Artikel: Sicherheit im Bahnhofsumfeld: Start der neuen "SiBu-Streifen" mit Landes- und Bundespolizei, Ordnungsamt sowie DB Sicherheit
Wichtiger Schritt im Projekt "Sicherheit im Bahnhofsumfeld" (SiBu): Ab dem heutigen Mittwoch, 4. März 2026, sind die neuen "SiBu-Streifen" im Einsatz. Diese Streifen bestehen aus Einsatzkräften der vier Ordnungspartner: Polizeipräsidium Düsseldorf, Ordnungs- und Servicedienst (OSD) der Landeshauptstadt Düsseldorf, Bundespolizeiinspektion Düsseldorf sowie den Sicherheitskräften der Deutschen Bahn, der DB Sicherheit. Aufgabe dieser Streifen ist es, durch abgestimmtes, professionelles Handeln sowie der Bündelung aller Zuständigkeiten für mehr Sicherheit zu sorgen und dazu beizutragen, das Bahnhofsumfeld nachhaltig zu stabilisieren.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Mit der Einführung der SiBu-Streifen rücken die wichtigsten Sicherheitspartner im Umfeld des Hauptbahnhofs noch enger zusammen. Dies ist keine symbolische Maßnahme – wir stellen hier eine flexible Reaktionsfähigkeit auf Problemlagen am Hauptbahnhof sowie in Bereichen wie dem Worringer Platz oder der Eisenstraße sicher: Durch ein professionelles, gemeinsames Auftreten der SiBu-Streifen werden Zuständigkeitsfragen künftig deutlich reduziert."
Weiterentwicklung aus dem Vorgängerprojekt SIDI Bei der Konzeption der SiBu-Streifen konnten die Projektbeteiligten auf eigene Erfahrungen zurückgreifen: Aufbauend auf dem erfolgreichen Vorgängerprojekt "SIDI" ("Sicherheit in der Düsseldorfer Innenstadt“), in dem die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Ordnungsamt intensiviert und bis heute strukturell gefestigt wurde, haben die Sicherheitspartner des SiBu-Projekts einen vergleichbaren Ansatz gewählt.
Polizeipräsidentin Miriam Brauns: "Was wir im Projekt SIDI erfolgreich begonnen haben, entwickeln wir seit geraumer Zeit im Bahnhofsumfeld und nun mit der gemeinsamen Streife weiter."
Im Vorfeld wurden vergleichbare Projekte in anderen Städten betrachtet. Gleichzeitig wurde die Situation vor Ort berücksichtigt. Denn aufgrund der hohen Publikumsfrequenz, der verschiedenen Nutzergruppen sowie der unterschiedlichen Zuständigkeiten stellt das Bahnhofsumfeld eine besondere Herausforderung für die Sicherheitsakteure dar. Gerade Zuständigkeitsfragen führen im Alltag immer wieder zu Abstimmungsbedarfen, insbesondere in Grenzbereichen wie dem Bahnhofsvorplatz oder bei Maßnahmen, die unterschiedliche Rechtsgrundlagen betreffen.
In der Folge wurde ein für Düsseldorf eigener Ansatz entwickelt: So ist das Einsatzgebiet ausdrücklich nicht auf das Bahnhofsgebäude begrenzt, sondern umfasst das gesamte Bahnhofsumfeld einschließlich angrenzender Bereiche wie dem Worringer Platz oder der Eisenstraße. Neben konsequentem Einschreiten setzt die SiBu-Streife auf Ansprechbarkeit, frühzeitige Intervention und Prävention. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, dass bei Feststellungen unmittelbar der jeweils zuständige Partner vor Ort ist. Zuständigkeiten und Kompetenzen können gebündelt wahrgenommen werden. Dies ermöglicht ein schnelleres, abgestimmtes Handeln und stellt zugleich eine Arbeitserleichterung für alle Beteiligten dar.
