Artikel: Tag der Schiene in Bayern: Volles Programm bei der DB vom 18. bis 20. September
Zahlreiche Veranstaltungen bayernweit • Übersicht auf www.tag-der-schiene.de
Das Wochenende vom 18. bis 20. September steht ganz im Zeichen der Eisenbahn: Bereits zum fünften Mal lädt die Allianz pro Schiene e.V. zusammen mit der gesamten Branche zum „Tag der Schiene“ ein. Auch die Deutsche Bahn (DB) öffnet zu diesem Anlass wieder an vielen Orten ihre Türen.
Nach der offiziellen Eröffnungsfeier mit Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter in der Eisenbahnerstadt Freilassing haben Interessierte an drei Tagen die Gelegenheit, faszinierende Themen und Projekte rund um die Bahn persönlich und hautnah zu erleben.
Ein besonderes Highlight erwartet die Besucher:innen im DB Museum Nürnberg. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Infrastrukturprojekt Güterzugtunnel Fürth. Am Freitag und am Sonntag gibt es exklusive Einblicke in das Großprojekt, persönliche Gespräche mit Projektbeteiligten und spannende Führungen durch die Sonderausstellung „Tunnel“. Dabei können Interessierte nicht nur die Geschichte des Tunnelbaus entdecken, sondern auch erfahren, wie ein solches Großprojekt heute geplant, genehmigt und umgesetzt wird.
Ebenfalls in Nürnberg wird am Sonntag, 20. September, gemeinsam mit der Bundespolizei Nürnberg und den DB-Unternehmen DB Cargo, DB Regio, DB InfraGO und DB Sicherheit das 75-jährige Bestehen der Bundespolizei gefeiert. Beim großen Familienfest am Rangierbahnhof Nürnberg gibt es von Fahrzeugausstellungen und Vorführungen bis hin zu Hüpfburg und Bobbycar-Rennstrecke viel zu entdecken. An verschiedenen Informationsständen können Besucher:innen außerdem mehr über die Arbeit von Bundespolizei und Bahn erfahren. Für den musikalischen Höhepunkt sorgt um 12 Uhr das Bundespolizeiorchester mit einem kostenlosen Konzert. Auch für Essen und Getränke ist gesorgt.
In München können Interessierte am Samstag, 19. September, das Infozentrum 2. Stammstrecke auf besondere Weise erkunden. Zwischen 13 und 18 Uhr lädt eine digitale Schnitzeljagd dazu ein, die multimediale Ausstellung spielerisch zu entdecken und das eigene Wissen rund um das Großprojekt zu testen. Die Teilnahme ist unkompliziert mit dem eigenen Smartphone möglich. So verbindet das Infozentrum Informationen zum Bau der 2. Stammstrecke mit einem interaktiven Erlebnis für die ganze Familie.
Neben diesen drei Veranstaltungen gibt es beim „Tag der Schiene“ zahlreiche weitere Möglichkeiten, die Bahn in Bayern aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Eine Übersicht über alle Veranstaltungen gibt es unter www.tag-der-schiene.de
09. September 2026, 10:00 Uhr
München
Artikel: Auf geht’s zur Wiesn: So bereitet sich die DB auf Millionen Oktoberfest-Fahrgäste vor
DB schafft mehr Platz im Hauptbahnhof • Personal spürbar aufgestockt • S-Bahnen bis tief in die Nacht • Bewährte Zusammenarbeit mit der Bundespolizei
Die Deutsche Bahn bereitet sich auf das größte Volksfest der Welt vor. Wenn es am 19. September „O'zapft is!“ heißt und Millionen Festgäste zum Oktoberfest strömen, sorgen die Bundespolizei sowie DB Sicherheit mit 250 zusätzlichen Kräften für eine sichere An- und Abreise. 500 zusätzliche oder verlängerte S-Bahn-Fahrten, intensive Reinigung und ein besonderer Fokus auf verlässliche Aufzüge und Rolltreppen ergänzen die Wiesn-Vorbereitungen. Pünktlich zur Wiesn schafft die DB außerdem trotz Bauarbeiten mehr Platz für Fahrgäste am Münchner Hauptbahnhof.
