Architektonische Schönheiten - Von historisch bis modern

Zum Inhalt springen

Instagram

Facebook

TikTok

Youtube

Whatsapp Community

Diese Bahn bewegt Deutschland. Jeden Tag.

Eine Bahn. Verlässlich. Für alle Menschen.

Eine Bahn, die stolz macht.

Mit der neuen Strategie “DB 2035” setzt die DB den Kurs für das kommende Jahrzehnt. Im Mittelpunkt stehen Verlässlichkeit, Qualität und ein spürbar besseres Reiseerlebnis für die Kundinnen und Kunden. Voraussetzung für den Erfolg ist ein konsequenter Umbau des Konzerns, dezentrales Unternehmertum und ein grundlegender Kulturwandel. Erfolgsfaktor ist eine Kultur, in der sich Leistung und Verantwortung lohnen.

Quelle: Deutsche Bahn AG / Jonas Becker
Monumentale Bahnsteighallen, denkmalgeschützte Fassaden, architektonische Besonderheiten: Wer genau hinschaut, kann an unseren Bahnhöfen viel entdecken.

Wer mit der Bahn fährt, kommt um den Bahnhof nicht herum. Bahnhöfe sind aber mehr als nur Drehscheiben für den öffentlichen Verkehr. Die Bahnhofsgebäude sind beim Ankommen erster Blickfang und damit Visitenkarte der Stadt. Das Wort Architektur = Baukunst bezeichnet im weitesten Sinne die handwerkliche Beschäftigung und ästhetische Auseinandersetzung des Menschen mit dem gebauten Raum. Planvolles Entwerfen, Gestalten und Konstruieren von Bauwerken ist ihr zentraler Inhalt. Dieser Gedanke spiegelt sich auch vor dem Hintergrund der ständigen Weiterentwicklung der Städte in deren Bahnhofsgebäuden wider. Einige dieser architektonischen Schönheiten wollen wir hier vorstellen:

Dresden Hauptbahnhof - Historische Pracht im Renaissancestil

Wer mit dem Zug nach Dresden kommt, befindet sich schon beim Aussteigen in der ersten Sehenswürdigkeit der Stadt: dem Hauptbahnhof. 1898 erbaut, ersetzte er den Böhmischen Bahnhof. Besonders war schon damals seine Kombination aus Kopf- und Durchgangsbahnhof.

Hauptbahnhof 1898

Hauptbahnhof 1898

Ab dem Jahr 2000 wurde der Bahnhof umfassend saniert. Das erneuerte Ensemble aus Stuck und Stahlbögen ließ der britische Architekt Lord Norman Foster mit einem riesigen Membrandach aus 0,8 Millimeter dicker teflonbeschichteter Glasfaserfolie überziehen, durch das nun in alle Hallen das Tageslicht fällt. Über diesem „Hightech-Zelt“ schmückt seit 2006 wie anno 1898 die stolze Saxoniastatue das Hauptportal und zeugt vom Sinn für sächsische Prachtentfaltung. Ebenso wie der im Stil des Neobarock errichtete Königspavillon, in dem die Staatsgäste des Königshauses empfangen wurden. Und in hellen Farbtönen strahlt die Empfangshalle im Stil der Neorenaissance. Heute empfängt der Dresdner Hauptbahnhof die Besucher mit einer Symbiose aus Historismus und Futurismus. 

Berlin Hauptbahnhof - Glanzstück der Superlative

In Berlins neuer Mitte – vis-à-vis dem Bundeskanzleramt, nahe dem Reichstag und unweit des Brandenburger Tors – eröffnete am 26. Mai 2006 nach elfjähriger Bauzeit mit dem neuen Hauptbahnhof ein ganz besonderes Bauwerk. 

Die Hamburger Architekten von Gerkan, Marg & Partner entwickelten auf dem Gelände des stillgelegten und in den 50er Jahren gesprengten Lehrter Bahnhofs die eindrucksvolle Gestalt des neuen Verkehrsknotenpunktes: eine aus fünf Ebenen bestehende und doch filigrane Konstruktion aus Metall und Glas, weiträumig und von Licht durchflutet. Ein raffiniertes System großer Öffnungen in den Decken aller Ebenen lässt Tageslicht bis zu den unteren Gleisen gelangen.

Die 180 Meter lange und 42 Meter breite Bahnhofshalle kreuzt das 321 Meter lange gläserne Ost-West-Dach und unterstreicht damit architektonisch den vorgegebenen Gleisverlauf. Die Gleise der Nord-Süd-Verbindung, 15 Meter unter der Erde, und die Gleise der Ost-West-Verbindung, 10 Meter über dem Straßenniveau, bilden dabei Europas größte Kreuzung. Ein weiteres Highlight sind die zwei 46 Meter hohen und als Bürokomplex dienenden Bügelbauten, die die Stadtbahn überspannen. 

