Deutsche Bahn investiert rund 160 Millionen Euro in die Schiene am Niederrhein

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07. Mai 2026, 14:00 Uhr
Düsseldorf
DB modernisiert ab Ende Mai Infrastruktur zwischen Kleve und Krefeld sowie Xanten und Moers • Neue Gleise und Weichen • Neue Signale und Oberleitungen für moderne Stellwerktechnik • Modernisierung des Bahnhofs Millingen • Fahrplananpassungen im Nahverkehr • Busse statt Bahnen bringen Fahrgäste während der Bauarbeiten weiterhin an ihr Ziel 

Die DB InfraGO investiert über 160 Millionen Euro in die Eisenbahninfrastruktur am Niederrhein. Auf den Strecken zwischen Kleve und Krefeld sowie zwischen Xanten und Moers erneuern die Fachleute dieses Jahr Gleise und Weichen. Außerdem statten sie die Strecke zwischen Xanten und Rheinberg mit moderner Stellwerktechnik aus und bauen den Bahnhof Millingen barrierefrei um. Somit investiert die DB mit den Maßnahmen – neben den stark ausgelasteten Korridoren – auch konsequent in die wichtigen Pendlerstrecken am Niederrhein.

Ein Überblick über das Bauprogramm: 

Auf der Strecke Kleve - Krefeld:

Die Fachleute der DB modernisieren das Gleis zwischen Geldern und Aldekerk auf einer Länge von rund zehn Kilometern. Dabei tauschen sie etwa 15.000 Schwellen sowie 35.000 Tonnen Schotter aus. Zudem erneuern sie Schwelle und Schotter an insgesamt zwölf Bahnübergängen in dem Streckenabschnitt. Im Krefelder Hauptbahnhof erneuern die Fachleute außerdem drei Weichen.

In Kempen modernisiert die DB zudem die Bahnübergänge „Stimmesweg“, „Ortsmannheide“ und „Haus Bockdorf“. Dabei wechseln die Fachleute Schienen sowie Schwellen im Bereich der Übergänge aus, stellen neue Querungen für Kabel her und erneuern den Asphalt. 

Auf der Strecke Xanten – Moers:

Zwischen Xanten und Rheinberg erneuern Fachleute das Gleis auf einer Länge von insgesamt 6.500 Metern. Dabei tauschen sie über 12.000 Schwellen sowie über 28.000 Tonnen Schotter aus. Zusätzlich erneuert die DB insgesamt zwölf Weichen. 

Die DB setzt die Modernisierung der Stellwerktechnik am Niederrhein fort und stattet die Strecke zwischen Xanten und Rheinberg mit einem modernen Stellwerk und neuer Leit- und Sicherungstechnik aus. Da die neue Technik deutlich weniger störanfällig ist, kann der gesamte Zugverkehr hier pünktlicher und zuverlässiger fahren. Die bisherigen Stellwerke in Rheinkamp, Rheinberg, Millingen und Xanten werden durch vier neue Modulgebäude abgelöst. Künftig wird der Zugverkehr auf der rund 17 Kilometer langen Strecke aus einem zentralen Stellwerk in Kleve gesteuert. Dort geben die Zugverkehrssteuernden zentral Fahrstraßen frei, stellen Weichen und bedienen Bahnübergänge. Zwischen Juni und November 2026 stellt die DB dafür 60 von insgesamt 95 neuen Signalen auf. Außerdem ziehen die Fachleute mehr als 60 Kilometer neue Kabel und bauen knapp 27 Kilometer Kabelkanäle. Zudem passt das Projektteam insgesamt zwölf Bahnübergänge und über 60 Weichen technisch an die neue Leit- und Sicherungstechnik an. Das neue Stellwerk soll Ende 2026 in Betrieb gehen. Die DB investiert rund 120 Millionen in die Technik und schafft so eine Voraussetzung, damit Reisende aus Kamp-Lintfort künftig über einen neuen Anschluss im Bereich Rheinkamp von und nach Duisburg fahren können. Die Anschlusskurve wird derzeit von der Niederrheinbahn gebaut. 

