Artikel: Donna Maria startet: Erster maschineller Tunnelvortrieb der 2. Stammstrecke beginnt
„Donna Maria“ ist gestartet: Mit einer sogenannten Tunnelandrehfeier am Tunnelportal West hat heute der erste maschinelle Tunnelvortrieb der 2. Stammstrecke München begonnen. Die rund 178 Meter lange und etwa 700 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine stellt in den kommenden Monaten in bis zu 40 Metern Tiefe den rund drei Kilometer langen Erkundungs- und Rettungsstollen von der Donnersbergerbrücke in Richtung Marienhof her.
Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO AG: „Donna Maria ist die erste Pfadfinderin der 2. Stammstrecke. Sie fährt voraus, erkundet den Münchner Untergrund und liefert wichtige Erkenntnisse für die größeren Maschinen, die später die beiden Verkehrstunnel bauen. Wir schaffen mit dem ersten maschinellen Tunnelvortrieb des Projekts auch die Grundlage für die nächsten großen Tunnelbauetappen. Der Fortschritt wird ab jetzt Meter für Meter sichtbar.“
Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr: „Der heutige Tunnelanstich für den Rettungsstollen ist ein Meilenstein beim Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke – dem zentralen Infrastrukturprojekt für den Nahverkehr in München und der Region. Bund und Freistaat beteiligen sich in erheblichem Umfang an der Finanzierung, denn die Bedeutung der Maßnahme kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die 2. Stammstrecke schafft Platz für zusätzliche Züge und entlastet das bestehende System – mit spürbaren Verbesserungen für die Fahrgäste und positiven Auswirkungen auf weite Teile Bayerns!“
Verena Dietl, Dritte Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München: „Wer das S-Bahn-System täglich nutzt, spürt es deutlich: Die erste Stammstrecke stößt an ihre Grenzen. Wenn sich Donna Maria jetzt unter der Stadt nach vorne gräbt, kommen wir der Entlastung Schritt für Schritt näher. Das verlangt den Menschen noch einen langen Atem ab. Aber am Ende steht eine S-Bahn, auf die sich die Münchner*innen beim Weg zur Arbeit, in die Schule und zu ihren Familien wieder verlassen können.“
Prof. Dr. Michael Blaschko, Vorstand Wayss & Freytag Ingenieurbau AG: „Wir freuen uns, unsere jahrzehntelange Erfahrung im maschinellen Schildvortrieb hier wieder einbringen zu dürfen: Mit der 700 Tonnen schweren Donna Maria werden wir uns sicher und umweltverträglich durch den Münchner Untergrund graben.“
Tunnelpatin Ann-Kathrin Jandt-Bernreiter: „Es ist eine sehr große Ehre für mich, die Patenschaft für den ersten Rettungs- und Erkundungsstollen der 2. S-Bahn-Stammstrecke zu übernehmen. Auch mit innovativer Technik bleibt der Tunnelbau eine besondere Aufgabe. Deshalb wünsche ich allen Beteiligten einen stets unfallfreien Bauverlauf.“Hintergrund
Die sogenannte Mixshield-Maschine wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Hauptbahnhof und dem Hersteller Herrenknecht entwickelt und speziell auf die anspruchsvollen Bodenverhältnisse im Münchner Untergrund ausgelegt.
Der Name „Donna Maria“ wurde von Bürgerinnen und Bürgern vorgeschlagen und in einer öffentlichen Abstimmung gewählt. „Donna“ steht für die Donnersbergerbrücke, „Maria“ für den Marienhof – Start und Ziel der bevorstehenden Reise. Zugleich spielt der italienische Klang darauf an, dass München häufig als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet wird.
Für die 2. Stammstrecke kommen insgesamt sechs Tunnelbohrmaschinen zum Einsatz. Nach Donna Maria folgen ab 2028 die größeren Maschinen für die beiden S-Bahn-Verkehrstunnel.