Artikel: Zeitreise mit der Eisenbahn: Großformatiges Streetart-Gemälde am Bahnhof Limburg Süd fertiggestellt
In poppigen Farben fährt von der linken Seite ein ICE-3 in das Bild, von rechts eine alte Diesellok – und in der Mitte ist eine Collage mit einer historischen Dampflok aus dem Lahntal und Motiven aus Limburg zu sehen: Seit kurzem können Reisende am Bahnhof dieses neue Kunstwerk bestaunen. Im Auftrag der Deutschen Bahn hat das hessische Künstlerkollektiv 3Steps ein einzigartiges Gemälde auf 460 Quadratmeter Stahl am ICE Bahnhof Limburg Süd gestaltet – mit dem Ziel, den Bahnhof noch attraktiver zu gestalten. „Wir wollten hier bewusst den Blick zurück werfen auf die Historie der Eisenbahn“, so Carsten Hoepfner, Leiter des Bahnhofsmanagements. „Der Eisenbahn gehört aber auch die Zukunft – deshalb haben wir noch den ICE in das Bild integriert. Das Ergebnis übertrifft alle meine Erwartungen. Ich freue mich, dass wir den Bahnhof auf diese Weise verschönern konnten.“
Die Zwillinge Kai H. und Uwe H. Krieger sowie Joachim Pitt haben mit Hilfe von befreundeten Künstlern an vier Wochenenden im Oktober und November das Werk erstellt. Es ist ihr bisher größte Wandgemälde. In Hessen lassen sich mittlerweile etliche großformatige Gemälde des preisgekrönten Künstlerkollektivs an Fassaden und Mauern finden. Kai H. Krieger von 3Steps: „Es war eine einzigartige Chance für uns als Künstler, einen solch einzigartigen Bahnstandort mit unserer dynamischen Kunst und der Sprühdose zu vervollständigen. Wir freuen uns sehr, unser bis dato größtes Wandgemälde in einer Zeit, in der die Welt Kopf steht, fertig gemalt zu haben. Kunst ist was verbindet und in schwierigen Zeiten Menschen Kraft gibt und Freude schenkt.“
Die Farben der Bildmotive sind im typischen Stil der Künstler verfremdet. So zeigt sich der ICE in einem rasanten Blau und die Diesellok in einem 80/90er Jahre orange. Im Hintergrund spannen sich abstrakt große Ausschnitte von Bahngleisanlagen wie Weichen oder Bahnhofschienensysteme. Für die künstlerische Gestaltung auf den 37 Stahlplatten wurden 225 Liter Farbe verwendet, die auf eine Spezialgrundierung aufgespritzt und gerollt wurden. Hinzu kommen rund 180 Farb-Sprühdosen.
Das Konjunkturpaket des Bundes
Die finanziellen Mittel stammen aus dem Sofortprogramm des Bundes. Damit setzt der Bund einen kurzfristigen Konjunkturimpuls zur Förderung von Handwerksbetrieben in Deutschland. Hierfür stellt er der DB bis zu 40 Millionen Euro zur Verfügung, die im Jahr 2020 für Handwerksleistung verwendet werden. Darüber hinaus beteiligt sich die DB mit Eigenmitteln. Reisende und Besucher sollen sich an den ausgewählten 167 Bahnhöfen wohler fühlen. Entscheidend für die Auswahl der Vorhaben war, dass sie noch in diesem Jahr kurzfristig umgesetzt werden. Eine Herausforderung, der sich die DB bei der Planung, Ausschreibung und Beauftragung gern gestellt hat.
In Hessen profitieren 20 Bahnhöfe mit einem Volumen von rund 2,8 Millionen Euro. Mit den Renovierungsarbeiten selbst sollen vor allem mittelständische Handwerksunternehmen beauftragt werden. Somit profitieren der Handwerksbetrieb, die Bahnreisenden sowie die deutsche Schieneninfrastruktur.