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07. August 2026, 10:15 Uhr
München
Inbetriebnahme des neuen Bahnsteiggleises in Laim • Sperrung der S-Bahn-Gleise vom 17. bis 25. August • Auswirkungen auch auf den Regionalverkehr • Mehr Kapazität und bessere Fahrgastlenkung • Ab 25. August halten mehrere Linien stadteinwärts nicht mehr in Laim

Im August geht das zweite neue Bahnsteiggleis im Laimer Bahnhof in Betrieb, der aktuell für die 2. Stammstrecke umgebaut wird. Dafür müssen die S-Bahn-Gleise vom 17. bis 25. August gesperrt werden und es kommt zu Fahrplanänderungen bei der S-Bahn und mehreren Regionalzuglinien. Die DB will mit einem verbesserten Angebot auf der Schiene für mehr Kapazitäten sorgen als zuletzt an Pfingsten und das zu erwartende hohe Fahrgastaufkommen besser verteilen. So fahren zwischen Pasing und Hauptbahnhof nun zwei S-Bahn-Linien und damit alle zehn Minuten Langzüge mit Platz für bis zu 1.800 Fahrgäste. Zusammen mit dem Regionalverkehr bestehen zwischen Pasing und Hauptbahnhof damit pro Stunde und Richtung bis zu zehn Fahrtmöglichkeiten. Um bei Störungen schnell für Ersatz zu sorgen, hält die S-Bahn in Pasing Fahrzeuge und Personal in Bereitschaft. Außerdem werden die Fahrten des Ersatzverkehrs zwischen Pasing und Hackerbrücke auf einen Fünf-Minuten-Takt verdichtet. 

In den Bahnhöfen sollen einheitliche Abfahrtsgleise und mehr Personal die Fahrgastströme besser lenken. So fahren die S-Bahnen in Pasing stadteinwärts einheitlich von Gleis 5. Am Hauptbahnhof wenden sie nicht mehr im Starnberger Flügelbahnhof, sondern in der Haupthalle an Bahnsteig 24/25. Personal unterstützt bei der Abfertigung der Regionalzüge und S-Bahnen, um die pünktliche Abfahrt zu ermöglichen. Zusätzlich weisen Service- und Sicherheitskräfte an neuralgischen Stellen Fahrgästen den Weg und beantworten Fragen. In Pasing sorgt Personal vor Ort zudem für situativ passende Ansagen an den S-Bahnsteigen. 

Das Ersatzangebot nutzt die eingeschränkte Infrastruktur maximal aus. Möglich wird das durch eine Anpassung im Regionalverkehr, um Platz für die S-Bahn-Langzüge mit größerer Kapazität zu schaffen. So enden etwa einige Regionalzüge bereits in Fürstenfeldbruck oder Pasing. 

Trotz der höheren Kapazitäten ist vor allem in der Hauptverkehrszeit mit vollen Zügen zu rechnen. Die Verkehrsunternehmen empfehlen, nach Möglichkeit die Stoßzeiten zu meiden und zwischen Pasing und Innenstadt auch auf Alternativen auszuweichen wie etwa den dicht getakteten Busersatzverkehr, die Tram 14 mit Anschluss zur U5 oder die Tram 19, welche in den Abendstunden auf Bestellung der S-Bahn auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet wird. DB-Fahrscheine gelten während der Bauarbeiten auch auf den jeweils genannten alternativen Verbindungen mit MVG-Linien.

So verkehren die S-Bahn-Linien

In der Nacht vom 17. auf 18. August ist die gesamte Stammstrecke gesperrt. Informationen gibt es unter www.s-bahn-muenchen.de/baustellen. Danach sind von Dienstag, 18. August (3:30 Uhr), bis Dienstag, 25. August (5 Uhr), nur noch die S-Bahn-Gleise im Bereich Laim gesperrt. Die Stationen Laim und Hirschgarten sind dann nur per Ersatzbus erreichbar, der zwischen Pasing und Hackerbrücke verkehrt. Im östlichen Stammstreckenbereich zwischen Donnersbergerbrücke und Ostbahnhof sind weniger Züge unterwegs als üblich. Je nach Abschnitt fahren dort bis zu vier Linien. 

  • S1: Fährt nur zwischen Freising/Flughafen und Moosach. Fahrgäste der S1 können in Moosach (U3) und Feldmoching (U2) von/zur U-Bahn umsteigen.
  • S2: Fährt nur zwischen Altomünster/Petershausen und Heimeranplatz (U5) im Halbstundentakt sowie zwischen Hackerbrücke und Erding im regulären Takt. Zwischen Altomünster und Dachau besteht Pendelverkehr im regulären Takt.
  • S3: Fährt nur zwischen Mammendorf und Pasing sowie zwischen Donnersbergerbrücke und Holzkirchen.
  • S4: Fährt nur zwischen Geltendorf und Pasing.
  • S5/S7: Die beiden Linien werden kombiniert und verkehren durchgehend zwischen Icking und Aying (zeitgleich Bauarbeiten in Icking und Großhelfendorf).
  • S6: Fährt nur zwischen Tutzing und Hauptbahnhof (ohne Zwischenhalt ab/bis Pasing) sowie zwischen Ostbahnhof und Ebersberg.
  • S8: Fährt nur zwischen Herrsching und Hauptbahnhof (ohne Zwischenhalt ab/bis Pasing) sowie zwischen Donnersbergerbrücke und Flughafen.

