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Systematisches Gesundheitsmanagement im Rahmen moderner Personalpolitik
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) stellt für die DB einen wichtigen Beitrag zur Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitgeberattraktivität und Demografiefestigkeit dar. Zu dem etablierten breiten Angebot in der Gesundheitsförderung gehören gesunde Ernährungsangebote in der Betriebsgastronomie, Kurse zur Raucherentwöhnung und zum Umgang mit weiteren Suchtmitteln. Dazu kommen vielfältige Sportangebote. Besondere Aufmerksamkeit gilt der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Seit fast 20 Jahren gibt es das Betreuungskonzept „Traumatische Ereignisse bewältigen“ für Lokführer, die Suizide im Schienenbereich und Unfallerlebnisse verarbeiten müssen. Es ist eine Kombination aus Prävention durch gedankliche Vorbereitung auf diese Vorfälle, Sofortmaßnahmen im Akutfall und einer Betreuung durch Vertrauenspersonen, Psychologen und Sozialarbeiter im weiteren Verlauf und der Nachsorge. Auch aufgrund der guten Erfahrung mit diesem Betreuungskonzept hat die DB den Ansatz der Stressprävention und bedarfsorientierten Betreuung 2012 auf alle Mitarbeiter in Deutschland ausgeweitet. Mithilfe des Mitarbeiter-Unterstützungsteams (MUT) finden Mitarbeiter und Angehörige Gehör und Rat in privaten wie beruflichen Belastungssituationen. Das Team berät dabei anonym, niedrigschwellig und kostenfrei zu psychologischen, sozialen und medizinischen Themen und informiert über Angebote der Kooperationspartner.
Die DB möchte ihre Beschäftigten binden und so lange wie möglich im Unternehmen halten. Denn ältere Mitarbeiter sind eine Quelle von Erfahrungswissen. Deshalb hat die DB zusammen mit der DRV Knappschaft-Bahn-See spezielle Präventionsprogramme für Mitarbeiter im Schichtdienst entwickelt, fördert über die gemeinsamen Einrichtungen mit den Gewerkschaften Maßnahmen wie Gesundheitswochen und Checkups, und bietet mit der Maßnahme CLARA – „Clever und aktiv in Richtung Alter" eine unternehmenseigene Intervention zur Gesundheitsförderung an. 2018 wurden gezielt die Bedürfnisse junger Menschen („Millenials“) in einem großen konzernweiten Projekt untersucht und Handlungsfelder im Generationenmanagement abgeleitet.
Die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs hat für die DB einen hohen Stellenwert. Daher unterliegen viele unserer Beschäftigten besonderen gesundheitlichen, d.h. körperlichen und geistigen Anforderungen an ihre Tauglichkeit und Eignung. Die Aufgaben des ärztlichen und psychologischen Dienstes der Bahn wurden bis 2017 exklusiv von der ias-Gruppe als Nachfolger des ehemaligen Bahnärztlichen Dienstes im Auftrag der DB bundesweit flächendeckend wahrgenommen. Um sicherzustellen, dass die große Zahl notwendiger Erstuntersuchungen bei Neueinstellungen nicht die eigentliche betriebsärztliche Betreuung beeinträchtigt, wurden 2018 weitere betriebsärztliche Dienste gewonnen.
Die neuen Arbeitswelten 4.0 im Rahmen der umfassenden Digitalisierung der DB stellen die Gesundheitsförderung vor neue Herausforderungen. Der Mensch bleibt mit seinen Grundbedürfnissen gleich, auch wenn sich seine Arbeitsumgebung ändert. Auch in einer digitalisierten Arbeitswelt brauchen wir ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung, genügend Entspannung und befriedigende soziale Kontakte. Neue Technologien unterstützen dabei die Gesundheitsförderung, z.B. wurden der Einsatz von Smartphones für regelmäßige Bewegung oder von Virtual-Reality Brillen für innovative Entspannung in Arbeitspausen pilotiert. Konzernweiten Einsatz finden heute bereits ein Online-Rückentraining, welches Mitarbeitern ortsunabhängig und kostenlos zur Verfügung steht, ein E-Learning-Tool zum Identifizieren psychischer Belastungen am Arbeitsplatz sowie ein Online-Fitnessstudio, in dem DB-Mitarbeiter vergünstigt trainieren können. Ebenfalls weit verbreitet und gut genutzt ist ein umfassendes Onlineangebot zertifizierter Gesundheitsmaßnahmen.
Das Leitbild des Betrieblichen Gesundheitsmanagements der DB fasst die Ziele zur Gesundheit zusammen. Mitarbeiter, Führungskräfte, Experten für Gesundheit sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit wirken gemeinsam für ein nachhaltig gesundheitsorientiertes Unternehmen. Systematisches BGM reicht dabei von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz über Ergonomie, Gesundheitsförderung und Sensibilisierung der Führungskräfte bis zur betrieblichen Wiedereingliederung leistungsgewandelter Mitarbeiter (Betriebliches Eingliederungsmanagement = BEM). Das bei der DB zusammen mit der Betriebskrankenkasse BAHN-BKK, dem BKK Dachverband sowie der Uni Chemnitz neu entwickelte „Siegel Unternehmensgesundheit“ wird in zahlreichen Betrieben der DB genutzt, um ihr Betrieblichen Gesundheitsmanagement objektiv zu bewerten und eine Weiterentwicklung abzuleiten.