Hunderwasser-Bahnhof Uelzen 

Uelzens Bahnhof ist eine wahre Touristenattraktion. Das 1887 erbaute Gebäude ist seit dem Jahr 2000 Hunderwasser-Bahnhof. Der Architekt und Maler Friedensreich Hundertwasser hat hier im Rahmen der Expo 2000 ein farbenprächtiges Kunstwerk erschaffen. Prägend für seinen Stil sind fröhliche Farben und kuriose Formen, die sich hier wiederfinden - bunte Säulen, jede ein Unikat, und Mosaike, verschiedene Pflastersteine zeigen Tier-Silhouetten. Auf der einen Seite im Wartebereich tragen alte Gusseisensäulen Holzdach und Solarzellen, auf der anderen Seite liegt das kunterbunte Restaurant und ein Café im Hundertwasser-Stil. Selbst die Toiletten sind in Uelzen kleine Kunstwerke. Auch Umweltaspekte bezog Hundertwasser in seinen Stil mit ein. Darum sind auf dem Dach des Bahnhofs Bäume gepflanzt. All das sorgt für das spezielle Hunderwasser-Raumgefühl. In Uelzen steigt man nicht nur aus und ein, sondern reist eigens zur Bahnhofsbesichtigung an. Hierfür werden sogar extra Bahnhofsführungen angeboten. 

Ende des oberhalb befindlichen Videos

Leipziger Hauptbahnhof - Gigant aus hellem Sandstein

Leipzigs Hauptbahnhof, wurde in den Jahren von 1902 bis 1915 erbaut. Die Architekten William Lossow und Max Hans Kühne gestalteten den Leipziger Hauptbahnhof in der Weimarer Republik unter dem Motto „Luft und Licht“. Dieses Motto ist heute noch erlebbar. Verglaste, halbrunde Decken, eine durchlüftete hohe Halle, freier Blick von der Bahnhofsebene auf die Ladenzeilen in den beiden Untergeschossen und zwei gläserne Fahrstühle mit Panoramablick lassen den Bahnhof von innen hell, transparent und lebendig erscheinen. Das Bahnhofsgebäude hat eine Länge von 298 Metern. Da der Bahnhof früher Eigentum der sächsischen und der preußischen Bahn war, gibt es auch noch heute alles zweimal: Empfangshallen, Wartesäle, Treppenaufgänge. Die Sandstein-Figuren an den Empfangsgebäuden zeigen Leipziger Berufe wie Steinmetz, Ingenieur, Eisenarbeiter und Professor. Der Leipziger Hauptbahnhof erstreckt sich über knapp 80.000 m² Fläche, was das Bauwerk zu Europas größtem Kopfbahnhof macht.

Nürnberg Hauptbahnhof - Außen alt, innen neu.

Der ursprünglich im neugotischen Stil zwischen 1844 und 1847 entstandene Bahnhof war ein für die Zeit typischer Kopfbahnhof. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung Nürnbergs als Verkehrsknoten wurde der Bahnhof zwischen 1900 und 1906 vom Architekten Karl Zenger weitgehend im Stil des Neubarock umgebaut. Mit dem Umbau erhielt der Bahnhof sein imposantes Empfangsgebäude. Erkennungsmerkmal ist vor allem der Krensheimer Muschelkalk, der die Außenfassade prägt. Diese ist heute denkmalgeschützt und wurde darum auch beim letzten Umbau nur ausgebessert. Die Portale der einzelnen Hallen sind reich verziert und zeigen vor allem Symbole des technischen Fortschritts, so zum Beispiel ein Flügelrad über dem Portal der Mittelhalle. Besonders schön sind die Wandmosaiken mit dem Thema „Reisen“. Um den Umbau rangt sich die Anekdote: Der Nürnberger Bürgermeister Schuh kam zu Prinzregent Luitpold und sagte zu ihm:  "Königliche Hoheit, wir hamm jetzt ein Denkmal von Ihnen gebaut, dazu brauchten wir halt einen neuen Bahnhof"  -  das Budget wurde allergnädigst bewilligt.

Nürnberg Hbf, Skulptur

Heute ist der Nürnberger Hauptbahnhof mit seinen drei Vermarktungsebenen und Büroräumen innen einer der modernsten. Zudem gehört der größte Bahnhof Frankens mit seinen 25 Gleisen, davon 22 Bahnsteiggleise, zu den größten Durchgangsbahnhöfen in Europa.

