Artikel: Korridorsanierung Rechter Rhein: Fahrgäste bleiben dank eines umfassenden Verkehrskonzepts mobil
Die Deutsche Bahn (DB InfraGO) saniert vom 10. Juli bis zum 11. Dezember 2026 die Bahnstrecke am rechten Rheinufer zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Während der Generalsanierung der rund 160 Kilometer langen und viel befahrenen Strecke bündelt die DB zahlreiche Arbeiten, die die Infrastruktur langfristig leistungsfähiger und weniger störanfällig machen. Die Strecke wird dadurch künftig wesentlich robuster, der Zugverkehr für die Fahrgäste pünktlicher und zuverlässiger.
Mit der Sanierung des wichtigen Bahnkorridors gehen Änderungen im Regional- und Fernverkehr in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen einher. Damit Menschen und Güter während der Bauarbeiten zuverlässig an ihr Ziel kommen, hat die DB InfraGO in enger Abstimmung mit den Aufgabenträgern, Zweckverbänden, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz sowie Nordrhein-Westfalen ein umfassendes Verkehrskonzept erarbeitet. Für den Streckenabschnitt in Rheinland-Pfalz und Hessen von Unkel nach Wiesbaden wurde dieses vorgestellt.
Hochwertiger Ersatzverkehr mit Bussen im Nahverkehr
Als Ersatz für die Zugverbindungen im Nahverkehr, die wegen der Bauarbeiten nicht angeboten werden können, richtet die DB gemeinsam mit den Aufgabenträgern einen leistungsstarken Ersatzverkehr mit modernen Bussen ein. Dieser bedient alle Haltestellen und ist teilweise so eng getaktet, dass sich deutlich mehr Fahrmöglichkeiten ergeben. Insgesamt fahren elf Buslinien, darunter zwei Expresslinien die zwischen Wiesbaden –Koblenz sowie zwischen Koblenz – Bad Honnef – Bonn-Ramersdorf – Troisdorf. Für die Schülerverkehre sind zusätzliche Verstärkerfahrten geplant.
Für die Ersatzverkehre während der Generalsanierungen gelten einheitliche Qualitätsvorgaben. Dazu gehören unter anderem neuwertige und barrierefrei zugängliche Fahrzeuge, die ausreichend Stauraum für Gepäck bieten, über WLAN sowie zum Teil über Toiletten an Bord verfügen. Außerdem ist ein konsistentes Erscheinungsbild in der Farbe Verkehrspurpur definiert. Diese Standards kommen aktuell bei der Generalsanierung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin zur Anwendung.
Anpassungen der Fahrpläne
Für die Züge im Nahverkehr ergeben sich durch die Bauarbeiten umfangreiche Änderungen. Während auf der rechten Rheinstrecke keine Züge fahren, besteht am linken Rhein ein stabiles Grundangebot. Rechtsrheinisch enden die Regionalzüge RE8 und RB27 von Mönchengladbach in Troisdorf und ab Mitte September in Köln Messe/Deutz. Die RB10 verkehrt von Frankfurt bis Wiesbaden, der RE9 zwischen Frankfurt und Eltville entfällt. Die Züge des RE25 sowie der RB23 fahren zwischen Koblenz und Limburg über Niederlahnstein. Die RB23 entfällt zwischen Andernach und Koblenz, die Linie RB32 entfällt zwischen Remagen und Boppard. Auf der Linie RE30 kommt es zu einzelnen Ausfällen zwischen Gießen und Frankfurt und die Züge der RB37 fahren zwischen Gießen und Bad Nauheim alle zwei Stunden.
Um mehr Kapazität für den Güterverkehr zu schaffen, fahren auf der linken Rheinseite auf einzelnen Relationen etwas weniger Züge. Vereinzelte Fahrplanänderungen ergeben sich auch auf weiteren Strecken: unter anderem auf der Siegstrecke, der Main-Weser-Bahn und der Bahnstrecke Bebra – Kassel. Mittelbar wirkt sich die notwendige Umleitung der Güterzüge auch auf den Nahverkehr im weiteren Umfeld beispielsweise bis Trier, Frankfurt am Main, Gießen oder Kassel aus.
