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„Ausgang Friedrichstraße“: zeitgenössische Kunst des Künstlerkollektivs Slavs & Tatars

Ein Jahr kostenlose Kunst im Vorbeigehen im Bahnhof Friedrichstraße

Für ein Jahr verwandelt sich der Bahnhof Berlin Friedrichstraße in eine Station für Kunst im Alltag. Der S-Bahnhof im Herzen der Hauptstadt ist ein wichtiger Knotenpunkt für viele Pendler, Reisende und Touristen.

Die Deutsche Bahn (DB) hat mit Hilfe der Kuratorin Ruth Ur das in Berlin beheimatete und international renommierte Künstlerduo Slavs & Tatars eingeladen, eine Installation für den Ausgang Friedrichstraße zu konzipieren. Dabei ist das Kunstwerk mit dem passenden Titel „Ausgang Friedrichstraße“ entstanden.

„In unserem Zeitalter säkularen Furors verwundert es nicht, dass Hamann weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Doch freuen wir uns sehr, dass Hamann Dank der Deutschen Bahn seine 15 Quadratmeter Ruhm erlangt“, so Slavs & Tatars.

Auch der zuständige Bahnhofsmanager Leif Niklas Wulf ist begeistert von der Idee einer Kunststation: „Bahnhöfe sind geprägt durch Eile. Schnell zum Zug, schnell nach Hause. Mit diesem Kunstwerk geben wir Anstoß zum Entschleunigen. Und das zum Nulltarif und im Alltag.“

Zeitgenössische Kunst im S-Bahnhof Berlin Friedrichstraße

Die Künstler stellen ihre Werke unter anderem im Museum für Moderne Kunst in New York, dem Albertinum Dresden und der Kunsthalle Zürich aus. Sie widmen sich in Büchern, Installationen, Ausstellungen und Vorträgen kulturellen und religiösen Themen. Ihre Arbeiten kann man derzeit auf der 58. Biennale in Venedig bestaunen.

Das Duo ließ sich von dem deutschen Philosophen Johann Georg Hamann inspirieren, der bereits große Denker und Schriftsteller wie Goethe, Lessing und Mendelssohn beeinflusste. An den Wänden des Treppenaufgangs direkt zur Friedrichstraße erscheint die Botschaft Hamanns auf rund 5.500 weißen, blauen und gelben Industriefliesen von Villeroy & Boch: „Für die Langeweile des Publikums von einem Liebhaber der langen Weile.“

Das Zitat provoziert vorbeieilende Passanten zum Nachdenken und Innehalten. Die Langeweile, die wir durch Alltagsstress und digitale Medien immer weniger erfahren können, steht in starkem Kontrast zu dem Treppenaufgang, der zu einem der pulsierendsten S-Bahnhöfe Berlins gehört.

Die DB schafft durch Kunstwerke wie von Slavs & Tatars ein verbessertes Erscheinungsbild der Bahnhöfe. Mit täglich rund 258.000 Reisenden und Besuchern ist der Bahnhof Friedrichstraße einer der meistgenutzten Bahnhöfe Berlins. Allein 2019 hat die DB gut 1 Million Euro für die Verschönerung Berliner Bahnhöfe ausgegeben.