Planbare Entlastung: Bahnverkehr soll bei Extrem-Hitze verlässlicher werden

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27. Juli 2026, 15:30 Uhr
Berlin
Neue Regelung der DB InfraGO • Möglichkeit zur gezielten temporären Entlastung des Bahnbetriebs • Trassenpreisregelungen werden für bestimmte Zeiträume angepasst • Entscheidung liegt bei Aufgabenträgern und Eisenbahnverkehrsunternehmen

Die DB InfraGO reagiert künftig früher, wenn sich Extremwetterlagen abzeichnen. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden frühzeitig und transparent zu informieren und einen möglichst verlässlichen Bahnbetrieb sicherzustellen. Eine neue Regelung sieht vor, dass Aufgabenträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Stabilisierung des Systems weniger Züge fahren lassen können, wenn sie das wollen. Die DB InfraGO wird dafür für festgelegte Zeiträume entsprechende Regelungen des Trassennutzungsvertrages aussetzen wie etwa Stornokosten. Die Regelung gilt auch für den Personenfern- und den Güterverkehr.

Ein solcher Zeitraum gilt erstmals bundesweit ab Donnerstag, 30. Juli, bis (vorerst) 6. August. In NRW, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gilt die Regelung wegen der dortigen Temperaturen bereits ab Mittwoch.

Weniger Züge im Netz ermöglichen mehr Reserven für den Betrieb und damit eine höhere Chance, dass die verbleibenden Angebote zuverlässig verkehren. Die Reisenden erhalten früher Klarheit, ob ihr Zug fährt oder alternative Verbindungen bestehen. Auch die Eisenbahnverkehrsunternehmen erhalten Planungssicherheit und können Fahrzeuge, Personal und Kundeninformationen entsprechend vorbereiten. 

Die Hitzewelle Ende Juni hat gezeigt, wie stark extreme Wetterlagen den Bahnverkehr beeinträchtigen können. Die hohen Temperaturen belasten die Eisenbahninfrastruktur, die Züge sowie alle Mitarbeitenden der Unternehmen. Technische Störungen und Einschränkungen steigen unter diesen Umständen deutlich an. Die Folge waren Verspätungen, kurzfristige Zugausfälle, Fahrgäste, die ihre Reise nicht fortsetzen konnten und Güter, die nicht rechtzeitig ankamen. 

DB InfraGO-Chef Philipp Nagl: „Aus diesen Erfahrungen ziehen wir Konsequenzen. Künftig werden wir bei angekündigten Hitzewellen mit Temperaturen über 35 Grad vorausschauender handeln. Bereits im Vorfeld werden wir den Eisenbahnverkehrsunternehmen bei solchen Prognosen empfehlen, bedarfsgerecht Verkehr herauszunehmen. Nur so sichern wir die Stabilität des Gesamtsystems. Für eine schnelle Reaktionszeit planen wir ab sofort vorsorglich gemeinsam darauf abgestimmte Angebotskonzepte mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen im Personenverkehr.“ 

Die Entscheidung über solche Maßnahmen liegt immer bei den Aufgabenträgern des Nahverkehrs sowie den Eisenbahnverkehrsunternehmen.