Artikel: Innovatives Elektronisches Stellwerk Rostock-Seehafen - „Roter Riese“ geht in Betrieb
Innovation durch Technik und nachhaltige Bauweise: das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) Rostock-Seehafen geht heute in Betrieb. Damit ist ein entscheidender Schritt zur Modernisierung und Leistungssteigerung des Güterumschlags im Seehafen der Hansestadt getan. Das neue ESTW führt sieben ältere Stellwerke zusammen. Es steuert den Ablaufbetrieb einzelner Güterwagen für die Bildung von Güterzügen.
Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der DB für das Land Mecklenburg-Vorpommern: „Ein weiterer wichtiger Ausbauschritt für die Zukunft der Schieneninfrastruktur im Rostocker Seehafen ist mit der Inbetriebnahme des neuen Elektronischen Stellwerks getan. Somit gewährleisten wir einen reibungslosen und schnelleren Betriebsablauf des klimafreundlichen Schienengüterverkehrs.“
Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern: "Die Hafen- und Logistikwirtschaft ist ein starker Motor für die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Mecklenburg-Vorpommern. Mit der umfassenden Modernisierung des Güterbahnhofs wird der Rostocker Seehafen als leistungsfähiges Drehkreuz zwischen Wasser und Schiene gestärkt und seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig gesichert. Das neue Elektronische Stellwerk ist dabei ein wichtiger Meilenstein."
Die Besonderheit des neuen ESTW: Das Gebäude besteht aus insgesamt 270 m³ Holz. Das bedeutet u. a. eine Gewichtsersparnis. Diese war zum Beispiel für die Gründung des Bauwerks von Vorteil. Durch den Baustoff Holz ist außerdem die CO2-Bilanz besser als bei typischer Betonbauweise. Und auch der Betrieb des Gebäudes selbst ist ökologisch und nachhaltig: Das Stellwerk versorgt sich dank einer Photovoltaikanlage auf dem Dach selbst mit Strom. Modernste Arbeitsplätze und die zentrale Lage sorgen für optimale Abläufe.Das Bauwerk wurde heute offiziell eingeweiht und trägt künftig den Namen „Roter Riese“. Das ist das Ergebnis eines Wettbewerbs unter Beschäftigten. Der Titel greift im Wesentlichen die Farbe des Gebäudes auf. Ein passendes Namensschild, das im Gebäude hängen wird, wurde dazu heute übergeben.
Spatenstich war im April 2023. Das war der Startschuss für die erste Baustufe des Projekts „Zukunft Infrastruktur Rostock Seehafen“. Der Bau des ESTW ist dabei ein wichtiger Meilenstein. Damit die Güterzüge allerdings über das neue Stellwerk gesteuert werden können, muss die gesamte Infrastruktur im Seehafen angepasst werden. So werden Weichen, Gleise, Weichenheizungen, Oberleitungen, Bahnhofsgleise und die Beleuchtung erneuert. Ende 2032 sollen alle Arbeiten beendet sein.
Der Bau des ESTW ist nur ein Baustein einer Gesamtinvestition von über 300 Millionen Euro aus Bundes- und Eigenmitteln der DB. Diese Gesamtinvestition ermöglicht den bestmöglichen Güterumschlag zwischen Schiff/Straße und Schiene. Durch steigende Gütermengen befindet sich der Seehafen Rostock auf Wachstumskurs. Mit dem Ausbau des deutschlandweit einzigen vollständig selbst betriebenen Seehafen-Gleisnetzes, stärkt die Deutsche Bahn den Wirtschaftsstandort Rostock und sichert so Arbeitsplätze in der Region. Zudem ist das Projekt ein Ausgangspunkt für klimaschonende Transporte per Eisenbahn innerhalb Europas.
Weitere Details zum Projekt unter diesem Link: bauprojekte.deutschebahn.com/rostock-seehafen