Starke Schiene: DB auf Kurs zur Klimaneutralität

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Starke Schiene: DB auf Kurs zur Klimaneutralität

Ökostrom-Anteil im Bahnstrom wächst rasant: über 60 Prozent 2020, 100 Prozent bis 2038 • 33 Bahnhöfe in Deutschland bereits grün

Deutschland braucht eine starke grüne Schiene. Denn kein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn. Diesen Umweltvorteil baut die DB konsequent aus und schärft dabei von Jahr zu Jahr weiter ihre Zielsetzungen. Bis 2030 peilt das Unternehmen die Halbierung der spezifischen CO2-Emissionen über alle weltweiten Verkehre im Vergleich zu 2006 an und hebt den Anteil erneuerbarer Energien am Bahnstrommix auf 80 Prozent an. Bis 2038 stellt die DB den Bahnstrom sogar vollständig auf 100 Prozent Ökostrom um. 2050 wird die Deutsche Bahn klimaneutral.


Dr. Richard Lutz, DB-Vorstandsvorsitzender: "Die Schiene ist elementar für den Klimaschutz in Deutschland."

1. Klimaschutz

Klima- und Umweltschutz ist in der neuen Strategie "Starke Schiene" als eines der wichtigsten Unternehmensziele verankert. Bis 2030 soll der Anteil an erneuerbaren Energien im DB-Bahnstrommix auf 80 Prozent ansteigen und bereits im Jahr 2038 wird das Unternehmen zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren. Bereits heute speist das Unternehmen über 60 Prozent Ökostrom in das Netz ein. Seit dem 1. Januar 2018 sind alle Reisenden im DB Fernverkehr mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs.

Mehr Ökostrom und weniger CO2 – darauf zielt auch das Angebot „EcoPlus“ von DB Cargo. Kunden können ihre Transporte auf der Schiene mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien durchführen lassen. DB Cargo und auch DB Regio werden in den nächsten Jahren in ihren Bereichen weiter in Ökostrom investieren.

Die DB ist heute der größte Ökostromverbraucher in Deutschland. In den kommenden Jahren wird das Unternehmen rund 50 Millionen Euro zusätzlich in den aktiven Klimaschutz investieren. 

DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz: „Wir verbessern kontinuierlich die eigenen Prozesse und unterstützen unsere Kunden im Personenverkehr und im Güterverkehr dabei, ihren CO₂-Fußabdruck weiter zu verringern. Ich bin fest davon überzeugt: Als umweltfreundlichster Verkehrsträger ist die Schiene heute und in Zukunft elementar für besseren Klimaschutz in Deutschland. Als DB nehmen wir den Auftrag an, das System Schiene stark und attraktiv zu machen." 










33 Bahnhöfe sind grün

DB Station&Service baut den Anteil erneuerbarer Energie aus: Unter den 33 Bahnhöfe mit 100 Prozent Ökostrom betriebenen Bahnhöfen sind die Zukunftsbahnhöfe sowie die 15 meist frequentierten Bahnhöfe. 4,26 Millionen Menschen besuchen täglich diese 15 Bahnhöfe, darunter sechs Stationen in Berlin, die Hauptbahnhöfe von Hamburg, Köln und Frankfurt (Main) sowie in München die Stationen Hauptbahnhof und Marienplatz.

Wo immer es möglich ist, wird bei der Deutschen Bahn Energie und somit schädliches CO2 eingespart. Neben der Anwendung von Ökostrom, Einsatz moderner Fahrzeuge sowie einer verbesserten Auslastung, ist das energieeffiziente Fahren der DB Lokführer und Busfahrer ein wesentlicher Beitrag zur Energiereduktion. Seit Jahren wird das Thema im Konzern vorangetrieben.

Dank neuer Telematik-Technologie und Schulungen für nachhaltige Fahrweise wird DB Regio zusätzlich rund 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr bei Zügen und Bussen einsparen. Das entspricht dem jährlichen Heiz- und Stromverbrauch einer mittelgroßen deutschen Stadt.