Änderungen auch im Regionalverkehr

Die Regionalzüge aus/nach Augsburg (Arverio) verkehren regulär. 

Die Regionalzüge aus dem Werdenfels (DB Regio) fahren nur bis Pasing. 

Die Allgäuer Regionalzüge der Linien RE 70 (DB Regio) und RE 96 (Arverio) aus Lindau sowie der Linie RE 72 (Arverio) aus Memmingen durchfahren Pasing in beiden Richtungen ohne Halt. Die Linie RB 74 aus Buchloe (DB Regio) sowie am Wochenende auch die Linie RB 68 aus Füssen (BRB) fahren nur bis Fürstenfeldbruck bzw. Pasing und wenden dort. Fahrgäste können in die S-Bahn umsteigen. 

Regionalzüge aus Richtung Landshut sind ebenfalls betroffen: Die Linie RE 2 fährt nur bis Moosach. Fahrgäste können von und nach Moosach alternativ die U3 nutzen. Die Züge der Linie RE 3 werden größtenteils ab München Moosach umgeleitet und beginnen und enden am Holzkirchner Flügelbahnhof. Duch die längere Fahrtzeit kommen die Züge später in München an und starten im Vergleich zum Normalfahrplan rund 15 Minuten früher.

Ab 25. August: S3, S4, S6 und S8 halten stadteinwärts nicht mehr in Laim

Sobald das zweite Gleis des neuen Bahnsteigs in Laim in Betrieb ist, wird DB InfraGO mit dem Rück- und anschließenden Neubau des alten Bahnsteigs beginnen, an dem derzeit noch die S-Bahnen Richtung Innenstadt halten. Ab 25. August bis voraussichtlich Mitte 2028 können deswegen die aus Pasing kommenden Züge der S3, S4, S6 und S8 stadteinwärts nicht mehr in Laim halten, sondern fahren durch bis zum Hirschgarten. Züge der Gegenrichtung von Laim nach Pasing sind nicht betroffen und halten regulär.

Fahrgäste von Pasing nach Laim können am Hirschgarten bahnsteiggleich in jede S-Bahn der Gegenrichtung umsteigen und eine Station zurück nach Laim fahren.

Fahrgäste von Laim in Richtung Innenstadt nutzen die weiterhin in Laim haltenden Züge der Linien S1, S2 und S5. Diese verkehren ab 25. August vom neuen Bahnsteig, Gleis 2.

Umfangreiche Informationen und auffällige Wegeleitung zum Ersatzverkehr

Die jeweils schnellste Verbindung ans Ziel finden Reisende mit der Fahrplanauskunft in den Apps, im Internet oder am Automaten. Dort sind alle Fahrplanänderungen und die Fahrzeiten der Ersatzbusse enthalten. Die Verkehrsunternehmen informieren außerdem auf ihren Webseiten und die S-Bahn in ihrem Fahrgastfernsehen sowie mit großen Plakaten an den Stammstreckenbahnhöfen über die geänderten Fahrpläne. An Stationen mit Ersatzverkehr weisen große Informations-Stelen bzw. Banner und Plakate auf die Fahrplanänderungen und die Bushaltestellen hin. Mitarbeitende sind vor Ort und geben Auskünfte. 

Für Fragen zur S-Bahn München steht der Kundendialog täglich von 6 bis 22 Uhr unter (089) 55 89 26 65 zur Verfügung.

Details gibt es rechtzeitig vor Beginn der jeweiligen Baumaßnahmen außerdem online: 

S-Bahn München: www.s-bahn-muenchen.de/baustellen 

DB Regio: www.bahn.de/bauarbeiten 

Arverio: www.arverio-by.de/fahrplanabweichungen

BRB: www.brb.de/fahrplanabweichungen

05. August 2026, 13:00 Uhr
Straubing
Positives Zwischenfazit nach rund siebeneinhalb Wochen Bauzeit • Erster Bauabschnitt termingerecht freigegeben • Ersatzverkehr nach anfänglichen Herausforderungen stabilisiert • Spezialmaschine erneuert Gleise effizient und präzise

Die Korridorsanierung Obertraubling–Passau kommt weiter voran. Bei einem Baustellentermin in Straubing haben sich Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und der Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Lange gemeinsam mit Vertreter:innen der Deutschen Bahn (DB) ein Bild von den laufenden Arbeiten gemacht. Im Mittelpunkt standen die Baumaßnahmen in Straubing und der Einsatz eines rund 152 Meter langen Umbauzuges, der Bahngleise sicher, schnell und präzise in einem durchgehenden Arbeitsprozess erneuert. 