Frankfurt (Main) Hauptbahnhof - wichtiges Bahndrehkreuz

Züge aus ganz Europa laufen hier seit 1888 in drei riesige Hallen aus Stahl und Glas ein. Die Fassade des älteren Bauteils wurde im Stil der Neorenaissance gestaltet. 1924 wurde das Empfangsgebäude um zwei Hallen im neoklassizistischen Stil erweitert. Der Eingang der Hauptempfangshalle wird aus drei Türeinheiten gebildet und durch zwei mächtige Pfeiler geteilt. In der Mitte darüber befinden sich eine verzierte Uhr mit den Allegorien von Tag und Nacht. Die Dreiteilung der Bahnsteighallen symbolisiert die frühere Nutzung durch drei Eisenbahngesellschaften: Taunus-Eisenbahn, Preußische Staatsbahn und Hessische Ludwigsbahn. Das Dach schmückt eine Atlasfigur in Bronze, die die Weltkugel auf den Schultern trägt, begleitet von Symbolfiguren für Dampf und Elektrizität. Westlich des Empfangsgebäudes schließt sich die Bahnsteighalle an, die aus fünf Stahl- und Glashallen besteht und auf einer Länge von 186 Metern die Bahnsteige überdacht.

Bremen Hauptbahnhof - Wahrzeichen der Hansestadt

Das vom Architekten Hubert Stier entworfene Gebäude wurde 1885 bis 1889 im Stil der Neorenaissance errichtet. Mit seinen großen Rundbogenfenstern wirkt das Gebäude hell. In den beiden Türmen des Gebäudes sind vier Stadtwappen untergebracht: das Wappen von Hannover, Bremen, Hamburg und Köln. Alles Städte, die durch die Bahn mit Bremen direkt verbunden sind. Die Allegorien auf den Eckpfeilern sollen Industrie und Handel, in den Mauerbögen Eisenbahnverkehr und Schifffahrt symbolisieren.

In der Empfangshalle über dem Tunneleingang ist ein Wandmosaik eingearbeitet, das 1957 als Werbefläche für die Bremer Zigarettenfabrik Martin Brinkmann AG angebracht wurde – eine Gegenleistung für die Finanzierung weiterer Renovierungen. Und ebenfalls in der Empfangshalle begrüßen den Besucher auf einem weiteren Wandmosaik die Bremer Stadtmusikanten. 

Wussten Sie schon, ...

... welches der älteste Bahnhof Deutschlands ist?

Der Bahnhof in Vienenburg im Harz hat eines der ältesten Empfangsgebäude in Deutschland. Es wurde 1840 gebaut. Neben dem Bahnhofsgebäude steht der "Kaisersaal". Dort war Wilhelm I., der damals König von Preußen und Deutscher Kaiser war, als er Vienenburg am 15. August 1875 besuchte.

Bahnhof Vienenburg

Bahnhof Vienenburg

Der Bahnhof hat übriges auch ein Eisenbahnmuseum mit einer Modellbahnanlage, alten Fahrkartendruckern, Fahrplänen, Werkzeugen und Uniformen.

Weitere Bahnhofsporträts finden Sie hier >>>

Bahnhof des Jahres

Seit Sommer 2004 prämiert die Allianz pro Schiene im Rahmen des Wettbewerbs „Bahnhof des Jahres" Bahnhöfe, die sich durch besondere Infrastruktur, Service und Architektur hervortun. In diesem Jahr ist es am 18. September wieder soweit.

Um den Preis zu erhalten, sind nicht nur die Nominierungen der Bahnkunden nötig, eine Jury aus unabhängigen Verkehrsexperten begibt sich mit einer umfangreichen Checkliste auf die Reise und macht sich vor Ort selbst ein Bild von den Nominierten.

Bad Bentheim - Siegerbahnhof 2019 

Bad Bentheim

Bad Bentheim - Bahnhof des Jahres 2019

Im 19. Jahrhundert erbaut, im 21. Jahrhundert modernisiert. Doch zunächst sorgte genau diese Modernisierung im Frühjahr 2016 aufgrund des verspäteten Umbaus des Empfangsgebäudes durch die Bentheimer Eisenbahn für Aufsehen. Der auf 76 cm erhöhte Bahnsteig blockierte bis zur Fertigstellung des neuen Zugangs mehrere vorher auf den Bahnsteig führende Türen. Der Vertreter der Eisenbahngesellschaft empfahl den Fahrgästen während der Übergangszeit den Hausbahnsteig durch ein Fenster des Gebäudes zu betreten. Wer heute aus dem Bahnhof in Bad Bentheim auf den Bahnsteig treten will, kann dafür wieder eine Tür statt eines Fensters nutzen. Und auch sonst ist er ein Ort, an dem sich die Reisenden wohlfühlen können. Das berühmte Fenster fand nach dem Umbau des Bahnhofs einen Platz in der Bahnhofshalle.

Informationen zu den bisherigen Siegerbahnhöfe finden Sie hier.

Und hier finden Sie Visionen und Ideen, wie Bahnhöfe von morgen aussehen könnten.

Aber nicht nur die Bahnhöfe sind architektonische Schönheiten. Auch die Brücken bei der Deutschen Bahn sind faszinierende Bauwerke und technische Meisterleistungen. Mehr Informationen finden Sie hier