Vorlesemonitor 2023: „Vorlesen gestaltet Welten – heute und morgen“

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Bildungsstudie in Berlin vorgestellt – Aufruf zum Bundesweiten Vorlesetag am 17. November: www.vorlesetag.de

Seit 2004, jährlich flankierend zum Bundesweiten Vorlesetag, untersuchen DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung in einer gemeinsamen Bildungsstudie die Vorlesepraxis in Familien Dabei wird deutlich: Es besteht massiver Handlungsbedarf, da mehr als ein Drittel der Eltern ihren Kindern nur selten oder gar nicht vorliest. Mehr als ein Drittel der Eltern lesen ihren Kindern nur selten oder gar nicht vor. Aber der Vorlesemonitor zeigt auch Lösungswege: Durch Buchgeschenke sowie Ausleihmöglichkeiten ist die Chance höher, dass Kindern in Familien vorgelesen wird. Außerdem kann es „vererbt“ werden: Kinder, die heute Vorlesen erleben, geben diese Erfahrungen morgen selbst aktiv weiter.

Vorlesemedien müssen präsent sein und parat liegen

Der Vorlesemonitor hat auch in diesem Jahr Faktoren untersucht, die Vorlesen begünstigen können. Ein zentrales Ergebnis: Neben den Eltern selbst können auch Impulse von außen einen Unterschied machen. Durch Buchgeschenke von verschiedenen Seiten halten Bücher Einzug in Familien und machen es wahrscheinlicher, dass dort regelmäßiger vorgelesen wird.

„Egal von wem und wo: Bücher können in Familien die Lust auf Vorlesen wecken. Kleine Aufmerksamkeiten in Form von Büchern – egal ob innerhalb der Familie oder seitens Arbeitgeber:innen, ärztlichen Praxen oder beim Einkauf – können also einen Unterschied machen! Genauso können Ausleihmöglichkeiten in Schule und Kita das Lesen befeuern – hier gibt es noch viel ungenutztes Potential, das wir alle nutzen sollten!“ 

Jürgen Kornmann, Leiter Marketing & PR der Deutschen Bahn und Beauftragter Leseförderung der Deutsche Bahn Stiftung

Vorlesen fördern durch Stärkung der Kinder

Auch zeigt die Erhebung in diesem Jahr, dass Kinder oft selbst das Vorlesen einfordern, vor allem in Familien, in denen Eltern noch selten vorlesen und entsprechende Rituale fehlen. Das fordert vor allem diejenigen, die Kinder außerhalb der Familien betreuen und begleiten. Denn sie können Vorlesen erlebbar machen und Kinder ermutigen, das Vorlesen auch zu Hause einzufordern. Auch alle, die direkten Kontakt zu Eltern haben, können dazu animieren und Hilfestellungen geben.

„Vorlesen ist über Generationen hinweg bedeutsam und verbindet die Lebenswelten von Eltern, Kindern und perspektivisch deren Kinder – häufig, auch wenn Eltern eine formal geringe Bildung haben. Kinder, denen heute vorgelesen wird, sind die Vorlesenden von morgen! So prägt das Vorlesen nicht nur Individuen, sondern auch die Gesellschaft – heute und in Zukunft!”

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen

Mit vereinten Kräften fördern

Auch in diesem Jahr unterstützt Dr. Jens Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung und Mitglied im Kuratorium der Stiftung Lesen, den Vorlesemonitor und die Forderungen nach Veränderung. Er betont: „Bildung fängt mit Vorlesen an. In 36 Prozent der Familien erhalten Kinder wenige oder gar keine Impulse durch Vorlesen. Das ist eine alarmierend hohe Zahl. Denn Kinder, denen nicht vorgelesen wird, lernen sehr viel schwerer selber lesen. Das wirkt sich negativ auf ihre Chancen und den gesamten Lebensweg aus. Vorlesen ist ein Fundament für ein selbstbestimmtes, freies Leben. Damit alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland sicher lesen lernen, müssen wir die Sprach- und Lesekompetenz von klein auf fördern.“

Über den Vorlesemonitor

Seit dem Jahr 2022 läuft die Bildungsstudie unter dem Namen Vorlesemonitor und neuem Studiendesign: Ein jährlich vergleichbarer Fragenkatalog ermöglicht die Beobachtung von (Vor-)Leseverhalten bei Kindern im Alter von ein bis acht Jahren. Durch die Befragung von über 800 Eltern gibt der Vorlesemonitor Aufschluss über die Vorlesepraxis in Familien, zieht Rückschlüsse im Vergleich zu den letzten Jahren und analysiert Vorlesebiografien und Risikofaktoren, sowie den Einfluss der Verfügbarkeit von Vorlesestoff – sowohl in Bezug auf analoge als auch digitale Angebote. Die Ergebnisse des Vorlesemonitors sowie der letztjährigen Studien finden Sie unter: www.stiftunglesen.de/vorlesemonitor

Über den Bundesweiten Vorlesetag – Mitmachen und vorlesen!

Bereits seit 2004 ist der Bundesweite Vorlesetag auf gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung Deutschlands größtes Vorlesefest und ein öffentliches Zeichen, um alljährlich am dritten Freitag im November Kinder und Erwachsene für die Bedeutung des Vorlesens zu begeistern. Der diesjährige 20. Bundesweite Vorlesetag am 17. November steht unter dem Motto „Vorlesen verbindet“ – ob in der Familie, der Schule oder der Kita, zwischen Generationen, verschiedenen Herkunftsländern und Kulturen: Verbindungen stärken Kinder, fördern den Austausch und überwinden Grenzen – sie schaffen Zusammenhalt und sind so vielfältig wie die Aktionen rund um den Bundesweiten Vorlesetag: www.vorlesetag.de