Artikel: Endspurt beim größten ICE-Instandhaltungswerk der DB: Halle 1 nimmt Anfang 2027 Betrieb auf – Task Force sieht weitere Stärkung der Lausitz
Die Baumaßnahmen für die neue Halle (Halle 1) des ICE-Instandhaltungswerks der Deutschen Bahn (DB) in Cottbus gehen in Rekordtempo weiter. Auf der Baustelle der Halle 1 machten sich Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, DB‑Vorstand Personenfernverkehr Dr. Michael Peterson, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister Ulrich Lange sowie DB InfraGO Vorständin Fahrweg Dr. Imke Kellner ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. Zuvor hatte sich die Task Force zu ihrer achten Sitzung im Cottbuser Bahnwerk getroffen. Erstmals nahm Michael Peterson aufgrund des Neuzuschnitts der DB-Vorstandsressorts an der Task Force teil und leitet diese ab sofort gemeinsam mit Ministerpräsident Woidke.
Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg: „Das Fahrzeuginstandhaltungswerk steht für Brandenburg-Tempo. Innerhalb kurzer Zeit entsteht in der Lausitzmetropole eines der bedeutendsten Industrieprojekte des Strukturwandels mit 1.200 Arbeitsplätzen. Schon mit seinen aktuell rund 700 Beschäftigten ist das Bahnwerk ein wichtiger Motor. Cottbus ist derzeit Deutschlands dynamischste Stadt. Platz eins im aktuellen Dynamikranking des Instituts der deutschen Wirtschaft belegt, dass der Strukturwandel in der Lausitz ganz konkret wirkt. Gemeinsam mit Wissenschaft und Forschung erfindet sich die Lausitz als starker Innovations- und Wirtschaftsstandort neu.“
Dr. Michael Peterson, DB-Vorstand Personenfernverkehr: „Wir liegen bei dem Neubau der Halle 1 voll im Zeitplan. Das macht alle Beteiligten im Großprojekt besonders stolz, insbesondere da wir hier neue Wege der Zusammenarbeit gehen. Bereits im Februar 2027 nimmt die Halle 1 den Betrieb auf. Im Anschluss fahren wir die Instandhaltung des ICE 4 hier in Cottbus schrittweise hoch.“
Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Hier in Cottbus entsteht eines der bedeutendsten Bahnindustrieprojekte Deutschlands. Es entstehen hochwertige Industriearbeitsplätze, langfristige Beschäftigungsperspektiven und neue Wertschöpfung für die gesamte Region. Zugleich setzen Bahn, Bund und Land gemeinsam mit dem zweigleisigen Ausbau zwischen Lübbenau und Cottbus ein starkes Zukunftssignal für den Bahnstandort Cottbus und die gesamte Region.“
Informationen aus der Sitzung der Task Force Bahnstandort Cottbus:
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg stärkt Bahnprofil
Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg baut ihr Studienangebot im Bereich Schiene und Bahn weiter aus und reagiert damit gezielt auf den steigenden Fachkräftebedarf in der Lausitz. Mit Einführung neuer Module wird zum Wintersemester 2026/2027 im Studiengang Bauingenieurwesen eine starke und richtungsweisende Profilierungsoption Bahn geschaffen. Durch die enge Verzahnung von Bachelor- und Masterstudium können Studierende schon früh Schwerpunkte in der Schieneninfrastruktur setzen und sich gezielt für die Mobilitäts- und Infrastrukturprojekte der Zukunft qualifizieren.
Revierbudget nach Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG)
Das Land Brandenburg bekennt sich ausdrücklich zur Einhaltung der Revierbudgets nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) und setzt sich für eine zügige Planung, Finanzierung und Umsetzung der Lausitzer Schienenprojekte ein. Der Bund ist gefordert, die notwendigen Entscheidungen rasch und im Sinne der Braunkohlereviere zu treffen.
Halle 1 nimmt Anfang 2027 Betrieb auf – neues Werk Cottbus komplett
Die Bauarbeiten der Halle 1 befinden sich auf der Zielgeraden: In den kommenden Wochen wird die erste Hälfte der Gleishalle erstmals testweise in Betrieb gesetzt und unter Strom gestellt. Die bauliche Fertigstellung der Halle 1 ist für Ende 2026 geplant. Im Februar 2027 soll planmäßig der erste Zug einfahren. Durch die moderne Werksinfrastruktur dauert die schwere Instandhaltung des ICE 4 in der Halle 1 künftig rund drei Wochen – nur halb so lang wie an anderen Standorten. Die Züge stehen so schnell und zuverlässig wieder für die Fahrgäste für Fahrten in Deutschland, nach Österreich oder in die Schweiz zur Verfügung. Mit den beiden neuen Hallen leistet das Bahnwerk Cottbus einen wichtigen Beitrag für einen stabilen Betrieb auf der Schiene. Das Werk setzt zudem wichtige Impulse für den regionalen Arbeitsmarkt: Bei Vollauslastung schafft die DB 1.200 zusätzliche hochqualifizierte Industriearbeits- und Ausbildungsplätze in der Region.
Das neue Werk Cottbus ist ein wichtiger Meilenstein für den Strukturwandel in der Lausitz. Mit einer besseren Schienenanbindung an Berlin kann die Region zukünftig weiter gestärkt werden. Öfter, zuverlässiger und komfortabler Bahn fahren in der Lausitz: Der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Lübbenau und Cottbus schafft die Voraussetzung für den Halbstundentakt im Regionalverkehr zwischen Berlin und Cottbus. DB InfraGO hat bereits mit den Vorbereitungen begonnen und richtet Baueinrichtungsflächen und -straßen her. Baustart ist im Dezember 2026. Erste Züge rollen dann voraussichtlich ab Ende 2027.