Eröffnung Korridorsanierung Straubing
Eröffnung Korridorsanierung Straubing
Quelle: Deutsche Bahn AG - Thomas Kiewning
Projektleiterin Aslihan Gebhart erläuterte (von links) dem DB-Konzernbevollmächtigten für den Freistaat Bayern, Christoph Kraller, Ulrich Lange (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr) sowie Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter den Baufortschritt bei der Korridorsanierung Obertraubling - Passau. Foto: Deutsche Bahn AG/Tom Kiewning

 

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Die Sanierung des Korridors Obertraubling - Passau ist nicht nur für Bayern und Deutschland wichtig, sondern auch international von großer Bedeutung. Wenn hier etwas nicht rund läuft, spürt man dies in halb Europa. Deshalb freut es mich sehr, dass diese Sanierung im Zeitrahmen liegt. Die Bahn und die Industrie leisten hier bislang wirklich großes. Zudem können wir mit dem hier angewendeten Sperrkonzept die Belastungen für die Nutzerinnen und Nutzer, besonders des Schienengüterverkehrs, erheblich reduzieren. Es bleibt hier noch viel zu schaffen, aber wir sind auf dem richtigen Weg.“

Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr: „Die Strecke Obertraubling – Passau ist eine zentrale Verkehrsachse in Ostbayern und darüber hinaus: Die Hochleistungskorridor-Sanierung stellt damit die Weichen, dass die Verbindung auch zukünftig ihre wichtige Funktion als Achse im Herzen Europas erfüllen kann! Die dafür nötige Vollsperrung ist aber auch hart für alle, die auf die Bahn angewiesen sind: Die DB InfraGO, BEG, Eisenbahnverkehrsunternehmen und die Busunternehmen haben für die Zeit einen Ersatzverkehr für die ausfallenden Züge des Schienenpersonennahverkehrs organisiert. Der Freistaat unterstützt hier mit erheblichen Mitteln. Ich danke allen, die so die Auswirkungen abfedern.“

Christoph Kraller, DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern: „Mit den Korridorsanierungen machen wir die Schieneninfrastruktur auch in Bayern Schritt für Schritt leistungsfähiger und robuster. Dass die Sanierung zwischen Obertraubling und Passau trotz täglicher Herausforderungen aktuell im Zeit- und Ablaufplan liegt, ist vor allem dem großen Engagement der Projektbeteiligten und der Kolleg:innen vor Ort zu verdanken. Sie leisten auch bei täglichen Herausforderungen der Baustelle hervorragende Arbeit. Dafür möchte ich herzlich Danke sagen.“

Nach rund siebeneinhalb Wochen Bauzeit zieht die Deutsche Bahn ein positives Zwischenfazit. Aktuell befindet sich die Sanierung im Zeit- und Ablaufplan. Mit der termingerechten Freigabe des ersten Bauabschnitts am 10. Juli 2026 wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Der Abschnitt Passau–Plattling ist wieder für den Güterverkehr nutzbar. 

Die bisherige Bauleistung zeigt die Dimension des Projekts: Seit Beginn der Korridorsanierung wurden unter anderem rund 20 Kilometer Gleise verbaut, 34 Weichen neu eingebaut und 175 Oberleitungsmasten errichtet. Hinzu kommen anspruchsvolle Spezialarbeiten: rund 47.000 Kubikmeter Suspension wurden im Fräs-Misch-Injektionsverfahren an der Moorstelle eingebracht, 650 Anker an der Löwenwand gebohrt sowie erste Signalausleger und -brücken gestellt. In Straubing wurde zudem eine neue Brücke erfolgreich eingeschoben. Parallel laufen Arbeiten an mehreren Stationen, darunter der Einbau von zwei Personenunterführungen in Radldorf und Osterhofen. Hinzu kommen neue Überleitstellen, modernisierte Leit- und Sicherungstechnik und damit die Vorbereitung für den Einbau des modernen Zugbeeinflussungssystems ETCS sowie Arbeiten an acht Bahnhöfen. Der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Obertraubling und Passau hat sich nach anfänglichen Herausforderungen stabilisiert. Zu Beginn hatte es unter anderem Einschränkungen bei der Fahrgastinformation und einzelne Fahrtausfälle gegeben. Diese Punkte wurden aufgearbeitet; die Lage ist inzwischen wieder stabil. 

Bei der Korridorsanierung kommen zahlreiche Spezialmaschinen zum Einsatz, wie der heute in Straubing gezeigte Umbauzug der Firma Schweerbau. Die Gleisbaumaschine bündelt auf rund 152 Metern Länge mehrere Arbeitsschritte, die bei herkömmlichen Bauverfahren häufig durch verschiedene Maschinen und Arbeitstrupps erledigt werden müssten. Die Maschine nimmt alte Schwellen und Schienen auf, bereitet das Gleisbett vor und baut neue Schwellen und Schienen in einem durchgehenden Arbeitsprozess ein. Anschließend folgen Stopf- und Richtarbeiten, damit das Gleis wieder die erforderliche Qualität und Lage erreicht.

