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Stuttgart

Sommertour von Verkehrsminister Winfried Hermann auf Station bei Bahnprojekt im Höllental

Vorstellung der neuen Fahrzeuge vom Typ ET 1440 für das Netz Breisgau Ost-West  Ausbau der Breisgau-S-Bahn 2020 auf der Höllentalbahn

Die Sommertour des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann hat heute Station bei einem bedeutenden Bahnprojekt im Südwesten gemacht. In Döggingen machte sich der Minister ein Bild von den Arbeiten für den Ausbau der Höllentalbahn, die zum Gesamtprojekt Breisgau-S-Bahn 2020 gehört und nahm anschließend an einer Probefahrt mit den neuen Fahrzeugen des Typs Alstom Coradia Continental (ET 1440) teil, die ab Fahrplanwechsel auf der Höllentalbahn eingesetzt werden.

„Der Abschluss des Ausbaus der Höllentalbahn ist ein wesentlicher Teil der Breisgau-S-Bahn und ein wichtiger Meilenstein für die Stärkung der Schiene in der Schwarzwaldregion. Mit neuen, komfortablen Fahrzeugen von Alstom werden zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember dieses Jahres sich die Angebote für die Fahrgäste deutlich verbessern“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann.

Einsatz der neuen ET 1440 im Netz Breisgau Ost-West

Die Höllentalbahn überwindet auf ihrem Weg von Freiburg nach Donaueschingen auf dem Streckenabschnitt bis Hinterzarten über 600 Höhenmeter. Sie ist mit Steigungen von bis zu 57 Promille die steilste Hauptbahnstrecke in Deutschland, die besondere Anforderungen an Fahrzeugmaterial und Personal stellt. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember kommen hier die neuen Fahrzeuge vom Typ Alstom Coradia Continental, kurz ET 1440, zum Einsatz. Die neuen Fahrzeuge haben eine Nennleistung von 2.900 kW und verfügen dank acht angetriebener Achsen über ein hohes Beschleunigungsvermögen und fahren bis zu 160 km/h schnell.

„Die rechtzeitige Lieferung der neuen ET 1440 ist eine von mehreren wichtigen Voraussetzungen für eine fristgerechte und erfolgreiche Inbetriebnahme. Wir müssen innerhalb von 36 Monaten, zwischen dem Zuschlag für das Netz und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme, die Fahrzeuge auf die Schiene bringen. Hierzu müssen neben der Produktion der Fahrzeuge und deren Abnahme auch die Voraussetzungen für die Instandhaltung geschaffen und das Betriebskonzept weiterentwickelt werden“, sagte David Weltzien, Vorsitzender der Regionalleitung der DB Regio Baden-Württemberg.

Der Lieferumfang umfasst 11 dreiteilige und 15 vierteilige Züge. Die Dreiteiler sind rund 57 Meter lang, bieten 154 Sitzplätze in der 2., neun in der

1. Klasse sowie zwei Rollstuhlplätze, 24 Fahrradstellplätze und ein WC. Die Vierteiler haben eine Länge von rund 77 Metern, bieten 238 Sitzplätze in der 2., neun in der 1. Klasse sowie zwei Rollstuhlplätze, 35 Fahrradstellplätze und zwei WC. Die barrierefreien ET 1440 bieten den Fahrgästen komfortable Sitze, Tische, Klimaanlage, Steckdosen, WLAN, Videokameras für die Sicherheit und ein Reisendeninformationssystem.

Das Betriebskonzept für die Strecke ist aufgrund teilweise eingleisiger Streckenabschnitte und dem sogenannten Flügelkonzept aufwendig. „Täglich werden 120 Flügelungs- und Kupplungsmanöver durchgeführt, die Fahrzeuge werden in Titisee und Gottenheim geteilt beziehungsweise zusammengeführt“, erklärt David Weltzien.

