahnstrom-Paket in der Geschichte der DB und ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer komplett grünen Bahn. Wir übernehmen Verantwortung und machen das klimafreundlichste Verkehrsmittel so noch grüner und attraktiver. Die neuen Verträge sichern acht Prozent Grünstrom für die kommenden Jahre. Das allein bedeutet auch: Wir sparen 600.000 Tonnen CO2-Emissionen jährlich.“ 

DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz im O-Ton

Wie wird die DB konkret grüner?  

  • Ab 2021 beginnt die auf 30 Jahre angelegte Lieferung von Sonnenenergie aus dem gerade entstehenden Solarstrompark von Enerparc in Gaarz bei Plau am See. Die DB bezieht jährlich rund 80 Gigawattstunden Ökostrom aus der 90 Hektar großen Anlage in Mecklenburg-Vorpommern
  • Fast 440 Gigawattstunden Grünstrom werden ab 2023 aus dem Laufkraftwerk Egglfing-Obernberg im Inn an der Grenze zwischen Niederbayern und Österreich fließen. Der Vertrag mit der Verbund AG läuft über fünf Jahre.
  • Im Herbst 2024 kommen jährlich 260 Gigawattstunden aus Windenergie in den Bahnstrom hinzu. Dann startet der Windpark Amrumbank-West in der Nordsee den Betrieb. Die DB hat sich etwa ein Viertel der Leistung der 33 Quadratkilometer großen Offshore-Anlage nordwestlich von Helgoland gesichert. RWE und DB haben den Vertrag für 15 Jahre geschlossen.

Alle drei Grünstromverträge sind so genannte Power Purchase Agreements (PPA).

Die Deutsche Bahn hilft ihren Kunden, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Im Personenfernverkehr übernimmt die DB das mit 100 Prozent Ökostrom sozusagen gleich selbst für die Kunden: Denn seit Anfang 2018 sind alle Reisenden im DB Fernverkehr mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs. Auch die S-Bahnen Hamburg und Berlin sind komplett mit Grünstrom unterwegs, wie auch sechs Regionallinien in Baden-Württemberg.

Mehr Ökostrom und weniger CO2 – darauf zielt auch das Angebot „EcoPlus“ von DB Cargo. Kunden können ihre Transporte auf der Schiene mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien durchführen lassen. DB Cargo und auch DB Regio werden in den nächsten Jahren in ihren Bereichen weiter in Ökostrom investieren.

Allein für die Beschaffung von Ökostrom gibt die DB pro Jahr einen deutlichen dreistelligen Millonen-Euro-Betrag aus. 

Auch die Bahnhöfe der DB werden grüner durch den Ausbau erneuerbarer Energie: Unter den 33 Bahnhöfe mit 100 Prozent Ökostrom betriebenen Bahnhöfen sind die Zukunftsbahnhöfe sowie die 15 meist frequentierten Bahnhöfe. Über vier Millionen Menschen besuchen täglich diese 15 Bahnhöfe, darunter sechs Stationen in Berlin, die Hauptbahnhöfe von Hamburg, Köln und Frankfurt (Main) sowie in München die Stationen Hauptbahnhof und Marienplatz.

Wo immer es möglich ist, wird bei der Deutschen Bahn Energie und somit schädliches CO2 eingespart. Neben der Anwendung von Ökostrom, Einsatz moderner Fahrzeuge sowie einer verbesserten Auslastung, ist das energieeffiziente Fahren der DB Lokführer und Busfahrer ein wesentlicher Beitrag zur Energiereduktion. 


Vertiefende Informationen in unserem Themendienst 

Die Deutsche Bahn schont, schützt und schafft Naturraum 

Die Deutsche Bahn ist einer der größten Flächeneigentümer in Deutschland. Der damit verbundenen großen Verantwortung ist sich der Konzern bewusst. Entlang des 33.000 Kilometer langen Streckennetzes sowie rund um Stationen und Anlagen siedeln hunderte von seltenen Tier- und Pflanzenarten. Oft finden sie andernorts keinen Lebensraum mehr.

Der Konzern engagiert sich, um diese Artenvielfalt zu schützen, indem er beim Bau und Betrieb von Bahnanlagen den Eingriff in die Natur so gering wie möglich hält: Bahnanlagen und Strecken werden naturschutzgerecht geplant, gebaut, betrieben und instandgehalten. Wo Eingriffe in die Natur unvermeidbar sind, schafft die DB einen wirksamen Ausgleich oder Ersatz von Refugien. Umweltexperten der DB kümmern sich um Zauneidechsen, Schlingnattern, Fledermäuse, Kraniche, Wildpferde oder Wildbienen. Deutschlandweit betreut die DB seit 2010 über 32.000 Projekte im Natur- und Artenschutz. 