„Wir handeln jetzt: Die Klimaziele warten nicht. DB Regio bringt den Verbrauch fossiler Kraftstoffe nach unten und hat die Klima- und Verkehrswende im Nahverkehr auch in den Zeiten von Corona fest im Blick“, sagt Dr. Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender von DB Regio.

Seit einigen Monaten hat DB Regio bei dieselbetriebenen Zügen Fahrerassistenzsysteme im Einsatz, die den Kraftstoffverbrauch deutlich senken. Über Displays erhalten die Lokführer Fahrempfehlungen für eine energiesparende Fahrweise. Sie können dadurch noch vorausschauender fahren, bergab den Schwung nutzen und den Zug über weite Strecken rollen lassen. Der Verbrauch wird so im Schnitt um bis zu zehn Prozent gesenkt. Das Einsparpotenzial liegt bei 11,5 Millionen Litern Diesel im Jahr.

Bei Elektro-Triebzügen wird ein ähnliches System bereits seit einigen Jahren erfolgreich eingesetzt. Auch auf der Straße hat DB Regio Bus, der größte Busbetreiber Deutschlands, die Telematik-Technologie mittlerweile im Einsatz und kombiniert sie mit einem speziellen Training für die Busfahrer.

Vertiefende Informationen in unserem Themendienst 



2. Arten- und Naturschutz

Die Deutsche Bahn schont, schützt und schafft Naturraum 

Die Deutsche Bahn ist einer der größten Flächeneigentümer in Deutschland. Der damit verbundenen großen Verantwortung ist sich der Konzern bewusst. Entlang des 33.000 Kilometer langen Streckennetzes sowie rund um Stationen und Anlagen siedeln hunderte von seltenen Tier- und Pflanzenarten. Oft finden sie andernorts keinen Lebensraum mehr.

Der Konzern engagiert sich, um diese Artenvielfalt zu schützen, indem er beim Bau und Betrieb von Bahnanlagen den Eingriff in die Natur so gering wie möglich hält: Bahnanlagen und Strecken werden naturschutzgerecht geplant, gebaut, betrieben und instandgehalten. Wo Eingriffe in die Natur unvermeidbar sind, schafft die DB einen wirksamen Ausgleich oder Ersatz von Refugien. Umweltexperten der DB kümmern sich um Zauneidechsen, Schlingnattern, Fledermäuse, Kraniche, Wildpferde oder Wildbienen. Deutschlandweit betreut die DB seit 2010 über 32.000 Projekte im Natur- und Artenschutz. 


Naturschutz von Anfang an

In Deutschland stehen über 470 Tiere und Pflanzen unter strengem Artenschutz. Viele davon, wie die Schlingnattern, oder Fledermausarten wie das Große Mausohr, siedeln sich gerade an Bahnstrecken oder in ungenutzten Gebäuden an. Was tut die DB konkret?

  • Bei Arbeiten an Bahnanlagen achtet die DB sorgfältig darauf, dass Tiere und Pflanzen nicht verletzt werden. Vor dem Start neuer Bauarbeiten werden vorhandene Tierarten auf Arealen erfasst und durch Experten vorübergehend umgesiedelt. Die sichere Umsiedlung von geschützten Arten steuert eine eigens geschaffene Fachgruppe von DB-Naturschutzexperten.

  • Wo neue Bahnanlagen in die Natur eingreifen müssen, schafft die DB auch neue Lebensräume. So beweiden unter anderem Ziegen, Wildpferde und Schafe im Auftrag der DB ausgewählte Flächen, damit sich dort seltene Pflanzen- und Tierarten entfalten können. 

  • Die DB schützt auch einzelne Tierarten, wie Apollofalter, Bienen und Wanderfalken. Seit 2016 ermöglicht der Konzern Imkern kostenfrei das Aufstellen von Bienenkörben auf stillgelegtem DB-Gelände. Über 50 Millionen Bienen fanden bisher auf den Bahn-Arealen ein neues zu Hause und produzieren dort Honig. 