Henryck Fiedler, Leiter der DB Sicherheit in Nordrhein-Westfalen: "Der große Vorteil ist: Im Rahmen des SiBu-Konzepts werden Zuständigkeitsfragen schneller geklärt. Wir agieren gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf und der Bundes- und Landespolizei. Damit sind alle Beteiligten beim Thema Sicherheit im und um den Bahnhof deutlich effizienter aufgestellt. Von dieser starken Partnerschaft profitieren unsere Reisenden, Besucherinnen, Besucher und Mitarbeitenden gleichermaßen."
Der Einsatz der zusätzlichen Kräfte ist im Rahmen eines Sofortprogramms möglich: DB-Chefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gaben hierfür am 20. Januar grünes Licht. Mithilfe des Programms soll das Stationserlebnis für die Kundinnen und Kunden bereits in diesem Jahr spürbar ansprechender wird. Dazu gehört auch der Düsseldorfer Hauptbahnhof. An insgesamt 35 hochfrequentierten Bahnhöfen erhöht die DB deutlich die Präsenz von Sicherheitskräften. Die DB setzt zudem nach dem Sicherheitsgipfel vom 13. Februar zahlreiche Maßnahmen für mehr Sicherheit um – vor allem mit dem Fokus Mitarbeitende.
Die Einsatzkräfte wurden mittels einer speziellen Schulung auf den Einsatz in den SiBu-Streifen vorbereitet. Auf dem Gelände der Bundespolizei, die das Schulungsprogramm federführend gestaltete, wurden realitätsnahe Lagen trainiert um Rollenverteilung, Kommunikationswege und abgestimmtes Vorgehen zu erproben.
Thomas Hermsen, Bundespolizeiinspektion Düsseldorf: "Die Bundespolizei betrachtet den Hauptbahnhof Düsseldorf niemals für sich alleine. Daher ist die Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitspartnern im Bahnhofsumfeld elementar. Zur Optimierung der operativen Zusammenarbeit hat die Bundespolizei die Schulungsmaßnahme federführend für alle Sicherheitspartner konzeptioniert und durchgeführt. Dadurch sind klare Strukturen und Verantwortlichkeiten geschaffen worden und Synergien werden im Sinne des gemeinsamen Zieles 'Sicherheit im Bahnhofsumfeld' genutzt."
Dreimonatige Pilotphase Die konkrete Auftragslage ergibt sich lageangepasst, aus aktuellen Entwicklungen sowie aus Beschwerdelagen oder Hinweisen aus der Bevölkerung. Die zukünftigen Streifen werden grundsätzlich mit geschultem Personal besetzt. Damit ist ein hohes Maß an Professionalität und gegenseitigem Zuständigkeitsverständnis gewährleistet.
Zunächst ist ein dreimonatiger Pilotzeitraum vorgesehen, der fortlaufend ausgewertet wird. Nach Abschluss der Pilotphase soll auf Grundlage der Erfahrungen über eine Verstetigung entschieden werden. Perspektivisch ist vorgesehen, die Zusammenarbeit in Form einer Ordnungspartnerschaft zwischen dem Polizeipräsidium Düsseldorf, der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Bundespolizei, der DB Sicherheit und der Deutschen Bahn zu verstetigen. Neben der Bereitstellung von Sicherheitskräften unterstützt die Deutsche Bahn das Projekt infrastrukturell, etwa durch die Bereitstellung von Treffpunkten und Aufenthaltsmöglichkeiten.
Hintergrund: Projekt „Sicherheit im Bahnhofsumfeld“ Das Projekt "SiBu – Sicherheit im Bahnhofsumfeld" - bündelt alle Aktivitäten, Maßnahmen und Ansprechpartner, die dazu beitragen, das Bahnhofsumfeld nachhaltig zu verbessern. SiBu ist eine gemeinsame Initiative der Landeshauptstadt Düsseldorf, des Polizeipräsidiums Düsseldorf und der Bundespolizeiinspektion Düsseldorf. Ziel ist es, das Bahnhofsumfeld sicherer, sauberer und lebenswerter zu gestalten – und damit die Lebensqualität für alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer zu erhöhen. Durch eine verstärkte Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen zu den Themen Sicherheit, Suchthilfe, Sauberkeit und soziale Angebote werden Probleme schneller erkannt, Maßnahmen gezielter umgesetzt und Verbesserungen nachhaltiger erreicht.