Christoph Kraller, Konzernbevollmächtigter der DB für Bayern: „Bei täglich 100.000 zusätzlichen Reisenden wird es auch in den Bahnhöfen voll. Weil dann jeder Quadratmeter zählt, schaffen wir am Hauptbahnhof mehr Platz, stocken unser Personal auf und verbessern die Wegweisung zum Festgelände. Damit alle gut zur Wiesn und wieder heimkommen, braucht es aber auch ein gutes Miteinander: Rücksicht und Besonnenheit machen den Unterschied – auf der Wiesn genauso wie in Zügen und Bahnhöfen.“
Steffen Quaas, Leiter der Bundespolizeiinspektion München: „Zur Wiesn gehört für viele die Fahrt mit der Bahn genauso dazu wie Maß und Brezn. An den Wiesn-Tagen sind Bahnhöfe und Züge voll – und genau dort sind wir gemeinsam mit unserem Sicherheitspartner DB Sicherheit verstärkt präsent. Wir kennen uns, wir kennen die Abläufe und wir können uns aufeinander verlassen. So tragen wir dazu bei, dass alle sicher zur Wiesn und auch wieder gut nach Hause kommen.“
Mehr Platz und Fahrgastlenkung am Hauptbahnhof
Am Hauptbahnhof werden gleich mehrere Bauflächen wieder für Fahrgäste zur Verfügung stehen: So beschleunigt DB InfraGO die Arbeiten an der neuen Verbindung von der Gleishalle zum Starnberger Flügelbahnhof und öffnet sie rechtzeitig zur Wiesn für Fahrgäste. Die bisherigen Zugänge über die alte Schalterhalle bleiben während der Wiesn zusätzlich geöffnet. Zudem ist im Bereich der Gleise 26 und 27 im Flügelbahnhof ein großer umzäunter Bereich bereits wieder für Reisende freigegeben. Mehr Platz auch in der Gleishalle: Am teilgesperrten Bahnsteig 18/19 unterbricht die DB InfraGO die Arbeiten für die 2. Stammstrecke. In den nächsten Tagen wird der Bahnsteig extra für die Wiesn provisorisch wieder so weit hergestellt, dass er komplett nutzbar ist.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Monitoring und aktiver Fahrgastlenkung. Rund 25 Prozent mehr Mitarbeitende von DB Sicherheit als im Vorjahr und zusätzlich über 20 Reisendenlenker sind dafür im Einsatz und unterstützen auch bei der Zugabfertigung. In der Leitzentrale des Bahnhofs hilft spezielle Software dabei, hoch ausgelastete Bereiche schneller zu erkennen. Das ermöglicht es, Mitarbeitende gezielt dorthin zu schicken, wo sie gebraucht werden. Zusätzlich hat DB InfraGO an neuralgischen Stellen wie Gleis 11 oder dem Starnberger Flügelbahnhof gut sichtbare Bodenmarkierungen angebracht, die zum Weitergehen animieren, und die Wegeleitung zu Ausgängen und zur Festwiese mit großen Bannern erweitert. Gemeinsam mit Ansagen in ankommenden Zügen erleichtert das den Fahrgästen die schnelle Orientierung.
Mehr S-Bahnen und enge Zusammenarbeit von DB Sicherheit und Bundespolizei
Neben dem Hauptbahnhof ist der Wiesn-Bahnhof Hackerbrücke wieder Dreh- und Angelpunkt für die Fahrt zur Festwiese. Im Minutentakt halten hier Züge der S-Bahn München, die erneut offizieller Mobilitätspartner des Oktoberfests ist. Um den Andrang zu bewältigen, fahren alle Linien bis tief in die Nacht im 20-Minuten-Takt. Insgesamt gibt es mehr als 500 zusätzliche oder verlängerte Fahrten, finanziert durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) im Auftrag des Freistaats. Auch DB Regio bietet in Spitzenzeiten zusätzliche Kapazitäten durch längere Züge. (Hinweis: Auf einzelnen Strecken fahren baubedingt weniger Züge als üblich)
Allein an der Hackerbrücke sind bis zu 60 Kräfte von DB Sicherheit im Einsatz, um Fahrgäste zu lenken, die Abfertigung zu unterstützen und für Ordnung zu sorgen. Entlang der Stammstrecke und in den S-Bahnen sind die Teams ebenfalls verstärkt präsent. Gemeinsam mit der Bundespolizei setzt die DB dabei auf Prävention, damit der Betrieb stabil läuft: Dazu zählen Kontrollen zum Mitnahmeverbot von Bierkrügen, Glasflaschen und Luftballons. Gerade aufsteigende Luftballons haben in der Vergangenheit Kurzschlüsse an der Oberleitung und Sperrungen verursacht. Über Aushänge, Fahrgastfernsehen und Durchsagen weist die DB daher intensiv auf das Verbot hin. An der Hackerbrücke ist zudem wieder eine Kameradrohne stationiert: Bei Personen im Gleis hilft sie, die Lage schneller einzuschätzen, damit der Zugverkehr möglichst rasch wieder anlaufen kann.
