25 Jahre euregiobahn: Jubiläum, Sonderfahrt und Wiedereröffnung der Strecke nach Stolberg-Altstadt

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11. Juni 2026, 16:00 Uhr
Köln
25 Jahre euroregiobahn • ab 14. Juni wieder Betrieb auf der Strecke Stolberg-Rathaus - Stolberg-Altstadt seit der Flutkatastrophe 2021 

Stolberg/Köln. Die euregiobahn blickt auf 25 Jahre erfolgreiche Geschichte zurück – und setzt gleichzeitig ein starkes Zeichen für die Zukunft: Mit einer feierlichen Sonderfahrt der RB 20 vom Stolberger Hauptbahnhof nach Stolberg-Altstadt wurde heute nicht nur das Jubiläum gefeiert, sondern auch die Strecke von Stolberg-Rathaus Stolberg-Altstadt erstmals seit der Flutkatastrophe 2021 wieder in Betrieb genommen.

Mit der symbolträchtigen Fahrt wurde der Bahnhof Stolberg-Altstadt offiziell wiedereröffnet. Ab dem 14. Juni 2026 wird die Verbindung im Rahmen des Fahrplanwechsels wieder regulär bedient und steht damit den Fahrgästen wieder zur Verfügung.

Im Anschluss an die Sonderfahrt fand auf dem Gelände der EVS Euregio Verkehrsschienennetz GmbH am Stolberger Hauptbahnhof eine Jubiläumsveranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verkehrsbranche und der Region statt. Im Rahmen einer Talkrunde wurde die Entwicklung der euregiobahn gewürdigt.

Ein Vierteljahrhundert Entwicklung – von der Reaktivierung zum starken NetzSeit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2001 verbindet die euregiobahn heute Kommunen in der StädteRegion Aachen und darüber hinaus und hat sich zu einem festen Bestandteil des regionalen Schienenpersonennahverkehrs entwickelt. Zu Beginn war das Netz noch deutlich kleiner – erst durch den kontinuierlichen Ausbau und die schrittweise Reaktivierung weiterer Strecken ist die euregiobahn zu dem gewachsen, was sie heute ist. Perspektivisch soll das Netz weiter ausgebaut und zusätzliche Kommunen angebunden werden.

Die Grundlage hierfür wurde bereits 1999 mit der Gründung der EVS gelegt. Mit der Übernahme eines rund 69 Kilometer langen Streckennetzes und der schrittweisen Reaktivierung stillgelegter Verbindungen begann der systematische Wiederaufbau regionaler Bahnverkehre. Bereits 2001 ging die erste Ausbaustufe zwischen Stolberg-Altstadt und Stolberg Hauptbahnhof in Betrieb.

Die euregiobahn ist eines der ersten öffentlich-privaten Kooperationsmodelle im Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Das Erfolgsmodell beruht auf der engen Verzahnung von Aufgabenträger, privaten Investoren und Betreiber. 

In den Folgejahren wurde das Netz konsequent weiterentwickelt. Die Strecke von Stolberg über Eschweiler bis nach Weisweiler wurde reaktiviert; zusätzlich erfolgte mit dem Neubau des Abschnitts von Weisweiler bis Langerwehe eine Erweiterung des Streckennetzes.

Parallel dazu wurde auch die Strecke von Herzogenrath über Merkstein und Alsdorf reaktiviert und bis nach Stolberg geführt. Mit dem Ringschluss im Jahr 2016 entstand daraus schließlich eine durchgängige Ringverbindung, die heute als sogenannte Ringbahn einen zentralen Bestandteil der euregiobahn bildet.

Heute verkehrt die euregiobahn sowohl auf dem durch die EVS entwickelten Streckennetz als auch auf Abschnitten der Infrastruktur der Deutschen Bahn. Diese Kombination hat wesentlich dazu beigetragen, ein leistungsfähiges und vernetztes Angebot für die Region zu schaffen.

Wiederaufbau und WeiterentwicklungDie Flutkatastrophe in der Region hat die Infrastruktur erheblich beschädigt und den Betrieb auf mehreren Streckenabschnitten unterbrochen. Die heutige Wiederinbetriebnahme der Strecke nach Stolberg-Altstadt steht daher sinnbildlich für den erfolgreichen Wiederaufbau und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Gleichzeitig wird die Entwicklung des Netzes konsequent fortgesetzt: In Verlängerung von Stolberg-Altstadt wird derzeit mit Hochdruck an der Reaktivierung der Strecke in Richtung Breinig gearbeitet. Perspektivisch soll die Strecke darüber hinaus bis zur Bundesgrenze und weiter Richtung Belgien nach Eupen und Verviers reaktiviert werden; entsprechende Abstimmungen mit belgischen Partnern haben bereits begonnen.

Auch im Norden des Netzes schreitet die Weiterentwicklung voran. Im Raum Alsdorf entstehen derzeit zwei die beiden neuen Haltepunkte Alsdorf-Mariagrube und Alsdorf-Businesspark im Zuge der Reaktivierung in Richtung Aldenhoven-Siersdorf. 