Im Fernverkehr sind für die Züge Umleitungen und teilweise auch Ausfälle erforderlich. Die Züge zwischen Berlin und Bonn sowie zwischen Norddeich Mole und Koblenz starten und enden in Köln. Die ICE-Sprinterzüge Bonn – Köln – Berlin entfallen auf dem gesamten Laufweg. Die Züge von und nach Luxemburg starten und enden in Koblenz statt in Düsseldorf. Die ICE-Züge zwischen Dresden und Wiesbaden verkehren direkt von Wiesbaden nach Frankfurt am Main, der Halt am Mainzer Hauptbahnhof entfällt.
Die Fahrplandaten sind zum Teil bereits in den Auskunftsmedien eingepflegt. Insbesondere für den Ersatzbusverkehr erfolgt dies nach Abschluss der Feinplanung im Frühjahr, so dass sich Reisende dann auf www.bahn.de,in der App DB Navigator sowie in den Auskunftsmedien der Verkehrsverbünde über mögliche Verbindungen informieren können.
Generalsanierung: Neue Gleise, Weichen und attraktivere Bahnhöfe
Von Juli bis Dezember 2026 erneuert die DB zwischen Unkel und Wiesbaden unter anderem mehr als 60 Kilometer Gleise, rund 40 Kilometer Oberleitung, rund 116 Weichen und 13 Überleitverbindungen. Hinzu kommt die Sanierung von 15 Brücken und Stützwänden und die Sicherung von sieben Felshängen. Die Fachleute modernisieren die Leit- und Sicherungstechnik, dazu gehören unter anderem 1.100 Stelleinheiten für neue Elektronische Stellwerke (ESTW) und die Ausstattung von zwölf Bahnübergänge mit neuer moderner Technik. Für mehr Lärmschutz entstehen bis Ende 2026 insgesamt 19 Kilometer neue Schallschutzwände.
Gleichzeitig modernisiert die DB im Rahmen der Generalsanierung sämtliche Stationen entlang der Strecke und baut sie zu einem großen Teil barriere- oder zumindest stufenfrei aus. Außerdem erhalten die Bahnhöfe eine attraktive Gestaltung nach einem ganzheitlichen und klaren Qualitätsstandard mit einem einheitlichen Farbkonzept, das den Charakter der Region widerspiegelt. Während der Generalsanierung der Bahnstrecke am rechten Rhein installieren die Bauteams 25 Aufzüge, bauen zehn Rampen sowie acht neue Personenunterführungen und sanieren acht weitere. Zudem steht die Sanierung von 55 Bahnsteigen und der Bau von 21 Dächern an. Reisende profitieren künftig von 64 neuen Wetterschutzhäusern und einer besseren Beleuchtung an den Stationen. Aktuelle Informationen zum Zugverkehr finden Fahrgäste nach Abschluss der Arbeiten auf 70 neuen und modernen dynamischen Schriftanzeigern. Neue Leitsysteme weisen ihnen künftig den Weg.
Ziel der fünfmonatigen Bauphase ist es, die hochbelastete Eisenbahnstrecke langfristig stabiler und widerstandsfähiger zu machen. Störungen und damit einhergehende Verspätungen sollen sich so deutlich reduzieren. Im kommenden Jahr steht dann die Sanierung der linken Rheinstrecke an. Dazu laufen die Vorbereitungen.
Infomobil tourt entlang der Strecke
Im Mai und Juni 2026 tourt ein Infomobil und macht an mehreren Stationen Halt. Dort können sich Interessierte über die geplanten Baumaßnahmen und das Verkehrskonzept informieren. Die Haushalte entlang der Bahnstrecke erhalten Ende Juni/Anfang Juli Info-Flyer zu den Bauarbeiten und zum Ersatzverkehr per Post. Weitere Informationen gibt es online unter dem Link: www.rechter-rhein.deutschebahn.com.