Mit der Korridorsanierung Obertraubling–Passau erneuert die DB InfraGO bis 12. Dezember eine der wichtigsten Bahnverbindungen in Ostbayern umfassend – der zweite große Sanierungskorridor der DB in Bayern in diesem Jahr. Die Strecke Nürnberg–Regensburg wurde von Februar an umfangreich modernisiert. Am 31. Juli konnte die rundum erneuerte Infrastruktur und damit der erste Abschnitt der Gesamtstrecke Nürnberg–Passau wieder in Betrieb genommen werden. In den ersten Betriebstagen ist der Zugverkehr dort nahezu störungsfrei wieder angelaufen. 

Umbauzug
Umbauzug
Quelle: Deutsche Bahn AG - Thomas Kiewning

31. Juli 2026, 10:00 Uhr
Nürnberg/Regensburg
Ab morgen fahren alle Züge wieder • Philipp Nagl: „Strecke ist umfassend erneuert und modernisiert“ • Kostenprognose um einen dreistelligen Millionenbetrag abgesenkt • Positive Bilanz zu Umleiterkonzept und Ersatzverkehr 

Die DB InfraGO AG hat die erste Korridorsanierung in Bayern abgeschlossen: Ab morgen, 1. August, fahren zum Betriebsbeginn wieder alle Züge zwischen Nürnberg und Regensburg. Bereits seit Montag fahren die S-Bahnen im Vorlaufbetrieb zwischen Nürnberg und Neumarkt (Oberpfalz), gestern starteten dann die ersten Güterverkehrszüge auf der frisch sanierten Strecke. 

Seit Februar haben täglich bis zu 2.000 Mitarbeitende der DB InfraGO und der beteiligten Bauunternehmen die störanfällige und überalterte Infrastruktur auf der rund 88 Kilometer langen Bahnstrecke umfassend erneuert. Hochwertige Ersatzbusse brachten die Fahrgäste in den vergangenen Monaten verlässlich ans Ziel. Im Fern- und Güterverkehr rollten die Züge stabil über Umleiterrouten. 

Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender DB InfraGO: „Wir nehmen heute eine umfassend modernisierte Strecke in Betrieb – und wir tun das mit einer Kostenprognose, die um einen dreistelligen Millionenbetrag niedriger ausfällt als ursprünglich erwartet. Das ist eine gute Nachricht. Gleichzeitig bedauern wir ausdrücklich, dass sich die Inbetriebnahme verzögert hat. Gerade bei Zeitplänen müssen wir künftig noch verlässlicher werden. Daran arbeiten wir mit aller Konsequenz. Mein besonderer Dank gilt den vielen Mitarbeitenden und Partnerunternehmen, die dieses enorme Bauprogramm möglich gemacht haben, sowie den Fahrgästen und Anwohnenden für ihre Geduld und ihr Verständnis.“

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Nach 25 Wochen Bauarbeiten ohne regulären Bahnbetrieb freut es mich, dass der Verkehr auf dieser auch für den internationalen Schienengüterverkehr bedeutenden Strecke wieder aufgenommen werden kann. Die auch bei dieser Korridorsanierung aufgetretenen zeitlichen Verzögerungen stellen für die Reisenden und insbesondere die Güterverkehrsunternehmen eine große Belastung dar. Da muss die DB InfraGO AG besser werden. Das Bundesministerium für Verkehr und die DB InfraGO AG sind daher bereits im Austausch, damit solche Probleme bei zukünftigen Korridorsanierungen möglichst nicht mehr auftreten.“

Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr: „Die grunderneuerte Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg ist ein wichtiger Schritt für eine leistungsfähigere Schieneninfrastruktur in Bayern. Umso bedauerlicher ist es, dass sich die Wiederinbetriebnahme verzögert hat. Ich hoffe, dass die Deutsche Bahn die gewonnenen Erkenntnisse für die kommenden Korridorsanierungen nutzen wird. Entscheidend ist, dass Fahrgäste und Güterverkehr langfristig von einer modernen und zuverlässigen Infrastruktur profitieren.“

Die Inbetriebnahme der Strecke war für den 10. Juli 2026 geplant. Weil die sicherheitstechnische Überprüfung der neuen Stellwerkstechnik jedoch länger andauerte, konnte der Zugverkehr zunächst nicht wieder aufgenommen werden. 