Breisgau-S-Bahn 2020 Abschnitt Höllentalbahn Ost

„Die Arbeiten an der Höllentalbahn Ost liegen im vorgesehenen Zeitplan, damit wird ein weiteres Teilstück der Breisgau–S–Bahn 2020 im Netz der Deutschen Bahn wie geplant umgesetzt. Am 1. Juli 2018 wurde mit den umfangreichen Bauarbeiten zu Modernisierung und Ausbau auf dem rund 38 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Titisee/Neustadt und Donaueschingen begonnen“, erläuterte Dr. Kristian Weiland, Leiter Großprojekte Südwest der DB Netz AG.

Im Rahmen dieses komplexen Bauprojektes wird die komplette Oberleitungsanlage auf dem Abschnitt von Neustadt bis Donaueschingen neu gebaut. Dafür musste in den fünf Tunneln entlang der Strecke die Tunnelsohle bis zu 80 cm abgesenkt werden. Teilweise musste eine zusätzliche Betonsohle zur Sicherung eingebaut werden. In vier Tunneln wurde eine spezielle Form der Oberleitung, die so genannte Deckenstromschiene, installiert. Um die Anlagen termingerecht fertigzustellen, arbeiteten die ausführenden Firmen zeitweise im Dreischichtbetrieb an sieben Tagen in der Woche. Mittlerweile wurde in allen Tunneln der Wiedereinbau der Gleise abgeschlossen. Auch die Stellwerkstechnik wird vollständig erneuert und zukünftig vom neuen Zentralstellwerk im Bahnhof Freiburg-Wiehre gesteuert. Zudem sind technische Anpassungen an zwei Bahnübergängen notwendig. Ein weiterer Vorteil für die Fahrgäste ist der barrierefreie Ausbau aller Stationen der östlichen Höllentalbahn. An den Stationen gelangen die Fahrgäste durch Rampen oder Aufzüge künftig überall bequem an die größtenteils 140 Meter langen Bahnsteige und in die neuen Züge.

Nach dem Ausbau auf der Drei-Seen-Bahn Titisee – Seebrugg, der Strecke zwischen Müllheim und Neuenburg (Baden) und auf der Höllentalbahn West wird im Rahmen des Gesamtvorhabens „Breisgau-S-Bahn 2020“ mit der Höllentalbahn Ost und der Breisacher Bahn die durchgängige West-Ost-Achse zwischen Breisach, Donaueschingen und Villingen realisiert.

Im Rahmen des Gesamtvorhabens „Breisgau-S-Bahn 2020“ wurden bereits die Drei-Seen-Bahn Titisee – Seebrugg, die Strecke zwischen Müllheim und Neuenburg (Baden) sowie die Höllentalbahn West ausgebaut. Mit der Fertigstellung der Baumaßnahmen auf der Höllentalbahn Ost und der Breisacher Bahn wird die durchgängige West-Ost-Achse zwischen Breisach, Donaueschingen und Villingen realisiert.

Für die komplexen Baumaßnahmen war eine komplette Sperrung der östlichen Höllentalbahn notwendig. Wie schon im westlichen Höllental sorgte während der rund 18-monatigen Bauzeit ein Schienenersatzverkehr mit Bussen für eine gut funktionierende Verkehrsbedienung.

Weitere Informationen zum Netz Breisgau Ost-West unter: www.bahn.de/breisgau-ost-west und zum

Bauprojekt im Bauinfoportal unter: www.bauprojekte.deutschebahn.com/p/breisgau-s-bahn.

Auch mobil immer bestens informiert:

Unsere App „Breisgau-S-Bahn 2020“

https://bauprojekte.deutschebahn.com/mobile/p/breisgau-s-bahn/app

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Die Deutsche Bahn hat ein elementares Anliegen: Mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen – für das Klima, für die Menschen, für die Wirtschaft und für Europa. Mit ihrer Dachstrategie „Starke Schiene“ schafft sie die Voraussetzungen. Mit digitaler Hilfe setzt der Konzern in den kommenden Jahren sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr konsequent auf Wachstum. Die DB wird zweistellige Milliardenbeträge in neue Züge investieren und die Betriebsleistung auf dem Netz um 30 Prozent steigern. Zudem werden allein in den nächsten Jahren über 100.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Und bereits im Jahr 2038 wird die Deutsche Bahn zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren. Ziel ist es, die DB robuster, schlagkräftiger und moderner zu machen.