Mehr Sauberkeit und zusätzliche Serviceangebote
Wo viele Menschen unterwegs sind, fällt viel Abfall an. Deswegen sind die Reinigungsteams der DB InfraGO zur Wiesn rund um die Uhr im Einsatz. Insbesondere zwischen Marienplatz und Hackerbrücke wird fast durchgehend gereinigt, aber auch auf der restlichen Stammstrecke sind die Teams deutlich öfter anzutreffen. Für die Sauberkeit in den Zügen stockt die S-Bahn München das eingesetzte Personal auf. Insbesondere in der Unterwegsreinigung sind bis spät nachts zusätzliche Mitarbeitende im Einsatz. Die Erreichbarkeit des „What’s schmutzig“ Services, mit dem Fahrgäste Verschmutzungen via WhatsApp melden können, ist während der Wiesn jeweils bis Mitternacht ausgeweitet. Im Hauptbahnhof bietet die DB außerdem neben den Schließfächern wieder die zusätzliche Gepäckaufbewahrung im Bereich des ehemaligen Intercity-Hotels.
Tipps und Hinweise für Bahnreisende zum Oktoberfest
Rücksicht nehmen: Die DB bittet alle Fahrgäste, gelassen zu bleiben, aufeinander Rücksicht zu nehmen und anderen mit Respekt zu begegnen.
Z’ Fuaß samma schnella: In der Gleishalle der Beschilderung zur Festwiese folgen. Der Weg zu Fuß ist oft schneller als die Weiterfahrt mit dem ÖPNV.
Den ganzen Bahnsteig nutzen: Bei längeren Zügen lohnt es sich, den gesamten Bahnsteig zu nutzen. Gerade am Hauptbahnhof ist in den vorderen Zugteilen oft noch Platz, während es hinten bereits sehr voll ist.
Luftballons auf der Festwiese lassen: Aufsteigende Luftballons aller Art können bei Kontakt mit der 15.000-Volt-Oberleitung Kurzschlüsse verursachen und den Bahnverkehr stark beeinträchtigen. Die Mitnahme ist deshalb verboten.
Möglichst ohne großes Gepäck reisen: Größere Taschen und Rucksäcke sind auf der Festwiese nicht erlaubt. Wer dennoch Gepäck dabeihat, kann Schließfächer oder die zusätzliche Gepäckaufbewahrung im Bereich des ehemaligen Intercity-Hotels nutzen. In Spitzenzeiten kann es zu Wartezeiten kommen.
Günstig in der Gruppe fahren: Auch ohne Deutschland-Ticket geht es günstig zur Wiesn. Für Kleingruppen zum Beispiel mit der MVV-Gruppen-Tageskarte: Für 19,70 Euro in der Zone M sind bis zu fünf Personen bis 6 Uhr des Folgetages im Stadtgebiet unterwegs.
Ausweis nicht vergessen: Personalisierte DB- und MVV-Tickets sind nur zusammen mit einem Ausweis gültig.
Bierkrüge gehören ins Festzelt: Die Mitnahme von Bierkrügen ist verboten und wird von DB Sicherheit und Bundespolizei kontrolliert. Gekaufte Bierkrüge können verpackt mitgenommen werden.
Fahrräder möglichst vermeiden: Während der An- und Abreise kann es in den S-Bahnen sehr voll werden. Die Mitnahme von Fahrrädern ist deshalb je nach Auslastung nicht immer möglich.
Artikel: Donna Maria startet: Erster maschineller Tunnelvortrieb der 2. Stammstrecke beginnt
Tunnelbohrmaschine baut rund drei Kilometer langen Erkundungs- und Rettungsstollen • Start am Tunnelportal West an der Donnersbergerbrücke • Verkehrsminister, Tunnelpatin und Baupartner geben gemeinsam Startsignal
„Donna Maria“ ist gestartet: Mit einer sogenannten Tunnelandrehfeier am Tunnelportal West hat heute der erste maschinelle Tunnelvortrieb der 2. Stammstrecke München begonnen. Die rund 178 Meter lange und etwa 700 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine stellt in den kommenden Monaten in bis zu 40 Metern Tiefe den rund drei Kilometer langen Erkundungs- und Rettungsstollen von der Donnersbergerbrücke in Richtung Marienhof her.
Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO AG: „Donna Maria ist die erste Pfadfinderin der 2. Stammstrecke. Sie fährt voraus, erkundet den Münchner Untergrund und liefert wichtige Erkenntnisse für die größeren Maschinen, die später die beiden Verkehrstunnel bauen. Wir schaffen mit dem ersten maschinellen Tunnelvortrieb des Projekts auch die Grundlage für die nächsten großen Tunnelbauetappen. Der Fortschritt wird ab jetzt Meter für Meter sichtbar.“
Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr: „Der heutige Tunnelanstich für den Rettungsstollen ist ein Meilenstein beim Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke – dem zentralen Infrastrukturprojekt für den Nahverkehr in München und der Region. Bund und Freistaat beteiligen sich in erheblichem Umfang an der Finanzierung, denn die Bedeutung der Maßnahme kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die 2. Stammstrecke schafft Platz für zusätzliche Züge und entlastet das bestehende System – mit spürbaren Verbesserungen für die Fahrgäste und positiven Auswirkungen auf weite Teile Bayerns!“
Verena Dietl, Dritte Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München: „Wer das S-Bahn-System täglich nutzt, spürt es deutlich: Die erste Stammstrecke stößt an ihre Grenzen. Wenn sich Donna Maria jetzt unter der Stadt nach vorne gräbt, kommen wir der Entlastung Schritt für Schritt näher. Das verlangt den Menschen noch einen langen Atem ab. Aber am Ende steht eine S-Bahn, auf die sich die Münchner*innen beim Weg zur Arbeit, in die Schule und zu ihren Familien wieder verlassen können.“
Prof. Dr. Michael Blaschko, Vorstand Wayss & Freytag Ingenieurbau AG: „Wir freuen uns, unsere jahrzehntelange Erfahrung im maschinellen Schildvortrieb hier wieder einbringen zu dürfen: Mit der 700 Tonnen schweren Donna Maria werden wir uns sicher und umweltverträglich durch den Münchner Untergrund graben.“
Tunnelpatin Ann-Kathrin Jandt-Bernreiter: „Es ist eine sehr große Ehre für mich, die Patenschaft für den ersten Rettungs- und Erkundungsstollen der 2. S-Bahn-Stammstrecke zu übernehmen. Auch mit innovativer Technik bleibt der Tunnelbau eine besondere Aufgabe. Deshalb wünsche ich allen Beteiligten einen stets unfallfreien Bauverlauf.“
Hintergrund
Die sogenannte Mixshield-Maschine wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Hauptbahnhof und dem Hersteller Herrenknecht entwickelt und speziell auf die anspruchsvollen Bodenverhältnisse im Münchner Untergrund ausgelegt.
Der Name „Donna Maria“ wurde von Bürgerinnen und Bürgern vorgeschlagen und in einer öffentlichen Abstimmung gewählt. „Donna“ steht für die Donnersbergerbrücke, „Maria“ für den Marienhof – Start und Ziel der bevorstehenden Reise. Zugleich spielt der italienische Klang darauf an, dass München häufig als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet wird.
Für die 2. Stammstrecke kommen insgesamt sechs Tunnelbohrmaschinen zum Einsatz. Nach Donna Maria folgen ab 2028 die größeren Maschinen für die beiden S-Bahn-Verkehrstunnel.
17. Juli 2026, 15:00 Uhr
Mühldorf
Artikel: Aktuell im Testbetrieb, ab Dezember voll im Einsatz: Südostbayernbahn und Siemens präsentieren neuen Wasserstoffzug
Mireo Plus H fährt ab dem Fahrplanwechsel auf der Strecke Mühldorf–Burghausen • Bayernweit erster Einsatz eines Wasserstoffzugs im Regelbetrieb • Emissionsfreie Wasserstofftechnologie stärkt klimafreundlichen Regionalverkehr auf nicht elektrifizierten Strecken
Leise. Sauber. Wasserstoff. Mit diesem Dreiklang stellten die Südostbayernbahn (SOB) und Siemens Mobility heute gemeinsam mit Vertretern aus der Bundes- und Landespolitik den ersten Wasserstoffzug für den Regelbetrieb in Bayern vor. Bei der offiziellen Präsentation in Mühldorf wurde der Siemens Mireo Plus H symbolisch in die Flotte der SOB mit aufgenommen. Aktuell finden Test- und Schulungsfahrten statt, ab Dezember 2026 profitieren Fahrgäste dann von den drei barrierefreien, modernen und lokal emissionsfreien Fahrzeugen auf der Strecke Mühldorf–Burghausen.
