Die Reichsbahn im Nationalsozialismus

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Mit der neuen Strategie “DB 2035” setzt die DB den Kurs für das kommende Jahrzehnt. Im Mittelpunkt stehen Verlässlichkeit, Qualität und ein spürbar besseres Reiseerlebnis für die Kundinnen und Kunden. Voraussetzung für den Erfolg ist ein konsequenter Umbau des Konzerns, dezentrales Unternehmertum und ein grundlegender Kulturwandel. Erfolgsfaktor ist eine Kultur, in der sich Leistung und Verantwortung lohnen.

Quelle: Deutsche Bahn AG / Jonas Becker
Im Jahr 1933 zählte die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft knapp 600.000 Beschäftigte. Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 folgten bald die Gleichschaltung und die Anpassung an den nationalsozialistischen Staat.

Eisenbahngewerkschaften wurden aufgelöst, aktive Gewerkschaftsmitglieder versetzt oder entlassen. Gleiches galt für die Sozialdemokraten und Kommunisten. Obwohl die Reichsbahn-Gesellschaft formal noch unabhängig vom Staat war, wurden nach dem Erlass des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 7. April 1933 und der Verabschiedung der Nürnberger Rassengesetze 1935 jüdische Reichsbahnbeamte zwangsweise in den Ruhestand versetzt.

Julius Dorpmüller, der seit 1926 die Geschäfte der Reichsbahn-Gesellschaft führte, wählte den Weg der Anpassung an die neue Herrschaft. Am 24. März 1933 rief er alle Eisenbahner auf, ihre „volle Kraft“ für die „nationale Regierung“ einzusetzen. Das bedeutete auch, dass sich die Geschäftspolitik der Reichsbahn ganz den Zielen der nationalsozialistischen Volkswirtschaft unterordnete. Die Zahl der Beschäftigten stieg rapide und besonders für Fahrten zu Massenveranstaltungen wie die Reichsparteitage oder die „Kraft durch Freude“-Reisen wurden Preisnachlässe von bis zu 75 Prozent gewährt.

1937 wurde die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft  auch juristisch wieder unter die Hoheit des Deutschen Reiches gestellt.  Sie firmierte nun unter dem Namen Deutsche Reichsbahn. Ihre Dienststellen waren damit Teil der Reichsverwaltung unter Leitung des Reichsverkehrsministeriums. Julius Dorpmüller wurde zusätzlich zu seiner Funktion als Generaldirektor zum Reichsverkehrsminister ernannt. Längst mussten Beamte, Arbeiter und Lehrlinge bei der Reichsbahn nachweisen, dass sie „deutschen oder artverwandten Blutes“ waren. Private oder dienstliche Kontakte mit Juden waren zu unterlassen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges schließlich war die Reichsbahn vollständig zu einem Werkzeug des NS-Regimes geworden.