Artikel: Korridorsanierung Troisdorf – Wiesbaden: Am rechten Rhein laufen die letzten Vorbereitungen
In gut acht Wochen ist es so weit: Dann startet die Deutsche Bahn (DB InfraGO) mit der Sanierung der Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden am rechten Rhein. Vom 10. Juli bis zum 12. Dezember 2026 fahren auf dem Streckenabschnitt keine Züge und es finden umfangreiche Bauarbeiten statt. In dem Zeitraum erneuern und sanieren die Bauteams unter anderem mehr als 100 Kilometer Gleise, mehr als 100 Kilometer Oberleitung, 170 Weichen und 20 Brücken. Darüber hinaus finden umfangreiche Arbeiten an den Stellwerken statt. Zudem modernisiert die Bahn 36 Stationen entlang der Strecke und baut diese, wenn möglich, barrierefrei aus. In Summe entstehen so 23 neue Aufzüge, 68 neue Rampen, Treppen und Zuwegungen. 24 Personenunterführungen werden erneuert, aufgewertet oder saniert. Außerdem erhalten sämtliche Stationen ein einheitliches Design mit neuen Anzeigern und modernem Mobiliar.
Ziel der fünfmonatigen Bauphase ist es, gemeinsam mit der Ausbaumaßnahme der S13 zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel die hochbelastete Eisenbahnstrecke für den Schienenpersonennahverkehr und den Schienengüterverkehr langfristig stabiler und widerstandsfähiger zu machen. Störungen und damit einhergehende Verspätungen sollen sich nach der Sanierung deutlich reduzieren und ein attraktiveres Angebot ermöglicht werden
Letzte Bauvorbereitungen
Die Vorbereitungen für das umfangreiche Bauprogramm laufen wenige Wochen vor dem Start der Arbeiten auf Hochtouren und liegen im Plan. Derzeit ist das Projektteam insbesondere damit befasst, die exakten Bauablaufpläne mit den Bauunternehmen abzustimmen, das Material wie Kabel, Kabeltröge und Fliesen einzulagern und letzte Abstimmungen zur umfangreichen Logistik durchzuführen. Das benötigte Baumaterial wie Schienen, Schotter und Schwellen transportieren hauptsächlich Züge. Gleichzeitig gibt es eine gewisse Anzahl von Unternehmen, die auch während der fünfmonatigen Sperrung per Schiene mit Gütern versorgt werden müssen. Aus diesem Grund wird es auch während der Totalsperrung für die Zeit der Bauarbeiten geringfügigen Zugverkehr auf der Strecke geben.
Schon jetzt baut die DB an mehreren Orten entlang der rechten Rheinstrecke. Die Bauteams nutzen die Zeit, um schon eine Vielzahl von vorbereitenden Bauarbeiten durchzuführen. Sie verlegen Kabel, bereiten den Bau der neuen Brücken vor oder bauen Rampen an den Verkehrsstationen, damit die Reisenden diese künftig barrierefrei erreichen können. Zudem erneuern sie die Nebengleise.
Leistungsstarker Ersatzverkehr mit Bussen
Während der Korridorsanierung ersetzt ein umfangreiches Ersatzverkehrsprogramm mit Bussen den auf dem betroffenen Schienenabschnitt ausfallenden Nahverkehr. Es verkehren insgesamt 13 Buslinien. Diese bedienen die entfallenden Zughalte in Bahnhofsnähe und teils weitere gut erreichbare Haltestellen. Durch eine zudem engere Taktung ergeben sich so viel mehr und viel häufiger Fahrtmöglichkeiten. Expresslinien sorgen für möglichst schnelle Verbindungen zwischen Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz sowie zwischen Koblenz, Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf. Auch die Rheinfähren sind zum Teil in das Ersatzverkehrskonzept eingebunden.
