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Sommerzeit ist Bauzeit: Kampfmittelsondierung und Bau von Kabelkanälen in den Sommerferien zwischen Leverkusen und Langenfeld

Bahn baut 2020 rund 18 Kilometer Kabelkanäle • Mehr als 5.000 Bohrungen zur Kampfmittelsondierung geplant

Im März dieses Jahres hat die Deutsche Bahn mit dem Ausbau der Strecke zwischen Leverkusen und Langenfeld für den Rhein-Ruhr-Express begonnen. Es ist der erste Abschnitt auf dem ein zusätzliches Gleis verlegt wird und so auf der wichtigen Pendlerstrecke ein deutliches Plus an Kapazitäten schafft. Auf einer Länge von rund fünf Kilometern wird rechtzeitig zur Europameisterschaft 2024 ein zweites S-Bahn-Gleis gebaut.

Dieses Jahr stehen wichtige Grundlagenarbeiten an: Allein 18 Kilometer Kabelkanäle baut die DB neben den Gleisen – darunter zahlreiche Querungen unter den Gleisen. Außerdem muss der Untergrund auf Kampfmittel aus dem zweiten Weltkrieg untersucht werden. Dafür sind mehr als 5.000 Bohrungen allein im Jahr 2020 vorgesehen. Für die meisten dieser Arbeiten benötigt die DB Sperrpausen, in denen keine Züge fahren. Die allermeisten Arbeiten hat die DB in den Nächten eingeplant.

Oberstes Ziel der DB ist es, rechtzeitig vor der langen Sperrpause im Jahr 2022 den ersten Teil des neuen Elektronischen Stellwerks in Düsseldorf – nämlich den Abschnitt zwischen Leverkusen Chempark und Langenfeld - in Betrieb zu nehmen. Das verkürzt den Abschnitt deutlich, in dem dann auf der S-Bahn-Strecke zwischen Langenfeld und Leverkusen keine Züge fahren können. Damit mögliche Kampfmittelfunde oder Verdachtspunkte den sehr ambitionierten Zeitplan nicht aushebeln, stehen umfangreiche Arbeiten auf dem Abschnitt Langenfeld - Düsseldorf auch in den Sommer- und Herbstferien an. Um die Sperrpausen bestmöglich zu nutzen und künftige Wochenendsperrungen zu reduzieren hat die DB u.a. notwendige Instandhaltungsmaßnahmen auf dem Streckenabschnitt und Vermessungsarbeiten für den Bahnhof in Benrath zusätzlich während der Sommer- und Herbstferien eingeplant.

RRX Galerie

In der Zeit zwischen dem 26.6.2020, 22 Uhr, und 6.7.2020, 5 Uhr, sowie dem 31.7.2020, 22 Uhr, und dem 10.8.2020, 5 Uhr, ist die S-Bahnstrecke Köln Mülheim – Düsseldorf für je 10 Tage in den Sommerferien für den Zugverkehr gesperrt. Entsprechend gibt es ein Ersatzkonzept für den S-Bahnverkehr zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hbf. DB Regio setzt auf das bewährte Konzept aus den Osterferien.

Die Bauarbeiten führen zu Fahrplanänderungen und Zugausfällen bei Zügen der S-Bahn-Linien 6 und 68:

Die Züge der S 6 fallen zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hbf aus.

Als Ersatz verkehren Busse mit allen Unterwegshalten zwischen Köln-Mülheim und Langenfeld und zwischen Langenfeld und Düsseldorf Hbf. Im Berufsverkehr verkehren zusätzliche Schnellbusse zwischen Langenfeld und Leverkusen und zwischen Langenfeld und Düsseldorf-Benrath. Ab Leverkusen und Düsseldorf-Benrath besteht Anschluss von / zu den Zügen der Linien RE 1 und RE 5 in / aus Richtung Köln Hbf und Düsseldorf Hbf. Die Züge der Linien RE 1 und RE 5 verkehren planmäßig.

Die Züge der S 68 fallen zwischen Düsseldorf und Langenfeld aus. Als Ersatz verkehren Busse mit allen Unterwegshalten.

Vom 5.7.2020 bis 31.7.2020 sind die Gleise für den Regional- und Fernverkehr nachts zwischen 23 und 5 Uhr gesperrt. Die Züge werden zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hauptbahnhof umgeleitet. Somit entfallen für einige Verbindungen in den späten Abend- und frühen Morgenstunden die Halte Leverkusen Mitte und Düsseldorf-Benrath. Die S6 fährt in dieser Zeit jedoch regulär. In der Zeit vom 31. Juli 2020 bis zum 10. August 2020 besteht eine Langsamfahrstelle zwischen Köln und Duisburg. Fernverkehrszüge haben Fahrzeitverlängerungen von wenigen Minuten.

Das Detailkonzept ist derzeit noch in Abstimmung und wird rechtzeitig vor Beginn der Baumaßnahmen kommuniziert. In den Herbstferien 2020 sowie in den Ferienzeiten 2021 wird es ebenfalls zu Gleissperrungen und Einschränkungen im Zugverkehr kommen.

Künftig vier Gleise zwischen Langenfeld und Leverkusen 

Für den 15-Minuten-Takt des RRX wird der Streckenabschnitt Langenfeld – Leverkusen viergleisig ausgebaut. Bund, Land und Bahn investieren rund 200 Millionen Euro.  Es werden rund fünf Kilometer Gleise neu gebaut, 19 Kilometer Gleis erneuert, dafür rund 40.000 Tonnen Schotter bewegt. Acht zusätzliche Weichen werden eingebaut, 27 Weichen erneuert. Die DB baut 20 Kilometer Kabelkanal, verlegt 84 Kilometer Kabel, errichtet 250 Oberleitungsmaste, spannt 24 Kilometer Oberleitung und erweitert elf Brücken. Der Bahnhof Leverkusen Mitte wird barrierefrei mit drei Aufzügen ausgerüstet und erhält einen neuen Bahnsteig sowie neue Bahnsteigdächer. Für den Lärmschutz entstehen rund fünf Kilometer Lärmschutzwände. Leverkusen und Langenfeld erhalten als erste Ausbaustufe des ESTW Düsseldorf Stellwerke der neuesten Generation, 91 Signale werden dafür neu aufgestellt. 

Der Ausbau hat in diesem Jahr mit dem Neubau der Hauptkabeltrasse sowie Leitungsverlegungen für das neue Elektronische Stellwerk begonnen. Am Bahnhof Leverkusen Mitte wird seit Ende Januar als bauvorbereitende Maßnahme eine Ferngasleitung und eine Straße verlegt. Sie liegen heute dort, wo das neue S-Bahn-Gleis gebaut werden soll. Erste Maßnahmen an der Fußgängerunterführung Manforter Straße sind ab Mai vorgesehen.