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Nächtliche Gleisbauarbeiten

Nachhaltige Instandhaltung sichert Betriebsqualität auf Europas größtem Schienennetz

Jährlich weit über eine Milliarde Euro Eigenmittel für Instandhaltung von Schienennetz und Anlagen. Präventive Maßnahmen werden forciert

Das rund 33.300 Kilometer lange Streckennetz der DB AG ist mit seinen Gleisen, Weichen, Signalen, Telekommunikationsanlagen, Brücken, Tunneln sowie Umschlag-, Rangier- und Abstellanlagen die Basis für täglich rund 39.000 Zugfahrten im Personen- und Güterverkehr.

Als Unternehmen des DB-Konzerns trägt die DB Netz AG die Verantwortung für die gesamte Schieneninfrastruktur. Wichtigste Aufgabe ist es, mit einem qualitativ hochwertigen Streckennetz einen sicheren und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten, der auf die Bedürfnisse der rund 390 Eisenbahnverkehrsunternehmen abgestimmt ist. Dabei kommt einer nachhaltigen, kontinuierlichen Instandhaltung – neben Investitionen in das bestehende Netz sowie Neu- und Ausbaustrecken – zentrale Bedeutung zu.

Anlagenverantwortung unmittelbar vor Ort

Rund 10.000 Mitarbeiter der DB Netz AG sind mit Aufgaben der Instandhaltung betraut. Die Verantwortung für die Anlagen obliegt bundesweit sieben Regionalbereichen und untergeordneten 34 Produktionsstandorten. Durch diese hohe Flächenpräsenz ist sowohl die Entstörung an den Fahrweganlagen als auch die Durchführung von Sofortmaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs sichergestellt. Um die Auswirkungen auf den Bahnverkehr möglichst gering zu halten, werden Instandhaltungsmaßnahmen sofern möglich in Betriebsruhen oder -zeiten ausgeführt, in denen keine bzw. wenige Züge verkehren.

Inspektion: Erfassen und Beurteilen des Infrastrukturzustands

Im Rahmen der Inspektion werden der Ist-Zustand dem definierten Soll-Zustand der Schieneninfrastruktur gegenübergestellt und bei Bedarf gezielte Maßnahmen zur Wiederherstellung des Soll-Zustandes definiert. Dabei überprüft die DB Netz AG die Systemelemente, wie Oberbau mit Schienen, Schwellen und Schotter, Leit- und Sicherungstechnik, Telekommunikationsanlagen sowie Oberleitungen und Ingenieurbauwerke – die in den Richtlinien und Regelwerken klar definiert sind.

Wartung: Maßnahmen zur Bewahrung der Infrastrukturqualität

Die Wartung beinhaltet sämtliche Maßnahmen zur Bewahrung eines hohen Qualitätsstandards der Schieneninfrastruktur durch Pflege, Reinigung, Schmierung sowie Nachfüllen von Betriebsmitteln. Im Zuge der Reinigung werden Anlagen oder Anlagenteile nach den Vorgaben des Regelwerks gesäubert und gepflegt.

Hierzu zählen auch das Einfetten, Einölen und Abschmieren von Anlagen im Innen- und Außenbereich sowie das Nach-, Auffüllen und Ergänzen der Betriebsmittel (z.B. Kraftstoffe, Batterieflüssigkeit).

Instandsetzung: Wiederherstellen des Soll-Zustands

Unter dem Begriff Instandsetzung werden die Maßnahmen zur Wiederherstellung des Soll-Zustandes zusammengefasst. Dazu zählen:

  • • Sofortinstandsetzung (z.B. Festziehen loser  Kabelendverschlüsse) und
  • • Planbare Instandsetzung (z.B. Austausch defekter  Weichen, Erneuerung der  Oberleitung)

Zukunft der Instandhaltung gehört der Prävention

Um die Lebensdauer der Anlagen zu verlängern, die Fehlerhäufigkeit zu senken sowie gleichzeitig den Fehlerbeseitigungsaufwand zu reduzieren und die Fahrwegverfügbarkeit und Robustheit der Anlagen zu steigern, setzt die DB Netz AG zunehmend auf präventive Instandhaltung. Diese folgt festen Zyklen und ermöglicht somit eine bessere Planbarkeit der Maßnahmen.

Entsprechend wurden in den vergangenen Jahren etwa Zusatzprogramme für die Leit- und Sicherungstechnik sowie die Durcharbeitung von Gleisen und Weichen definiert und kontinuierlich abgearbeitet. Um den Pflanzenwuchs außerhalb und innerhalb des Gleisbereiches präventiv zu bekämpfen, erfuhr zudem die Vegetationskontrolle eine Verstärkung. Des Weiteren stand die vorausschauende Schienenbearbeitung, mit der die Lebensdauer der Schienen erheblich verlängert werden kann, im Fokus. Dabei wurden in einen speziellen Fuhrpark von Schienenbearbeitungsmaschinen (Schleiftechnik) rund 40 Millionen Euro investiert.

Mittel und langfristig wird die Prävention weiter forciert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch vorbeugende und planbare Instandhaltung treten weniger Fehler in der Infrastruktur auf. Damit entfallen nicht nur kostspielige Maßnahmen zur Beseitigung kurzfristig auftretender Störungen. Auch die Betriebsqualität kann auf hohem Niveau kontinuierlich gewährleistet werden.

Für die Zukunft wird verstärkt auch auf vorbeugende Diagnosetechnik gesetzt. Fehler sollen damit noch besser erkannt und bevor sie zu Störungen führen, beseitigt werden.