Zudem arbeitet sie in den nächsten Jahren auch verstärkt an folgenden Themenfeldern:


Vogelschutz an Bahnanlagen 

Wenn Vögel mit beiden Flügeln die spannungsführenden Teile von Oberleitungsanlagen und den geerdeten Masten überbrücken, kann es zu einem Kurzschluss kommen. Jährlich kommt es so zu rund 3.500 Störfällen, davon sind 92 Prozent auf Tauben und Rabenvögel zurückzuführen. Die restlichen 8 Prozent entfallen auf kleine Säugetiere wie Eichhörnchen und Marder. Zum Wohle der Vögel und um Störungen zu vermeiden, will die DB den Vogelschutz an den Oberleitungen verbessern. Neue Anlagen werden von Anfang an so gestaltet, dass Vögel vor Stromschlägen geschützt werden.


Nachhaltige und ökologische Vegetationskontrolle

Eine umweltfreundliche Vegetationskontrolle gehört zu den Schwerpunkten der neuen Strategie "Starke Schiene". Die Vegetationskontrolle entlang der Bahngleise muss regelmäßig durchgeführt werden, damit Signale und Stromleitungen nicht zuwachsen oder schadhafte Bäume auf die Gleise stürzen. Aktuell beschäftigt sich die DB mit der Frage, wie die Vegetationskontrolle noch nachhaltiger durchgeführt werden kann, beispielsweise indem durch den Rückschnitt von Bäumen eine Verbindung zu angrenzenden Biotopflächen geschaffen wird. Geschützte Arten, wie die Zauneidechse, können so einfacher von Fläche zu Fläche wandern und sich neue Lebensräume erschließen. 

Zudem reduziert die DB seit diesem Jahr ihren Einsatz von Glyphosat um die Hälfte. Weite Teile des Streckennetzes werden nicht mehr mit dem Herbizid behandelt. Anstelle der chemischen Vegetationspflege setzt die DB verstärkt auf mechanisch-manuelle Verfahren, um den Gleisbereich von Bewuchs frei zu halten und damit einen sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten.

Bereits seit einigen Jahren arbeitet die DB daran, wirksame Alternativen zu Glyphosat zu entwickeln. Geprüft werden derzeit mögliche Verfahren auf Basis des Einsatzes von Heißwasser, elektrischem Strom und UV-C-Licht.


Digitale Landkarte zeigt Berührungen mit Schutzgebieten

Über 33.000 km lang ist das Streckennetz der DB. Überschneidungen mit Schutzgebieten sind da keine Seltenheit. So führen beispielsweise knapp 8.000 km Bahnstrecke durch oder entlang von Landschaftsschutzgebieten. Hier muss die DB bei der Planung von Ausbau- und Instandhaltungsmaßnahmen spezielle Auflagen beachten.

Daher nutzt die DB geografische Informationssysteme (GIS), um Berührungspunkte zwischen Natur und Eisenbahntrassen sowie DB-Flächen zu ermitteln. In den Systemen sind die Bahnstrecken und -flächen sowie alle digital verfügbaren Schutzgebiete Deutschlands hinterlegt. In einer digitalen Landkarte ist sofort zu erkennen, wo sich deutschlandweit Flächen der Deutschen Bahn und Schutzgebiete überlagern.


3. Lärmschutz

Ein leiser Güterverkehr ist eine Grundvoraussetzung für die Verlagerung von der Straße auf die klimafreundliche Schiene. Ein zentrales Unternehmensziel ist daher die Reduzierung des Schienenverkehrslärms, die auf zwei Säulen fußt: 

  • Die Umrüstung von Güterwagen auf so genannte Flüsterbremsen.
  • Die Lärmsanierung an Strecken – mit Schutzwänden und Schallschutzfenstern.

Parallel werden neue Techniken an Fahrzeugen und an den Gleisen entwickelt, die künftig noch besser gegen Schienenlärm schützen werden.

Bund und Deutsche Bahn haben seit 1999 – in den zurückliegenden 20 Jahren – über 1,6 Milliarden Euro in Schallschutzwände und Lärmschutzmaßnahmen in Wohnungen investiert.