Mit dem Haltepunkt Alsdorf-Businesspark, dessen Fertigstellung noch in diesem Jahr vorgesehen ist, soll das gleichnamige Gewerbegebiet bereits zum Ende dieses Jahres beziehungsweise Anfang des kommenden Jahres an das Streckennetz angebunden werden. Darauf aufbauend wird die Strecke anschließend weiter in Richtung Siersdorf reaktiviert.

Neben diesen Ausbauprojekten steht aktuell insbesondere die Elektrifizierung des Streckennetzes im Fokus. Mit dem Spatenstich für die Ringbahn zu Beginn dieses Jahres wurde hierfür ein wichtiger Meilenstein gesetzt.

Mit diesen Maßnahmen wird die euregiobahn in den kommenden Jahren gezielt weiterentwickelt, um den Schienenpersonennahverkehr langfristig zu stärken und den Menschen in der Region ein modernes, zuverlässiges und attraktives Mobilitätsangebot zu bieten.

Stimmen zum Jubiläum 

Viktor Haase, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die euregiobahn ist eine echte Erfolgsgeschichte für unsere Region. In den vergangenen 25 Jahren hat sie sich von einzelnen Bahnstrecken zu einem starken regionalen Mobilitätsnetz entwickelt, das Menschen, Städte und Gemeinden miteinander verbindet. Sie steht für moderne, klimafreundliche Mobilität. Mit weiteren Reaktivierungen, der Elektrifizierung und der grenzüberschreitenden Weiterentwicklung ist sie auch künftig ein Zukunftsprojekt für die Mobilität in der StädteRegion Aachen und darüber hinaus.“

Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland: „Die euregiobahn ist seit 25 Jahren ein zentraler Baustein für die Mobilität in der Region. Sie hat sich Schritt für Schritt entwickelt und verbindet heute zahlreiche Kommunen miteinander. Für uns als Aufgabenträger ist sie ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich ein Verkehrsangebot gemeinsam mit starken Partnern kontinuierlich ausbauen lässt. Ein besonderes Dankeschön geht an Hans-Joachim Sistenich, meinem ehemaligen Geschäftsführerkollegen des AVV, der das Projekt unermüdlich vorangetrieben hat und als Vater der euregiobahn gilt.“

Thomas Fürpeil, Geschäftsführer der EVS: „In den vergangenen Jahren haben wir unsere Strecken reaktiviert und damit die Grundlage für die heutige euregiobahn geschaffen. Schritt für Schritt ist so ein leistungsfähiges Netz entstanden. Darauf bauen wir jetzt weiter auf: Mit der Elektrifizierung des Streckennetzes und weiteren Reaktivierungen treiben wir die Entwicklung konsequent voran und machen die euregiobahn fit für die Zukunft.“

Dr. Tim Grüttemeier, Städteregionsrat der StädteRegion Aachen: „Die euregiobahn hat sich in den vergangenen 25 Jahren hervorragend entwickelt. Die heutige Wiederinbetriebnahme der Strecke ist deshalb ein starkes Signal für die gesamte StädteRegion. Doch die Entwicklung ist hier noch lange an keinem Endpunkt angelangt, wenn ich im Süden an die Ausbaupläne bis Eupen und Verviers und im Norden an den Ast bis Siersdorf und Aldenhoven denke.“

Dr. Michael Ziemons, Oberbürgermeister der Stadt Aachen: „Die euregiobahn ist ein bedeutender Bestandteil der regionalen Mobilität und verbindet die Kommunen der Region auf nachhaltige Weise. Mit Blick auf die Zukunft sehen wir insbesondere in der Weiterentwicklung in Richtung Aachen-Walheim und darüber hinaus ein wichtiges Zukunftsprojekt, in das wir uns als Stadt Aachen aktiv einbringen wollen, um die grenzüberschreitende Vernetzung weiter zu stärken.“

Markus Kaupper, Vorsitzender der Regionallleitung von DB Regio NRW: „Als DB Regio NRW begleiten wir die euregiobahn seit ihren Anfängen und waren von Beginn an Teil ihrer Entwicklung. In den vergangenen 25 Jahren konnten wir aktiv mitgestalten und das Angebot Schritt für Schritt erweitern – von den ersten Verbindungen bis hin zu einem heute leistungsfähigen Netz Diese Entwicklung gemeinsam mit den Partnern gestaltet zu haben, macht uns stolz.“

Hans-Peter Geulen, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbunds: „Die Idee der euregiobahn wurde in den 1990er Jahren vom damaligen Geschäftsführer des AVV, Hans Joachim Sistenich, geboren und steht für ein abgestimmtes und kundenorientiertes Verkehrsangebot. Sie zeigt, wie durch enge Zusammenarbeit ein leistungsfähiges System entsteht, das die Mobilität in der Region nachhaltig stärkt.“