ETCS-Software-Lösung ermöglicht mehr Güterverkehr auf Strecke Bamberg – Erfurt

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17. August 2026, 12:15 Uhr
Berlin
DB InfraGO-Chef Philipp Nagl: „Mit dieser innovativen Lösung können wir die vorhandene Infrastruktur effizienter nutzen.“ • Zusätzliche Trassen für Güterzüge insbesondere nachts und in Tagesrandlagen

Gemeinsam mit Siemens hat die DB InfraGO eine Softwarelösung entwickelt und zugelassen, die mehr Güterverkehr auf der Neubaustrecke zwischen Bamberg und Erfurt (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8.1) ermöglicht. Damit können insbesondere in Tagesrandlagen und in den Nachtstunden zusätzliche Güterzüge auf der Strecke verkehren. Die entsprechenden Trassen können Eisenbahnunternehmen ab sofort bestellen. 

Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO: „Mit der neuen ETCS-basierten Softwarelösung zeigen wir, wie Digitalisierung unmittelbar zusätzlichen Nutzen für unsere Kundinnen und Kunden bringt. Gemeinsam mit Siemens haben wir eine innovative Lösung entwickelt, mit der wir die vorhandene Infrastruktur effizienter nutzen können. Dadurch schaffen wir mehr Flexibilität für den Schienengüterverkehr.“ 

Auf Schnellfahrstrecken mit einröhrigen Tunneln gilt ein sogenanntes Tunnelbegegnungsverbot zwischen langsamen Güterzügen und Hochgeschwindigkeitszügen des Fernverkehrs, u.a. wegen aerodynamischer Effekte bei großen Geschwindigkeitsunterschieden. Die neue Anwendung verknüpft Informationen aus Fahrplan-, Leit- und Sicherungssystemen und erkennt automatisiert die jeweilige Zugart. Dadurch werden unzulässige Begegnungen von Reise- und Güterzügen in den Tunnelabschnitten der Strecke technisch ausgeschlossen. Die bislang erforderlichen betrieblichen Einschränkungen können so durch eine digitale Lösung unterstützt und weiterentwickelt werden.  

Die Neubaustrecke zwischen Bamberg und Erfurt ist vollständig mit dem Europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) ausgestattet und verfügt damit über modernste Leit- und Sicherungstechnik. Sie ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 und eine zentrale Nord-Süd-Verbindung im deutschen Schienennetz. Die Strecke ist als Hochgeschwindigkeitsachse konzipiert; tagsüber hat der schnelle Personenverkehr (SPFV) Priorität, Güterzüge fahren vorrangig nachts.  

Anfang 2025 wurde der Güterverkehr schrittweise aufgenommen und die Strecke wird zunehmend für Güterzugleistungen angefragt. Die Güterzug-Loks müssen zur Nutzung der VDE 8 mit dem Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet sein.