Naturschutz von Anfang an

In Deutschland stehen über 470 Tiere und Pflanzen unter strengem Artenschutz. Viele davon, wie die Schlingnattern, oder Fledermausarten wie das Große Mausohr, siedeln sich gerade an Bahnstrecken oder in ungenutzten Gebäuden an. Was tut die DB konkret?

  • Bei Arbeiten an Bahnanlagen achtet die DB sorgfältig darauf, dass Tiere und Pflanzen nicht verletzt werden. Vor dem Start neuer Bauarbeiten werden vorhandene Tierarten auf Arealen erfasst und durch Experten vorübergehend umgesiedelt. Die sichere Umsiedlung von geschützten Arten steuert eine eigens geschaffene Fachgruppe von DB-Naturschutzexperten.

  • Wo neue Bahnanlagen in die Natur eingreifen müssen, schafft die DB auch neue Lebensräume. So beweiden unter anderem Ziegen, Wildpferde und Schafe im Auftrag der DB ausgewählte Flächen, damit sich dort seltene Pflanzen- und Tierarten entfalten können. 

  • Die DB schützt auch einzelne Tierarten, wie Apollofalter, Bienen und Wanderfalken. Seit 2016 ermöglicht der Konzern Imkern kostenfrei das Aufstellen von Bienenkörben auf stillgelegtem DB-Gelände. Über 50 Millionen Bienen fanden bisher auf den Bahn-Arealen ein neues zu Hause und produzieren dort Honig. 


Zudem arbeitet sie in den nächsten Jahren auch verstärkt an folgenden Themenfeldern:

Vogelschutz an Bahnanlagen 

Wenn Vögel mit beiden Flügeln die spannungsführenden Teile von Oberleitungsanlagen und den geerdeten Masten überbrücken, kann es zu einem Kurzschluss kommen. Jährlich kommt es so zu rund 3.500 Störfällen, davon sind 92 Prozent auf Tauben und Rabenvögel zurückzuführen. Die restlichen 8 Prozent entfallen auf kleine Säugetiere wie Eichhörnchen und Marder. Zum Wohle der Vögel und um Störungen zu vermeiden, will die DB den Vogelschutz an den Oberleitungen verbessern. Neue Anlagen werden von Anfang an so gestaltet, dass Vögel vor Stromschlägen geschützt werden.





Nachhaltige und ökologische Vegetationskontrolle

Eine umweltfreundliche Vegetationskontrolle gehört zu den Schwerpunkten der neuen Strategie "Starke Schiene". Die Vegetationskontrolle entlang der Bahngleise muss regelmäßig durchgeführt werden, damit Signale und Stromleitungen nicht zuwachsen oder schadhafte Bäume auf die Gleise stürzen. Aktuell beschäftigt sich die DB mit der Frage, wie die Vegetationskontrolle noch nachhaltiger durchgeführt werden kann, beispielsweise indem durch den Rückschnitt von Bäumen eine Verbindung zu angrenzenden Biotopflächen geschaffen wird. Geschützte Arten, wie die Zauneidechse, können so einfacher von Fläche zu Fläche wandern und sich neue Lebensräume erschließen. 

Zudem reduziert die DB seit diesem Jahr ihren Einsatz von Glyphosat um die Hälfte. Weite Teile des Streckennetzes werden nicht mehr mit dem Herbizid behandelt. Anstelle der chemischen Vegetationspflege setzt die DB verstärkt auf mechanisch-manuelle Verfahren, um den Gleisbereich von Bewuchs frei zu halten und damit einen sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten.

Bereits seit einigen Jahren arbeitet die DB daran, wirksame Alternativen zu Glyphosat zu entwickeln. Geprüft werden derzeit mögliche Verfahren auf Basis des Einsatzes von Heißwasser, elektrischem Strom und UV-C-Licht.


Digitale Landkarte zeigt Berührungen mit Schutzgebieten

Über 33.000 km lang ist das Streckennetz der DB. Überschneidungen mit Schutzgebieten sind da keine Seltenheit. So führen beispielsweise knapp 8.000 km Bahnstrecke durch oder entlang von Landschaftsschutzgebieten. Hier muss die DB bei der Planung von Ausbau- und Instandhaltungsmaßnahmen spezielle Auflagen beachten.