Auch den Bahnhof Millingen modernisiert die DB. Dabei erhöhen die Fachleute die bestehenden Bahnsteige auf 76 Zentimeter, damit die Fahrgäste künftig stufenfrei in und aus den Zügen steigen können. Die Fachleute bauen zudem einen neuen, rund 175 Meter langen Außenbahnsteig an Gleis 3, der auch über eine Rampe für mobilitätseingeschränkte Personen erreichbar sein wird. Für mehr Komfort und ein höheres Sicherheitsgefühl sorgen ein verglastes Wetterschutzhäuschen sowie neue LED-Beleuchtung. Außerdem passen die Fachleute die Leit- und Sicherungstechnik sowie die Oberleitungsanlage im Bahnhof an die moderne Stellwerktechnik an. Dazu gehört unter anderem der Rückbau von bestehenden sowie der Bau neuer Masten. Nach Abschluss der Modernisierung Ende 2026 ist der Bahnhof barrierefrei ausgebaut. Hierfür investiert der VRR insgesamt rund sechs Millionen Euro. 

Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht immer zu vermeiden. Die DB bittet die Reisenden und Anwohner:innen daher um ihr Verständnis.

Auswirkungen auf den Zugverkehr:

Um die Maßnahmen vollständig und sicher durchführen zu können, benötigt die DB Sperrpausen, also Zeiten, in denen auf den Strecken keine Züge unterwegs sind. Es kommt zu folgenden Auswirkungen auf den Nahverkehr:

Von Freitag, 22. Mai 2026, 21 Uhr, bis Freitag, 26. Juni 2026, 21 Uhr

In der Zeit von Freitag, 22. Mai, 21 Uhr bis Montag, 25. Mai, 21 Uhr, fahren Busse für die Züge der Linie RE 10 (RheinRuhrBahn) zwischen Krefeld Hauptbahnhof und Kleve mit allen Zwischenhalten. Zusätzlich fährt ein Schnellbus (SEV RE10X) mit Halten in Krefeld Hauptbahnhof, Kempen, Geldern und Kleve. 

In der Zeit von Montag, 25. Mai, 21 Uhr, bis Freitag, 26. Juni, 21 Uhr fahren ersatzweise Busse zwischen Kempen und Kleve mit allen Zwischenhalten. Auch während dieser Zeit ist ein Schnellbus zwischen Krefeld und Kleve unterwegs. 

Details dazu gibt es auf zuginfo.nrw

Von Freitag, 26. Juni 2026, 21 Uhr, bis Montag, 30. November 2026

Für die Züge der Linie RB 31 (RheinRuhrBahn) fahren in dieser Zeit Busse zwischen Moers und Xanten.

Die Details der werden nach und nach in den Auskunftsmedien hinterlegt sowie über die Aushänge an den Bahnsteigen bekannt gegeben. Außerdem sind sie unter bahn.de/service/fahrplaene sowie unter zuginfo.nrw abrufbar.

Ausblick auf das zweite Halbjahr 2026

In der zweiten Jahreshälfte modernisiert die DB weiter: Für den Einsatz der geplanten Akku-Züge auf der Linie RE 10 bauen die Fachleute im Herbst 2026 neue Zugabstellungen in Kleve und Geldern. Zusätzlich steht der Bau eines neuen Wendegleises auf dem Bauprogramm. Dafür müssen außerdem Signale und Weichen angepasst werden. In Kleve baut die DB zusätzlich eine sogenannte Oberleitungsinselanlage: Mit Hilfe dieser Stromtankstelle können die Züge ihre Batterien schnell aufladen, um auf dem Streckenabschnitt ohne Oberleitung fahren zu können. Aufgrund der Arbeiten wird den Fahrgästen in der Zeit von Montag, 5. Oktober, bis Freitag, 20. November, ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zur Verfügung stehen. Die Details des Ersatzkonzepts werden derzeit erarbeitet und rechtzeitig vorher in die elektronischen Auskunftssysteme eingespielt sowie an den Bahnhöfen ausgehangen.