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Bei Neufahrzeugen erprobt die DB unter anderem den Einsatz von Wasserstoff auf der Schiene. Wasserstoffzüge sollen Dieseltriebzüge im Regionalverkehr ersetzen und dadurch die CO₂-Emissionen auf der Schiene weiter reduzieren. Denn grüner Wasserstoff ist emissionsfrei – ausgestoßen wird nur Wasserdampf, kein CO₂.
Beispiele für Wasserstoff im Einsatz:
Wasserstoff-Gesamtprojekt H2goesRail
Gemeinsam mit Siemens Mobility hat die die Deutsche Bahn im Projekt H2goesRail ein innovatives Wasserstoff-Gesamtsystem bestehend aus Tankstelle, Zug und Instandhaltungsinfrastruktur entwickelt. Das Projekt – gefördert vom BMV im Rahmen des Programms „Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ ist im November 2020 gestartet und wurde im März 2025 abgeschlossen.
Ziel des Projektes H2goesRail war es, Wasserstoffzüge im Regionalverkehr zu testen und dadurch die CO2e-Emissionen auf der Schiene weiter zu reduzieren. Dafür hat die DB-Konzerntochter DB Energie eine innovative mobile Tankstelle entwickelt, deren intelligente Steuerung eine Schnellbetankung von Wasserstoff-Zügen erlaubt. Der grüne Wasserstoff wird direkt vor Ort durch Elektrolyse hergestellt.
Der von Siemens Mobility entwickelte Wasserstoffzug Mireo Plus H wurde im Rahmen des Projekts das erste Mal gebaut, zugelassen und umfangreichen Tests unterzogen. Zudem wurde die von der Deutschen Bahntochter, DB Energie, entwickelte Wasserstoffversorgungsinfrastruktur und das Zusammenspiel von Tankstelle und Zug intensiv erprobt. Die Erkenntnisse aus dem Gemeinschaftsprojekt sind eine wichtige Grundlage für den Fahrgastbetrieb mit Wasserstoffzügen in Berlin-Brandenburg und Bayern sowie den Betrieb von Wasserstoffinfrastruktur in Augsburg und Mühldorf durch DB Energie.
In Augsburg haben der Freistaat Bayern, Siemens Mobility und die Bayerische Regiobahn (BRB) zum Fahrplanwechsel im November 2024 den ersten Wasserstoffzug Bayerns in Betrieb genommen. Der Mireo plus H ist seitdem im Fahrgastbetrieb auf ausgewählten Fahrten in den Netzen Ammersee-Altmühltal und Ostallgäu-Lechfeld für einen 30-monatigen Testbetrieb unterwegs. DB Energie wurde von der BRB beauftragt, dass erste Projekt in Bayern im Fahrgastbetrieb durch eine mobile Wasserstofftankanlage als Betreiber zu versorgen. Der Zug fährt auf den Linien der BRB von Augsburg nach Füssen sowie nach Peißenberg.
DB Energie wird zudem eine stationäre Wasserstofftankstelle am Standort Mühldorf errichten und betreiben – dort wird eine Elektrolyseanlage aus erneuerbarem Strom grünen Wasserstoff erzeugen. Ab Ende 2026 sollen drei zweiteilige Wasserstoffzüge vom Typ Mireo Plus H im Linienstern Mühldorf im regulären Fahrgastbetrieb der Südostbayernbahn (SOB) für die Dauer des Verkehrsvertrags zum Einsatz kommen. Die Wasserstoffzüge werden auf der Strecke Mühldorf (Oberbayern) – Tüßling – Burghausen unterwegs sein. DB Energie wird zur Versorgung der Züge in Mühldorf eine Elektrolyseanlage, die mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben wird, sowie die Wasserstofftankstelle, errichten und betreiben.
Größte Wasserstoffflotte der Welt im RMV-Gebiet
Aber auch im Betrieb und der Instandhaltung sammelt die DB beim Thema Wasserstoff Erfahrungen: Seit Dezember 2022 betreibt die DB-Tochtergesellschaft start GmbH die größte Wasserstoffflotte der Welt im RMV-Gebiet, die Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge erfolgt im DB Regio-Werk in Griesheim.
Wasserstofftransport auf der Schiene
Darüber hinaus entwickelt DB Cargo derzeit wirtschaftliche Lösungen für den Transport von großen Mengen Wasserstoff.
Wasserstoff, der nach Deutschland importiert wird, ist in der Regel nicht gasförmig, sondern in Flüssigkeiten gebunden. Dadurch kann er unkompliziert und effizient per Seeschiff transportiert werden. DB Cargo hat in Zusammenarbeit mit Energieversorgern ein Konzept für den Transport zu Empfängern, weitab von Seehäfen entwickelt. Der Wasserstoff wird in dieser Flüssigkeits-Bindung belassen. Damit können die üblichen Kesselwagen im Schienengüterverkehr genutzt werden. Sie sind heute schon vielfach für die chemische Industrie im Einsatz. Erst am Zielort wird der Wasserstoff wieder in den gasförmigen Zustand gebracht.