Ein besonderes Augenmerk haben die Planer außerdem auf die Schülerverkehre gelegt und hier zahlreiche Verstärkerfahrten insbesondere zum morgendlichen Schulbeginn eingeplant. Sämtliche Busverbindungen sind über die elektronischen Auskunftsmedien, wie bahn.de, den DB Navigator oder die regionalen Apps der Verkehrsverbünde RMV, SPNV-Nord oder Go.Rheinland abrufbar. Unter bahn.de/ersatzverkehr-rechter-rhein hat die DB darüber hinaus eine spezielle Website zum Ersatzverkehr eingerichtet. Hier finden sich unter anderem die Fahrpläne der einzelnen Buslinien und Umgebungspläne für die Haltestellen der Ersatzbusse.
Zum Einsatz kommen einheitliche Busse der Busunternehmen go.on und DB SEV in der Farbe verkehrspurpur mit hohen Komfortstandards. Die neuwertigen Fahrzeuge sind barrierefrei zugänglich und verfügen alle über WLAN sowie zum Teil auch über Toiletten an Bord.
Einschränkung auch auf der linken Rheinseite
Während der Korridorsanierung leitet die DB den Güterverkehr, der sonst auf der rechten Rheinstrecke fährt, um. Wesentliche Umleiterstrecke ist die Bahnstrecke am linken Rheinufer. Hier finden aktuell zahlreiche Bauarbeiten statt, um sie für die stärkere Beanspruchung möglichst gut vorzubereiten.
Auf der linken Rheinseite kommt es so auch zu Einschränkungen im Zugverkehr. Im Nahverkehr besteht dort aber weiterhin ein stabiles Grundangebot. Die RB 26 fährt zwischen Bingen und Mainz von Montag bis Freitag stündlich statt halbstündlich, wird aber alle zwei Stunden von einem zusätzlichen Zug der Linie RE 2 ergänzt (ohne Halt in Bingen-Gaulsheim, Heidesheim (Rheinhess), Uhlerborn, Budenheim, Mainz-Mombach). Zu weiteren Teilausfällen im Nahverkehr kommt es am linken Rhein bei den Linien RB 32, RB 23, RB 33, RE 15, RB 30 und RB 48.
Die Fernverkehrszüge fahren über Umleitungen oder fallen teilweise aus. Die Züge zwischen Berlin und Bonn sowie zwischen Norddeich Mole und Koblenz starten und enden in Köln. Die Züge von und nach Luxemburg starten und enden in Koblenz statt in Düsseldorf. Die ICE-Verbindung zwischen Dresden und Wiesbaden verkehrt zwischen Dresden und Frankfurt am Main.
Vereinzelte Fahrplanänderungen ergeben sich auch auf weiteren Strecken: unter anderem auf der Siegstrecke, der Main-Weser-Bahn und der Bahnstrecke Bebra – Kassel. Mittelbar wirkt sich die notwendige Umleitung der Güterzüge auch auf den Nahverkehr im weiteren Umfeld aus, beispielsweise bis Trier, Frankfurt am Main, Mainz, Gießen oder Kassel.
Die DB empfiehlt allen Reisenden, sich rechtzeitig vor Fahrtbeginn über die elektronischen Auskunftsmedien über ihre Reisemöglichkeiten zu informieren.
Zahlreiche Informationsangebote
Rund um die Korridorsanierung Rechter Rhein bietet die DB zahlreiche Informationsmöglichkeiten an. Noch bis zum 30. Juni ist das Projektteam mit dem Infomobil an mehr als 20 Standorten entlang der Strecke unterwegs, um vor Ort persönlich über die Bauarbeiten und den geplanten Ersatzverkehr zu informieren und Fragen zu beantworten.
Die Tourdaten sowie weitere aktuelle Informationen finden sich auf der Projektwebsite: https://rechter-rhein.deutschebahn.com/. Hier haben Interessierte auch die Möglichkeit, einen Newsletter zu abonnieren. Weiterhin hat die DB einen WhatsApp-Kanal eingerichtet. Ende Juni, Anfang Juli sollen alle Haushalte entlang der Strecke noch einmal per Postwurfsendung über die anstehenden Arbeiten informiert werden.