Die drei Wasserstoffzüge kommen im Rahmen des Verkehrsvertrags „Linienstern Mühldorf 2025+“ zum Einsatz. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, hatte ihren Einsatz vorgegeben. Siemens Mobility liefert die drei Mireo Plus H-Züge an die Südostbayernbahn.
Bei der Vorstellung des Wasserstoffzuges (v.l.n.r.): Markus Frank, Kfm. Leiter Regionalzüge Siemens Mobility | Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr | Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr | Matthias Krause, Geschäftsleiter der Südostbayernbahn | Christoph Kraller, Konzernbevollmächtigter Deutsche Bahn für den Freistaat Bayern
Christoph Kraller, Konzernbevollmächtigter Deutsche Bahn für den Freistaat Bayern: „Mit dem ersten Wasserstoffzug im Regelbetrieb zeigen wir, wie der Abschied vom Diesel auf der Schiene gelingen kann. Gemeinsam mit unseren Partnern treiben wir so die klimafreundliche Verkehrswende weiter voran. Wir sparen mit den Zügen nicht nur CO2 ein, sie sind auch leiser als herkömmliche Dieselzüge. Damit profitieren sowohl die Umwelt als auch Fahrgäste und Anwohnende.“
Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Das Bundesministerium für Verkehr unterstützt gezielt innovative Antriebstechnologien, um klimafreundliche Mobilität schneller in die Praxis zu bringen. Die nun in Betrieb gehenden Wasserstoffzüge stehen beispielhaft für den erfolgreichen Transfer von Innovation in den Regelbetrieb. Was mit dem Förderprojekt ‚H2goesRail‘ begann, wird nun Teil des Alltags der Menschen vor Ort: mit einer modernen, klimafreundlichen und zuverlässigen Bahnverbindung. Das BMV unterstützt die Südostbayernbahn bei der Beschaffung von Fahrzeugen, der Betankungsinfrastruktur und eines Elektrolyseurs mit insgesamt 8,2 Millionen Euro. Vielen Dank an alle Beteiligten für ihre Pionierarbeit!“
Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr:„Die Südostbayernbahn schreibt an ihrem zentralen Bahnknoten Bahn-Geschichte. Die Bayerische Staatsregierung hat beschlossen, den Dieselbetrieb im bayerischen Schienenpersonennahverkehr bis 2040 zu beenden. Wasserstoff-Züge bilden dafür neben der Elektrifizierung von Strecken und dem Einsatz von Akku-Zügen einen Mosaikstein und können auf der Strecke von München nach Burghausen, im sogenannten Chemiedreieck, ideal eingesetzt werden. Ich setze darauf, dass die Züge ‚Made in Bavaria‘ zuverlässig auf der Strecke verkehren werden, und wünsche allen Fahrgästen ein tolles Bahn-Erlebnis im Wasserstoffzug.“
Markus Frank, Kfm. Leiter Regionalzüge Siemens Mobility: „Mit dem Start des Testbetriebs unserer drei Mireo Plus H-Züge im Netz Linienstern Mühldorf erreichen wir einen wichtigen Meilenstein für die umweltfreundliche Mobilität in Bayern. Wasserstoff- und Batteriezüge ermöglichen emissionsfreien Schienenverkehr auch dort, wo eine Elektrifizierung der Strecke nicht wirtschaftlich oder kurzfristig umsetzbar ist. So leistet Wasserstofftechnologie einen wichtigen Beitrag zum Ausstieg aus fossilen Antrieben. Dass ich diese innovative und lokal klimaneutrale Technologie in meiner Heimatregion begleiten darf, erfüllt mich mit besonderem Stolz“, sagt Markus Frank, Kaufmännischer Leiter Regionalverkehr bei Siemens Mobility.
Der Siemens Mireo Plus H fährt lokal emissionsfrei und ist insbesondere für nicht elektrifizierte Strecken eine klimafreundliche Alternative zum Diesel. Die Wasserstoffversorgung erfolgt über eine neu gebaute Tankstelle von DB Energie in Mühldorf, die mit 100 Prozent Ökostrom betrieben wird.
Die Beschaffung der Wasserstoffzüge wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) mit insgesamt 4,4 Millionen Euro gefördert, die Errichtung der Tankstelleninfrastruktur mit 3,8 Millionen Euro. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.