Umfangreiches Bauprogramm

Im Rahmen der Korridorsanierung hat die DB InfraGO in sehr guter Zusammenarbeit mit den Baupartnern Swietelsky, SPITZKE und Hitachi Rail, den Bauüberwachungen Railing sowie der Arbeitsgemeinschaft aus KMS, GBL und DB E&C und vielen weiteren, teils regionalen Unternehmen ein enormes Bauprogramm geschafft. Erneuert bzw. gebaut wurden:

  • über 100 Kilometer Gleise
  • über 100 Kilometer Oberleitung und 1.300 Oberleitungsmasten
  • 74 Weichen
  • zwei neue Überleitstellen für mehr Flexibilität im Zugverkehr (eine weitere Überleitstelle wurde baulich vorbereitet)
  • 20 Bahnhöfe
  • eine Brücke, zwei Durchlässe sowie die Bahndämme in Pölling und Deining wurden mit aufwändigen Spezialverfahren saniert
  • Modernisierung der Innenanlage von acht Stellwerken sowie der Signale und des Achszählsystems (ETCS-ready)

Es konnte mehr als die ursprünglich geplante Infrastruktur erneuert werden, da während der Bauphase im Zuge von Prüfungen der Anlagen weitere Sanierungspotenziale erkannt und in den Bauablauf integriert werden konnten. 

Die DB InfraGO hat die Kostenprognose für die Korridorsanierung Nürnberg – Regensburg um einen dreistelligen Millionenbetrag abgesenkt. Die Sanierung wird also nach aktuellem Stand günstiger als ursprünglich geplant. Die finalen Kosten stehen erst fest, wenn alle Abrechnungen und Nachforderungen abgeschlossen sind.

Die 20 Stationen entlang der Strecke Nürnberg – Regensburg hat die DB InfraGO modernisiert und aufgewertet. Je nach Zustand des Bahnhofs wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um die Stationen und das Bahnhofsumfeld attraktiver zu gestalten. Dazu gehören unter anderem neue Bahnsteige, moderne Fahrgastinformationssysteme, Wetterschutzanlagen, neue Aufzüge, Personenunterführungen, Zugänge und energiesparende Beleuchtung. 

Positive Bilanz zum Verkehrskonzept

Zum Abschluss der Bauarbeiten zieht die DB auch eine positive Bilanz zum Verkehrskonzept. Züge des Fern- und Güterverkehrs verkehrten in den vergangenen fünf Monaten weitgehend stabil auf den Umleitungsstrecken.

Auch Unternehmen mit Gleisanschluss im Bereich der Korridorsanierung konnten zuverlässig angefahren werden. Seit Beginn der Korridorsanierung wurden trotz Streckensperrung rund 400 Bedienfahrten für Unternehmen mit Gleisanschluss durchgeführt. Für einen reibungslosen Bauablauf übernahmen viele lokale Unternehmen aus der Region die Materialversorgung, auch die Anlieferung der neuen Schwellen erfolgte direkt aus dem Baufeld.

Im Regionalverkehr hat die DB InfraGO in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, den Eisenbahnverkehrsunternehmen agilis, DB Regio Bayern und den Busfirmen deu.mobil und go.on einen umfangreichen Ersatzverkehr mit über 90 modernen Bussen auf die Straße gebracht. Seit Februar haben sie Fahrgäste größtenteils pünktlich und zuverlässig an ihr Ziel gebracht. Die Pünktlichkeitsquote der Ersatzbusse lag bei rund 96 Prozent. 

Nachgelagerte Restarbeiten und nächste Korridorsanierungen

Auf dem Streckenabschnitt Nürnberg – Regensburg finden nun noch geplante nachgelagerte Restarbeiten statt, wie etwa der Abbau der Baustelleneinrichtungsflächen, Randwegsarbeiten und der Abriss von Gebäuden. In Neumarkt wird die Außenfassade des Bahnhofsgebäudes saniert, das Bahnhofsgebäude bleibt weiterhin geöffnet. Am Haltepunkt Deining wird 2027 eine barrierefreie Zuwegung zum Bahnsteig 2 errichtet. Ebenso wird an einigen Stationen das Bahnhofsumfeld in enger Abstimmung mit den Kommunen neugestaltet. Die genannten Arbeiten haben keinen Einfluss auf den Zugbetrieb. Um den guten Zustand der Strecke zu erhalten, sind ebenso weiterhin Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich. Diese werden in kurzen, zumeist nächtlichen Sperrpausen umgesetzt.

Zusätzlich ist der Bau von drei Überholgleisen in Planung, unter anderem in Parsberg. Sie erhöhen die Kapazität auf der Strecke, weil sie schnellen Zügen ermöglichen, langsamere Züge zu überholen. Sie werden nachgelagert an die Korridorsanierung umgesetzt, da Planfeststellungsverfahren nötig sind. Außerdem werden für die geplante Umstellung auf das Europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS bis 2030 noch weitere vorbereitende Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik stattfinden. Ziel ist, die Arbeiten so umzusetzen, dass der Zugverkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Die Sanierung der Strecke Nürnberg – Regensburg ist die erste von sieben Korridorsanierungen in Bayern. Die Strecke ist mit täglich mehr als 350 Zügen eine der meistbefahrenen Bahnstrecken des Freistaats, Teil der europäischen Verkehrsachse Rhein-Donau und ein wichtiger Baustein für den grenzüberschreitenden Verkehr Richtung Österreich. Seit dem 14. Juni wird auch die Strecke Obertraubling – Passau umfassend modernisiert und erneuert. 