Daher nutzt die DB geografische Informationssysteme (GIS), um Berührungspunkte zwischen Natur und Eisenbahntrassen sowie DB-Flächen zu ermitteln. In den Systemen sind die Bahnstrecken und -flächen sowie alle digital verfügbaren Schutzgebiete Deutschlands hinterlegt. In einer digitalen Landkarte ist sofort zu erkennen, wo sich deutschlandweit Flächen der Deutschen Bahn und Schutzgebiete überlagern.

Ein leiser Güterverkehr ist eine Grundvoraussetzung für die Verlagerung von der Straße auf die klimafreundliche Schiene. Ein zentrales Unternehmensziel ist daher die Reduzierung des Schienenverkehrslärms, die auf zwei Säulen fußt: 

  • Die Umrüstung von Güterwagen auf so genannte Flüsterbremsen.
  • Die Lärmsanierung an Strecken – mit Schutzwänden und Schallschutzfenstern.

Parallel werden neue Techniken an Fahrzeugen und an den Gleisen entwickelt, die künftig noch besser gegen Schienenlärm schützen werden.

Bund und Deutsche Bahn haben seit 1999 – in den zurückliegenden 20 Jahren – über 1,6 Milliarden Euro in Schallschutzwände und Lärmschutzmaßnahmen in Wohnungen investiert.

Allein 2019 flossen über 110 Millionen Euro von Bund und Bahn in den Lärmschutz vor Ort. An Neu- und Ausbaustrecken konnten 2019 fast 60 zusätzliche Kilometer Schallschutzwände fertiggestellt werden und über 2.200 Wohnungen mit Lärmschutzmaßnahmen ausgestattet werden. An rund 1.900 Streckenkilometern ist es seit Beginn des freiwilligen Lärmsanierungsprogramm des Bundes für die Anwohner ruhiger geworden. 60.600 Wohnungen haben von Lärmschutzmaßnahmen profitiert.

Auch die Sanierung der besonders lauten Streckenabschnitte geht mit Nachdruck weiter voran: Zusätzliche Lärmschutzmaßahmen bei „Lärmbrennpunkten“ werden umgesetzt. 

  • Mittelrheintal: Über 130 Millionen Euro investieren der Bund, die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die DB in den nächsten Jahren in 35 Einzelprojekte – wie beispielsweise spezielle Dämpfersysteme an den Schienen, Lärmschutzwände und Geländerausfachungen.
  • Inntal: Mit rund 13 Millionen Euro wird der Lärmschutz an der Strecke München-Kiefersfelden weiter verbessert. Entlang der rund 100 Kilometer langen Strecke werden zusätzlich Lärmschutzwände gebaut. Hinzu kommt der Einbau von sogenannten Schienenstegdämpfern.
  • Elbtal: In den nächsten Jahren errichtet die DB für über 56 Millionen Euro rund 25 Kilometer Lärmschutzwände und baut auf einer Länge von rund 27 Kilometern Schienenstegdämpfer ein. Das freut insbesondere über 13.000 Anwohner der Bahnstrecke zwischen Dresden und der tschechischen Grenze.

Derzeit rollen bei der Deutschen Bahn über 90 Prozent der Gesamtflotte von DB Cargo auf leisen Sohlen durch Deutschland. Konkret heißt das, über 58.000 DB-Güterwagen sind aktuell mit der sogenannten Flüsterbremse umgerüstet. Fast 9.700 Wagen davon sind Neufahrzeuge und knapp 48.000 umgerüstete Güterwagen. Rund 10 Dezibel weniger Lärm geht so vom vorbeifahrenden Zug aus. Dies entspricht einer Halbierung des wahrgenommenen Rollgeräusches. Das Ziel: Bis Ende 2020 ist die gesamte aktive Flotte von DB Cargo in Deutschland mit leisen Sohlen unterwegs.


„Im Mittelpunkt unserer Strategie für mehr Lärmschutz steht die Entlastung der Menschen, die entlang der Strecken leben. Deshalb werden wir unser Versprechen einlösen und bis Ende dieses Jahres den Lärm an Bahnstrecken halbieren. Das ist gleichzeitig ein aktiver Beitrag für den Klimaschutz. In Deutschland soll mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene, und dafür brauchen wir die Akzeptanz der Menschen“ 


Andreas Gehlhaar, 
Leiter Umwelt/Nachhaltigkeit & Lärmschutzbeauftragter der DB


Maßnahmen für den Lärmschutz

Download: Lärmschutzbericht 2019  PDF | 2,6 MB