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Robuster durch mehr Trassen, mehr Züge und mehr Mitarbeitende
Die Bahn kommt an ihre Kapazitätsgrenzen. Schon heute sind fünf Prozent des Netzes überlastet – das klingt erst einmal nicht viel, hat aber Auswirkungen auf 70 Prozent der Personenkilometer im Fernverkehr. Ziel ist es, eine Infrastruktur zu schaffen, die mindestens 30 Prozent mehr Verkehr bewältigen kann. Deshalb wird die Deutsche Bahn, auch mithilfe der Politik, massiv in den Aus- und Neubau von Strecken und Knoten investieren sowie in zusätzliche Terminals für den Güterverkehr. Mehr Kapazitäten werden auch durch die Digitalisierung des Bahnbetriebs möglich – Digitale Schiene Deutschland ist hier der entscheidende Schlüssel zum Erfolg: Die DB wird das europaweit einheitliche digitale Zugleitsystem ETCS und digitale Stellwerke in den kommenden zwanzig Jahren flächendeckend einführen – und so Störungen reduzieren und eine engere Taktung von Zügen sowie höhere Geschwindigkeiten ermöglichen. Dabei wird es auch darum gehen, die Organisation der Abläufe zu verbessern: Baustellen so bündeln, dass die Auswirkungen auf den Betrieb möglichst geringgehalten werden; Geschwindigkeitsprofile der Züge so harmonisieren, dass ein höherer Durchsatz an Zügen möglich ist – dies sind nur zwei Beispiele, die viel bewirken.
Mehr ZügeAuch die Fahrzeugflotte kommt an ihre Belastungsgrenze. Deshalb investiert die DB jetzt noch einmal massiv in neue Fahrzeuge: Der Fernverkehr erhält 120 neue Züge, der Güterverkehr 300 neue Loks, auch die Flotte im Regionalverkehr soll ausgebaut werden. Außerdem werden hier rund 1.000 Bestandsfahrzeuge modernisiert. Bis zu zwölf Prozent mehr Fahrgäste werden sie dann aufnehmen können. Insgesamt wird damit die Platzkapazität im Personenverkehr um bis zu 100 Prozent gesteigert. Um die Instandhaltung der gewachsenen Flotte zu bewältigen, baut die DB ihre Werke aus und setzt auch hier auf digitale Unterstützung etwa durch 3-D-Druck, intelligente Diagnosesysteme und Robotik. Bei DB Cargo werden beispielsweise 68.000 Güterwagen mit intelligenter Sensorik zur Vorhersage von Störungen ausgestattet. So sollen die Aufenthaltszeiten der Züge im Werk gesenkt und gleichzeitig die Reparaturquote erhöht werden.
MitarbeiterEntscheidend für das Funktionieren des Betriebs sind aber nicht zuletzt die Mitarbeiter, die Netz und Züge instandhalten, leiten und fahren. Bis 2030 wird etwa die Hälfte der Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, insbesondere aus Altersgründen. Allein im Jahr 2018 hat die DB 21.000 Mitarbeiter neu eingestellt, in den nächsten Jahren werden über alle Geschäftsfelder hinweg weitere 100.000 dazukommen. Sie alle müssen nicht nur rekrutiert, sondern auch qualifiziert und auf Dauer im Unternehmen gehalten werden. Durch eine gezielte Planung des Bedarfs will die DB Personalengpässe insbesondere in betriebskritischen Berufen vermeiden. Sie wird ihre Rekrutierungsoffensive fortsetzen und einen stärkeren Fokus als bisher auf Aus- und Weiterbildung legen, um die Mitarbeiter für veränderte Jobprofile – etwa im Zuge der Digitalisierung – zu rüsten.