Die DB InfraGO bündelt in den kommenden Jahren im Rahmen von Korridorsanierungen das Baugeschehen auf über 40 hochbelasteten Strecken im deutschen Schienennetz, um die Infrastruktur und damit die Pünktlichkeit der Züge deutlich zu verbessern. 

 

Hinweis für Redaktionen:

Bildmaterial und Eindrücke von der modernisierten Strecke und den Bauarbeiten finden Sie in der DB-Mediathek.

Aktuelle Informationen zu den Korridorsanierungen in Bayern finden Interessierte auf der Projektseite der Deutschen Bahn unter  Sieben Strecken für die Mobilitätswende - Korridorsanierung Bayern

17. Juli 2026, 15:00 Uhr
Mühldorf
Mireo Plus H fährt ab dem Fahrplanwechsel auf der Strecke Mühldorf–Burghausen • Bayernweit erster Einsatz eines Wasserstoffzugs im Regelbetrieb • Emissionsfreie Wasserstofftechnologie stärkt klimafreundlichen Regionalverkehr auf nicht elektrifizierten Strecken

Leise. Sauber. Wasserstoff. Mit diesem Dreiklang stellten die Südostbayernbahn (SOB) und Siemens Mobility heute gemeinsam mit Vertretern aus der Bundes- und Landespolitik den ersten Wasserstoffzug für den Regelbetrieb in Bayern vor. Bei der offiziellen Präsentation in Mühldorf wurde der Siemens Mireo Plus H symbolisch in die Flotte der SOB mit aufgenommen. Aktuell finden Test- und Schulungsfahrten statt, ab Dezember 2026 profitieren Fahrgäste dann von den drei barrierefreien, modernen und lokal emissionsfreien Fahrzeugen auf der Strecke Mühldorf–Burghausen.  

Die drei Wasserstoffzüge kommen im Rahmen des Verkehrsvertrags „Linienstern Mühldorf 2025+“ zum Einsatz. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, hatte ihren Einsatz vorgegeben. Siemens Mobility liefert die drei Mireo Plus H-Züge an die Südostbayernbahn.

Bei der Vorstellung des Wasserstoffzuges (v.l.n.r.): Markus Frank, Kfm. Leiter Regionalzüge Siemens Mobility | Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr | Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr | Matthias Krause, Geschäftsleiter der Südostbayernbahn | Christoph Kraller, Konzernbevollmächtigter Deutsche Bahn für den Freistaat Bayern

Christoph Kraller, Konzernbevollmächtigter Deutsche Bahn für den Freistaat Bayern: „Mit dem ersten Wasserstoffzug im Regelbetrieb zeigen wir, wie der Abschied vom Diesel auf der Schiene gelingen kann. Gemeinsam mit unseren Partnern treiben wir so die klimafreundliche Verkehrswende weiter voran. Wir sparen mit den Zügen nicht nur CO2 ein, sie sind auch leiser als herkömmliche Dieselzüge. Damit profitieren sowohl die Umwelt als auch Fahrgäste und Anwohnende.“

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Das Bundesministerium für Verkehr unterstützt gezielt innovative Antriebstechnologien, um klimafreundliche Mobilität schneller in die Praxis zu bringen. Die nun in Betrieb gehenden Wasserstoffzüge stehen beispielhaft für den erfolgreichen Transfer von Innovation in den Regelbetrieb. Was mit dem Förderprojekt ‚H2goesRail‘ begann, wird nun Teil des Alltags der Menschen vor Ort: mit einer modernen, klimafreundlichen und zuverlässigen Bahnverbindung. Das BMV unterstützt die Südostbayernbahn bei der Beschaffung von Fahrzeugen, der Betankungsinfrastruktur und eines Elektrolyseurs mit insgesamt 8,2 Millionen Euro. Vielen Dank an alle Beteiligten für ihre Pionierarbeit!“

Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr: „Die Südostbayernbahn schreibt an ihrem zentralen Bahnknoten Bahn-Geschichte. Die Bayerische Staatsregierung hat beschlossen, den Dieselbetrieb im bayerischen Schienenpersonennahverkehr bis 2040 zu beenden. Wasserstoff-Züge bilden dafür neben der Elektrifizierung von Strecken und dem Einsatz von Akku-Zügen einen Mosaikstein und können auf der Strecke von München nach Burghausen, im sogenannten Chemiedreieck, ideal eingesetzt werden. Ich setze darauf, dass die Züge ‚Made in Bavaria‘ zuverlässig auf der Strecke verkehren werden, und wünsche allen Fahrgästen ein tolles Bahn-Erlebnis im Wasserstoffzug.“

Markus Frank, Kfm. Leiter Regionalzüge Siemens Mobility: „Mit dem Start des Testbetriebs unserer drei Mireo Plus H-Züge im Netz Linienstern Mühldorf erreichen wir einen wichtigen Meilenstein für die umweltfreundliche Mobilität in Bayern. Wasserstoff- und Batteriezüge ermöglichen emissionsfreien Schienenverkehr auch dort, wo eine Elektrifizierung der Strecke nicht wirtschaftlich oder kurzfristig umsetzbar ist. So leistet Wasserstofftechnologie einen wichtigen Beitrag zum Ausstieg aus fossilen Antrieben. Dass ich diese innovative und lokal klimaneutrale Technologie in meiner Heimatregion begleiten darf, erfüllt mich mit besonderem Stolz“, sagt Markus Frank, Kaufmännischer Leiter Regionalverkehr bei Siemens Mobility.

