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Neubaustrecke Wendlingen–Ulm: Meisterwerke der Ingenieurskunst

Die Neubaustrecke im Südwesten Deutschlands bietet Bauwerke der Superlative. Mit der 485 Meter langen und 85 Meter hohen Filstalbrücke ist die dritthöchste Eisenbahnbrücke Deutschlands entstanden. Sie besteht aus zwei direkt nebeneinanderliegenden Brückenbauwerken zwischen dem Boßlertunnel und dem Steinbühltunnel. Die Strecke umfasst zwölf Tunnel mit insgesamt 61 Kilometern Länge und 37 Brücken. Die DB hat 60 Kilometer neue Schienenwege gebaut, darüber hinaus ist ein komplett neuer Bahnhof in Merklingen entstanden.

Neuer Bahnhof Merklingen: Eine ganze Region profitiert

Der Bahnhof Merklingen (Schwäbische Alb) ist ein neuer Regionalhalt an der Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm. Mit der Inbetriebnahme am 11. Dezember 2022 können Reisende nun zügig in die naheliegenden Zentren pendeln: Im Stundentakt erreichen sie mit dem Interregio Express (IRE) in 12 Minuten Ulm sowie mit Umstieg in Wendlingen die Landeshauptstadt Stuttgart in 49 Minuten.

Die beiden Bahnsteige des Bahnhofs sind über Aufzüge und Treppen sowie eine geschlossene Fußgängerbrücke über den Gleisen barrierefrei erreichbar.

Um den Bahnhof bestmöglich an die verkehrlichen Voraussetzungen anzubinden, sind rund um den Bahnhof über 400 Parkplätze sowie Fahrradabstellplätze entstanden. Insgesamt fünf Buslinien ermöglichen zudem die Weiterfahrt in der Region und binden den Bahnhof an den öffentlichen Nahverkehr an.

Der neue Bahnhof in Bildern

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Weitere Fotos vom Bahnhof Merklingen finden Sie hier.

Nachhaltigkeit: Schutz von Tieren und Pflanzen

Mit verschiedenen Maßnahmen versucht die Deutsche Bahn, die Auswirkungen der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm auf unsere Umwelt so gering wie möglich zu halten. So verläuft die Neubaustrecke zu großen Teilen landschaftsschonend parallel zur Autobahn A8. Zudem befindet sich mehr als die Hälfte der 60 Kilometer langen Strecke in Tunneln. Mit der Bündelung beider Trassen und dem teilweisen Verlauf der Bahnstrecke unter Tage ist der Verbrauch an Fläche und damit von Landschaft auf ein Mindestmaß beschränkt.

Außerdem schützt die Deutsche Bahn Tiere, indem sie Eidechsen und Vögel beispielsweise umsiedelt oder neue Lebensräume für sie schafft.

Eidechsen

Eine Zauneidechse
Eine Zauneidechse
Quelle: Friedrich Böhringer
Eine Zauneidechse

In den Projektgebieten von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm kommen zwei Eidechsen-Arten vor: die Mauereidechse und die Zauneidechse. Weil beide Arten streng geschützt sind, darf erst dann gebaut werden, wenn die Tiere erfolgreich umgesiedelt wurden. Mit großem Aufwand hat die Deutsche Bahn daher bereits mehrere tausend streng geschützte Tiere umgesiedelt. Ziel war und ist es, die Vielfalt der Arten zu erhalten.

Vögel

Auch zum Schutz von Vögeln ergreift die Bahn verschiedene Maßnahmen. Die Oberleitungen entlang der neuen Bahnstrecken sind beispielsweise technisch so ausgerüstet, dass Vögel und andere Tiere von der Gefahrenzone ferngehalten werden. So sind sie vor Stromschlägen geschützt, und die elektrischen Anlagen bleiben frei von Störungen. Außerdem schützt die Deutsche Bahn Vogelarten entsprechend ihrer Lebensweise: Für die Feldlerchen werden beispielweise zur Brutzeit sogenannte Fenster inmitten der Äcker freigehalten. Vogelarten wie der Neuntöter erhalten Ersatzhecken aus heimischen Gehölzarten. Expert:innen beobachten über mehrere Jahre, wie die Vögel die Nistkästen annehmen.