Künstliche Intelligenz bei der DB

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Künstliche Intelligenz bei der DB

Züge, Weichen und Rolltreppen mit Hirn

Die Bundesregierung hat gerade ein KI-Expertengremium ins Leben gerufen, lernende Algorithmen erzielen hohe Gewinne an der Börse und schwäbische Werkshallen werden smart. Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Insbesondere Verfahren, die auf Datenanalysen basieren, erobern bereits Banken und die Medizin – von Hause aus datengetriebene Bereiche. Jetzt dringen sie auch in klassische Industriebereiche wie Produktion oder Logistik vor.

Gerade für die Mobilitätsbranche bietet KI enorme Chancen. Die zentralen Wünsche der Menschen auf ihren täglichen Wegen von A nach B sind Planbarkeit und Zuverlässigkeit. Gleiches gilt für Industriekunden. Künstliche Intelligenz ist wahrscheinlich der größte Hebel für mehr Qualität und Kapazität im Bahnbetrieb, für mehr Service an der Kundenschnittstelle und für das Gesamtsystem Mobilität, das mithilfe von künstlicher Intelligenz eine nie dagewesene Flexibilität erreicht.

Künstliche Intelligenz ist mehr als die Automatisierung von Prozessen. „Echte“ künstliche Intelligenz meint Systeme, die selbstständig lernen, sich weiterentwickeln und eigene Lösungen hervorbringen. In der jüngeren Vergangenheit machen vor allem die Entwicklung künstlicher neuronaler Netze und Machine bzw. Deep Learning von sich reden. Auch bei der DB ist der Einsatz „echter“ KI keine ferne Zukunftsvision, sondern wird bereits erprobt. Drei Beispiele sind die Lösungen SEMMIAIM und Vsion.ai, die von Mitarbeitern der DB entwickelt wurden.

SEMMI – Kollegin Roboter hilft Reisenden weiter

SEMMI (kurz für Sozio-Emphatische Mensch-Maschine-Interaktion) ist ein KI-basiertes Sprachdialogsystem, das als digitaler Avatar, Chatbot oder auch als Roboter im Kundenservice eingesetzt werden kann. Als smarte Roboterdame unterstützt SEMMI testweise am Frankfurter Flughafen und im Juni auch im Reisezentrum des Berliner Hauptbahnhofs das Servicepersonal. Ihr Wissen hat SEMMI von den DB-Entwicklern, die den Roboterkopf fit für die Fragen der Reisenden gemacht haben. Auch nach Japan, das Roboterland Nummer 1, haben wir die DB-Entwicklung bereits exportiert: Am Bahnhof Tokyo (Bild rechts) testen wir den Service gemeinsam mit der japanischen Bahn JR East. Mehr Informationen gibt es hier.

AIM – Störungsfrüherkennung mit Künstlicher Intelligenz


 Derzeit wird AIM an rund einem Dutzend Rolltreppen erprobt, etwa in Hamburg.

Die KI-basierte, selbstlernende Lösung AIM („Acoustic Infrastructure Monitoring“) erkennt über Luftschallmikrofone und Körperschallsensoren akustische Unregelmäßigkeiten an mechanischen Anlagen und meldet diese bereits bevor eine Störung eintritt. Derzeit wird AIM an verschiedenen Rolltreppen erprobt, etwa in Düsseldorf und Hamburg. AIM ermöglicht die vorausschauende Instandhaltung der Rolltreppen. Zu einem Ausfall kommt es nicht mehr und Barrierefreiheit und Komfort im Bahnhof bleiben für die Reisenden bestehen.

Vsion.ai – aus Bildern schlau werden 

Mit der Bilderkennung von vsion.ai können Schäden am Pantographen schneller erkannt werden.

Die Lösung Vsion.ai analysiert und bewertet dank Künstlicher Intelligenz automatisiert Bilder und Videos, etwa von Bahnsteigen, und liefert so die nötigen Informationen für alltägliche Entscheidungen, etwa ob eine Schneeräumung am Bahnsteig beauftragt werden muss oder nicht. In einem ersten Praxistest an ausgewählten Bahnhöfen sind die selbst trainierten Algorithmen bereits erfolgreich als intelligente Wetterstationen im Einsatz. Inzwischen sind schon 22 Bahnhöfe in Mitteldeutschland ausgerüstet. Vor allem an kleineren Bahnhöfen in ländlichen Gebieten haben sich die intelligenten Wetterstationen bewährt, da dort keine Mitarbeiter vor Ort und die Anfahrtswege weit sind. 

Vsion.ai ist vielseitig einsetzbar und liefert auch zuverlässige und exakte Informationen über den Zustand von Fahrzeugen und Bahnanlagen und entdeckt etwa Graffiti.