Der Siemens Mireo Plus H fährt lokal emissionsfrei und ist insbesondere für nicht elektrifizierte Strecken eine klimafreundliche Alternative zum Diesel. Die Wasserstoffversorgung erfolgt über eine neu gebaute Tankstelle von DB Energie in Mühldorf, die mit 100 Prozent Ökostrom betrieben wird.

Die Beschaffung der Wasserstoffzüge wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) mit insgesamt 4,4 Millionen Euro gefördert, die Errichtung der Tankstelleninfrastruktur mit 3,8 Millionen Euro. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

29. Juli 2026, 08:30 Uhr
München
2. Stammstrecke: Öffentliches Online-Voting entscheidet über Namen • Mehr als 1.000 Vorschläge eingereicht • 178 Meter lange Maschine startet im September ihre drei Kilometer lange Fahrt unter München

Die erste Tunnelbohrmaschine für die 2. Stammstrecke München hat einen Namen: Donna Maria. Beim öffentlichen Online-Voting setzte sich der Vorschlag mit rund 59 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen die beiden weiteren Finalistinnen Martha (28 Prozent) und Anna (13 Prozent) durch. Im Zuge des öffentlichen Namensgebungsprozesses hatte die DB mehr als 1000 Namensvorschläge erhalten. An der Abstimmung beteiligten sich rund 2300 Menschen. 

Vier Teilnehmer:innen hatten Donna Maria unabhängig voneinander vorgeschlagen. „Donna“ steht für sie für den Startpunkt an der Donnersbergerbrücke, „Maria“ für das Ziel am Marienhof. Zugleich spielt der Name laut einer Einreichenden auf München als nördlichste Stadt Italiens und auf Maria als Schutzpatronin Bayerns an. Der weiß-blauen Maschine wünsche sie damit Kraft und „Schutz von oben“ für ihre anspruchsvolle Aufgabe unter Tage. 

„Mehr als 1.000 Vorschläge und die große Beteiligung am Voting zeigen, wie sehr die Menschen den Bau der 2. Stammstrecke verfolgen. Mit Donna Maria hat die Maschine einen Namen bekommen, der ihre gesamte Strecke auf originelle Weise verbindet – von der Donnersbergerbrücke bis zum Marienhof“, sagt Jörg Müller, Leiter Technik bei der 2. Stammstrecke.  

Tunnelbohrmaschine

  von 6
Ende des Sliders

Auch zahlreiche weitere Vorschläge sorgten bei der Jury für Begeisterung und Erheiterung, darunter Monaco Franzi, Resi, Rosi, Wühltraud, Ingebohrg, Tunella oder Isarbella. Einige davon könnten noch eine zweite Chance bekommen: Für den Bau der Tunnel der 2. Stammstrecke werden insgesamt sechs Tunnelbohrmaschinen eingesetzt. Auch die weiteren fünf Maschinen sollen Namen erhalten. Wie die Öffentlichkeit daran beteiligt wird, gibt die DB zu einem späteren Zeitpunkt bekannt. Die Gewinner der im Rahmen der Namensgebung verlosten exklusiven Besichtigung von Donna Maria werden direkt benachrichtigt.

Über die erste Tunnelbohrmaschine

Donna Maria hat einen Bohrkopfdurchmesser von rund fünf Metern, ist rund 178 Meter lang und etwa 700 Tonnen schwer. Sie wird derzeit am Tunnelportal West aufgebaut. Ab dem 17. September soll sie den rund drei Kilometer langen Erkundungs- und Rettungsstollen zwischen Donnersbergerbrücke und Marienhof auffahren. Der Stollen entsteht zwischen den beiden künftigen S-Bahn-Tunnelröhren und dient später als Rettungsweg. 

Bis zu acht Menschen werden direkt an Bord der Donna Maria arbeiten. Den Boden wird Donna Maria bereits während des Vortriebs stabilisieren – sie gilt als besonders setzungsarm. Im Bohrkopf wird die Maschine das Erdreich mit einer Stützflüssigkeit vermischen, um den Druck im Untergrund präzise zu steuern. So können Setzungen an der Oberfläche minimiert werden – ein entscheidender Faktor beim Tunnelbau unter dicht bebautem Stadtgebiet. Während sich Donna Maria nach vorne arbeitet, entsteht direkt dahinter bereits der fertige Tunnel: Aus tonnenschweren Betonsegmenten – sogenannten Tübbingen – setzt sie Ring für Ring die Tunnelröhre zusammen.