Allein 2019 flossen über 110 Millionen Euro von Bund und Bahn in den Lärmschutz vor Ort. An Neu- und Ausbaustrecken konnten 2019 fast 60 zusätzliche Kilometer Schallschutzwände fertiggestellt werden und über 2.200 Wohnungen mit Lärmschutzmaßnahmen ausgestattet werden. An rund 1.900 Streckenkilometern ist es seit Beginn des freiwilligen Lärmsanierungsprogramm des Bundes für die Anwohner ruhiger geworden. 60.600 Wohnungen haben von Lärmschutzmaßnahmen profitiert.

Auch die Sanierung der besonders lauten Streckenabschnitte geht mit Nachdruck weiter voran: Zusätzliche Lärmschutzmaßahmen bei „Lärmbrennpunkten“ werden umgesetzt. 

  • Mittelrheintal: Über 130 Millionen Euro investieren der Bund, die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die DB in den nächsten Jahren in 35 Einzelprojekte – wie beispielsweise spezielle Dämpfersysteme an den Schienen, Lärmschutzwände und Geländerausfachungen.
  • Inntal: Mit rund 13 Millionen Euro wird der Lärmschutz an der Strecke München-Kiefersfelden weiter verbessert. Entlang der rund 100 Kilometer langen Strecke werden zusätzlich Lärmschutzwände gebaut. Hinzu kommt der Einbau von sogenannten Schienenstegdämpfern.
  • Elbtal: In den nächsten Jahren errichtet die DB für über 56 Millionen Euro rund 25 Kilometer Lärmschutzwände und baut auf einer Länge von rund 27 Kilometern Schienenstegdämpfer ein. Das freut insbesondere über 13.000 Anwohner der Bahnstrecke zwischen Dresden und der tschechischen Grenze.

Derzeit rollen bei der Deutschen Bahn über 90 Prozent der Gesamtflotte von DB Cargo auf leisen Sohlen durch Deutschland. Konkret heißt das, rund 58.000 DB-Güterwagen sind aktuell mit der sogenannten Flüsterbremse umgerüstet. Fast 9.700 Wagen davon sind Neufahrzeuge und knapp 48.000 umgerüstete Güterwagen. Rund 10 Dezibel weniger Lärm geht so vom vorbeifahrenden Zug aus. Dies entspricht einer Halbierung des wahrgenommenen Rollgeräusches. Das Ziel: Bis Ende 2020 ist die gesamte aktive Flotte von DB Cargo in Deutschland mit leisen Sohlen unterwegs.



„Im Mittelpunkt unserer Strategie für mehr Lärmschutz steht die Entlastung der Menschen, die entlang der Strecken leben. Deshalb werden wir unser Versprechen einlösen und bis Ende dieses Jahres den Lärm an Bahnstrecken halbieren. Das ist gleichzeitig ein aktiver Beitrag für den Klimaschutz. In Deutschland soll mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene, und dafür brauchen wir die Akzeptanz der Menschen“ 


Andreas Gehlhaar, 
Leiter Umwelt/Nachhaltigkeit & Lärmschutzbeauftragter der DB




Maßnahmen für den Lärmschutz


Klimastudie bestätigt: DB muss sich gegen Klimawandel wappnen

Ergebnisse der Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Überblick:

  • Die Zahl der Witterungsextreme nimmt zu. 
  • Stürme verschieben sich teils in die grünere Jahreszeit. Bäume sind dann noch belaubt und bieten mehr Angriffsfläche.
  • Mehr Starkregen in Teilen Deutschlands. Infolgedessen kann es häufiger zu Hochwassern oder zum Unterspülen von Bahndämmen kommen.
  • Hitze nimmt zu, Kälte und Schnee werden weniger.

Infografik zum Download: Extremwetterlagen: Auswirkungen auf den Bahnbetrieb


Die DB reagiert auf die Studienergebnisse mit einer 5-Punkte-Strategie:

  • Vegetationsmanagement
  • Hitzeresistente Fahrzeuge
  • Widerstandsfähige Technik
  • Sicherungen gegen Starkregen
  • Weniger CO2-Emissionen