Artikel: Von der Donnersbergerbrücke zum Marienhof: Erste Tunnelbohrmaschine heißt „Donna Maria“
Die erste Tunnelbohrmaschine für die 2. Stammstrecke München hat einen Namen: Donna Maria. Beim öffentlichen Online-Voting setzte sich der Vorschlag mit rund 59 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen die beiden weiteren Finalistinnen Martha (28 Prozent) und Anna (13 Prozent) durch. Im Zuge des öffentlichen Namensgebungsprozesses hatte die DB mehr als 1000 Namensvorschläge erhalten. An der Abstimmung beteiligten sich rund 2300 Menschen.
Vier Teilnehmer:innen hatten Donna Maria unabhängig voneinander vorgeschlagen. „Donna“ steht für sie für den Startpunkt an der Donnersbergerbrücke, „Maria“ für das Ziel am Marienhof. Zugleich spielt der Name laut einer Einreichenden auf München als nördlichste Stadt Italiens und auf Maria als Schutzpatronin Bayerns an. Der weiß-blauen Maschine wünsche sie damit Kraft und „Schutz von oben“ für ihre anspruchsvolle Aufgabe unter Tage.
„Mehr als 1.000 Vorschläge und die große Beteiligung am Voting zeigen, wie sehr die Menschen den Bau der 2. Stammstrecke verfolgen. Mit Donna Maria hat die Maschine einen Namen bekommen, der ihre gesamte Strecke auf originelle Weise verbindet – von der Donnersbergerbrücke bis zum Marienhof“, sagt Jörg Müller, Leiter Technik bei der 2. Stammstrecke.
Auch zahlreiche weitere Vorschläge sorgten bei der Jury für Begeisterung und Erheiterung, darunter Monaco Franzi, Resi, Rosi, Wühltraud, Ingebohrg, Tunella oder Isarbella. Einige davon könnten noch eine zweite Chance bekommen: Für den Bau der Tunnel der 2. Stammstrecke werden insgesamt sechs Tunnelbohrmaschinen eingesetzt. Auch die weiteren fünf Maschinen sollen Namen erhalten. Wie die Öffentlichkeit daran beteiligt wird, gibt die DB zu einem späteren Zeitpunkt bekannt. Die Gewinner der im Rahmen der Namensgebung verlosten exklusiven Besichtigung von Donna Maria werden direkt benachrichtigt.
Über die erste Tunnelbohrmaschine
Donna Maria hat einen Bohrkopfdurchmesser von rund fünf Metern, ist rund 178 Meter lang und etwa 700 Tonnen schwer. Sie wird derzeit am Tunnelportal West aufgebaut. Ab dem 17. September soll sie den rund drei Kilometer langen Erkundungs- und Rettungsstollen zwischen Donnersbergerbrücke und Marienhof auffahren. Der Stollen entsteht zwischen den beiden künftigen S-Bahn-Tunnelröhren und dient später als Rettungsweg.
Bis zu acht Menschen werden direkt an Bord der Donna Maria arbeiten. Den Boden wird Donna Maria bereits während des Vortriebs stabilisieren – sie gilt als besonders setzungsarm. Im Bohrkopf wird die Maschine das Erdreich mit einer Stützflüssigkeit vermischen, um den Druck im Untergrund präzise zu steuern. So können Setzungen an der Oberfläche minimiert werden – ein entscheidender Faktor beim Tunnelbau unter dicht bebautem Stadtgebiet. Während sich Donna Maria nach vorne arbeitet, entsteht direkt dahinter bereits der fertige Tunnel: Aus tonnenschweren Betonsegmenten – sogenannten Tübbingen – setzt sie Ring für Ring die Tunnelröhre zusammen.
Insgesamt entstehen sechs Tunnelröhren für die 2. Stammstrecke: je zwei Verkehrstunnel aus Westen und Osten in Richtung Innenstadt sowie zwei Erkundungs- und Rettungstunnel. Der Vortrieb für den ersten Verkehrstunnel soll voraussichtlich 2028 starten.