Insgesamt entstehen sechs Tunnelröhren für die 2. Stammstrecke: je zwei Verkehrstunnel aus Westen und Osten in Richtung Innenstadt sowie zwei Erkundungs- und Rettungstunnel. Der Vortrieb für den ersten Verkehrstunnel soll voraussichtlich 2028 starten.

14. Juli 2026, 14:00 Uhr
Oberstdorf
Planung und Umsetzung erfolgten in Rekordzeit • Modernste Stellwerkstechnik sorgt für einen effizienteren Bahnbetrieb • Investitionen von rund 50 Millionen Euro 

Die DB InfraGO hat am Wochenende die neuen elektronischen Stellwerke in Oberstdorf und Fischen erfolgreich in Betrieb genommen. Damit ist die Leit- und Sicherungstechnik auf der Strecke zwischen Immenstadt und Oberstdorf grundlegend modernisiert. Die Umsetzung des Projekts erfolgte in außergewöhnlich kurzer Zeit in enger Zusammenarbeit mit Hitachi, dem Lieferanten der Stellwerkstechnik. Nach dem Ausfall des alten Stellwerks in Oberstdorf Ende 2024 wurde das Projekt Anfang 2025 gestartet und innerhalb von anderthalb Jahren realisiert. Normalweise dauern Stellwerksprojekte dieser Art rund sechs bis sieben Jahre. Insgesamt investierte die DB rund 50 Millionen Euro in die neue Technik.

Die Inbetriebnahme der neuen Stellwerke bedeutet einen Modernisierungsschub für den Bahnverkehr im Allgäu. Signale und Weichen werden ab sofort zentral und per Mausklick aus dem Stellwerk in Immenstadt gesteuert. Die neue Technik sorgt damit für einen effizienteren Betrieb auf der auch für den Tourismus so wichtigen Strecke. Am Sonntag konnte zum ersten Mal ein ICE L nach Oberstdorf fahren. Die erfolgreiche Inbetriebnahme der Stellwerke war die Voraussetzung dafür. 

Das Infrastrukturprojekt umfasst neben dem Neubau der Stellwerke in Oberstdorf und Fischen zahlreiche weitere Maßnahmen entlang der Strecke, die auch in den nächsten Monaten noch fortgesetzt werden:

  • Anpassungen weiterer Stellwerke in der Region
  • Umbau von Bahnübergängen
  • Modernisierung von Signalanlagen und Kabeltechnik
  • Verbesserungen für Reisende an der Verkehrsstation Fischen
  • Bau eines Außenbahnsteiges in Altstädten

Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG: „Wir haben mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der neuen Stellwerke in Oberstdorf und Fischen nun modernste Stellwerkstechnik auf einer Regionalstrecke im Einsatz. Planung und Umsetzung erfolgten dabei in Rekordzeit. Die neue Technik ist ein wichtiger Baustein für einen zukunftsfähigen Bahnverkehr im Allgäu – genauso wie die aktuell laufenden Bahnhofsprojekte in Kempten, Immenstadt und Sonthofen.“ 

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Mit der in nur anderthalb Jahren fertiggestellten modernen Stellwerkstechnik in Oberstdorf und Fischen hat die DB InfraGO AG zusammen mit der Firma Hitachi eindrucksvoll bewiesen, dass Planung und Umsetzung eines solch komplexen Projektes in Deutschland geradezu rekordverdächtig schnell möglich sind. Voraussetzung hierfür war, dass alle Beteiligten von Anfang an gemeinsam, engagiert und lösungsorientiert an einem Strang gezogen haben. Von dieser zukunftssicheren Infrastruktur profitieren nicht nur Reisende und Pendlerinnen und Pendler, sondern auch die hiesige Wirtschaft und der Tourismus. Als Bund haben wir sehr gerne die erforderlichen finanziellen Mittel für den Stellwerksneubau zur Verfügung gestellt. Die neuen Stellwerke tragen zu einem leistungsfähigerem Bahnverkehr im Allgäu bei.“

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Das ist eine hervorragende Nachricht für die Region. Oberstdorf ist eine der wichtigsten Tourismusdestinationen in Bayern mit mehr als 2,7 Millionen Übernachtungen pro Jahr. So ein wichtiger Ort verdient beste Erreichbarkeit. Mit der Modernisierung der Stellwerke in Oberstdorf und Fischen ist nun ein wichtiger Schritt getan und ich hoffe, dass auch die weiteren Infrastrukturmaßnahmen zwischen Immenstadt und Oberstdorf schnell umgesetzt werden. Seitens des Freistaats haben wir die DB mit der Planung zahlreicher Maßnahmen beauftragt. Dazu gehören die Elektrifizierung, die Anhebung der Höchstgeschwindigkeit, ein zweigleisiger Begegnungsabschnitt und der neue Haltepunkt Sonthofen – Rieden.“