14. Juli 2026, 14:00 Uhr
Oberstdorf
Artikel: Modernisierungsschub im Allgäu: DB InfraGO nimmt neue Stellwerke in Oberstdorf und Fischen in Betrieb
Planung und Umsetzung erfolgten in Rekordzeit • Modernste Stellwerkstechnik sorgt für einen effizienteren Bahnbetrieb • Investitionen von rund 50 Millionen Euro
Die DB InfraGO hat am Wochenende die neuen elektronischen Stellwerke in Oberstdorf und Fischen erfolgreich in Betrieb genommen. Damit ist die Leit- und Sicherungstechnik auf der Strecke zwischen Immenstadt und Oberstdorf grundlegend modernisiert. Die Umsetzung des Projekts erfolgte in außergewöhnlich kurzer Zeit in enger Zusammenarbeit mit Hitachi, dem Lieferanten der Stellwerkstechnik. Nach dem Ausfall des alten Stellwerks in Oberstdorf Ende 2024 wurde das Projekt Anfang 2025 gestartet und innerhalb von anderthalb Jahren realisiert. Normalweise dauern Stellwerksprojekte dieser Art rund sechs bis sieben Jahre. Insgesamt investierte die DB rund 50 Millionen Euro in die neue Technik.
Die Inbetriebnahme der neuen Stellwerke bedeutet einen Modernisierungsschub für den Bahnverkehr im Allgäu. Signale und Weichen werden ab sofort zentral und per Mausklick aus dem Stellwerk in Immenstadt gesteuert. Die neue Technik sorgt damit für einen effizienteren Betrieb auf der auch für den Tourismus so wichtigen Strecke. Am Sonntag konnte zum ersten Mal ein ICE L nach Oberstdorf fahren. Die erfolgreiche Inbetriebnahme der Stellwerke war die Voraussetzung dafür.
Das Infrastrukturprojekt umfasst neben dem Neubau der Stellwerke in Oberstdorf und Fischen zahlreiche weitere Maßnahmen entlang der Strecke, die auch in den nächsten Monaten noch fortgesetzt werden:
Anpassungen weiterer Stellwerke in der Region
Umbau von Bahnübergängen
Modernisierung von Signalanlagen und Kabeltechnik
Verbesserungen für Reisende an der Verkehrsstation Fischen
Bau eines Außenbahnsteiges in Altstädten
Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG: „Wir haben mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der neuen Stellwerke in Oberstdorf und Fischen nun modernste Stellwerkstechnik auf einer Regionalstrecke im Einsatz. Planung und Umsetzung erfolgten dabei in Rekordzeit. Die neue Technik ist ein wichtiger Baustein für einen zukunftsfähigen Bahnverkehr im Allgäu – genauso wie die aktuell laufenden Bahnhofsprojekte in Kempten, Immenstadt und Sonthofen.“
Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Mit der in nur anderthalb Jahren fertiggestellten modernen Stellwerkstechnik in Oberstdorf und Fischen hat die DB InfraGO AG zusammen mit der Firma Hitachi eindrucksvoll bewiesen, dass Planung und Umsetzung eines solch komplexen Projektes in Deutschland geradezu rekordverdächtig schnell möglich sind. Voraussetzung hierfür war, dass alle Beteiligten von Anfang an gemeinsam, engagiert und lösungsorientiert an einem Strang gezogen haben. Von dieser zukunftssicheren Infrastruktur profitieren nicht nur Reisende und Pendlerinnen und Pendler, sondern auch die hiesige Wirtschaft und der Tourismus. Als Bund haben wir sehr gerne die erforderlichen finanziellen Mittel für den Stellwerksneubau zur Verfügung gestellt. Die neuen Stellwerke tragen zu einem leistungsfähigerem Bahnverkehr im Allgäu bei.“
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Das ist eine hervorragende Nachricht für die Region. Oberstdorf ist eine der wichtigsten Tourismusdestinationen in Bayern mit mehr als 2,7 Millionen Übernachtungen pro Jahr. So ein wichtiger Ort verdient beste Erreichbarkeit. Mit der Modernisierung der Stellwerke in Oberstdorf und Fischen ist nun ein wichtiger Schritt getan und ich hoffe, dass auch die weiteren Infrastrukturmaßnahmen zwischen Immenstadt und Oberstdorf schnell umgesetzt werden. Seitens des Freistaats haben wir die DB mit der Planung zahlreicher Maßnahmen beauftragt. Dazu gehören die Elektrifizierung, die Anhebung der Höchstgeschwindigkeit, ein zweigleisiger Begegnungsabschnitt und der neue Haltepunkt Sonthofen – Rieden.“