Artikel: Bauarbeiten auf der Thüringer Bergbahn
Nach umfassender Sanierung konnte im Dezember 2002 die Standseilbahn unter Regie der im gleichen Jahr gegründeten DB RegioNetz Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (OBS) wieder in Betrieb genommen werden. Nach fast einem Vierteljahrhundert stehen nun erneut umfassende Erneuerungs- und Reparaturarbeiten an: Wegen notwendiger Bauarbeiten wird der Betrieb auf der Steilstrecke zwischen Obstfelderschmiede und Lichtenhain vom 13. Juli bis Mitte Dezember eingestellt. Außerdem wird die seit rund 100 Jahren eingesetzte Güterbühne außer Dienst gestellt und durch eine neue ersetzt.
Steilstrecke wird umfangreich modernisiert • Neue Güterbühne wird gebaut
Von 13. Juli bis Mitte Dezember 2026 bleibt die Steilstrecke der Thüringer Bergbahn außer Betrieb. In diesem Zeitraum werden umfassende Modernisierungsarbeiten umgesetzt: Der Gleiskörper (Schwellen und Schotter) sowie das Bergbahnseil der Standseilbahn werden vollständig erneuert, die beiden Bergbahnbrücken saniert und der Rettungsweg entlang der Strecke verbreitert.
Die bisherige Güterbühne wird nach rund 100 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Eine neue Güterbühne befindet sich bereits im Bau und wird rechtzeitig zur Wiedereröffnung der Steilstrecke in Betrieb genommen. Die Güterbühne kann Güterwagen mit Ladung befördern und wurde speziell dafür gebaut. Im fahrplanmäßigen Betrieb kann ein geschlossener Personenwagen oder das „Bergbahn-Cabrio“ aufgesetzt werden.
Die Deutsche Bahn investiert in die Sanierung der Steilstrecke und für den Neubau der Güterbühne bei der Schweizer Garaventa AG rund 10 Millionen Euro.
Während der Bauarbeiten bestehen zwischen Talstation Obstfelderschmiede und Bergstation Lichtenhain stündliche Fahrtmöglichkeiten mit Bussen: Die Buslinie 313 fährt im Zwei-Stunden-Takt über Cursdorf und Meuselbach-Schwarzmühle, zusätzlich verbindet ein Kleinbus direkt Tal- und Bergstation. Die Mitnahme von Fahrrädern und Kinderwagen ist im Kleinbus nicht möglich. Auf der Buslinie 313 kann die Mitnahme nur eingeschränkt erfolgen. Die Züge der Bergbahn auf der Flachstrecke zwischen Lichtenhain und Cursdorf fahren während der Bauarbeiten.
Für die Nutzung von Ersatzverkehr, Flachstrecke und Schwarzatalbahn gilt eine Auswahl der regulären Haustarife der Thüringer Bergbahn. Für Gäste, die sowohl Schwarzatalbahn als auch den Ersatzverkehr und die Flachstrecke in Anspruch nehmen, empfehlen wir den Erwerb eines Bergbahn-Tagestickets. Für den Ersatzverkehr wird ein spezielles SEV-Ticket angeboten (Preis einfache Fahrt: Erwachsene 5,20 Euro, Kinder 3,40 Euro). Verschiedene Rabatte für den Haustarif sowie BahnCard 100 und das Deutschland-Ticket werden anerkannt.
Im Bergbahnshop in Obstfelderschmiede, beim Ticketverkauf an der Bergstation Lichtenhain und im Ersatzverkehr (Linie 313) sind Fahrscheine erhältlich.
Der beliebte „Advent an der Bergbahn“ kann aufgrund der Bauarbeiten im Dezember nicht stattfinden. Nächster Termin ist das dritte Adventswochenende im nächsten Jahr.
Über die Thüringer Bergbahn
Die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn, die als „Thüringer Bergbahn“ touristisch vermarktet wird, umfasst die 25 Kilometer lange Schwarzatalbahn zwischen Rottenbach und Katzhütte. Seit drei Jahren werden die drei auf der Schwarzatalbahn eingesetzten Triebwagen mit dem Biokraftstoff HVO (Hydrotreated Vegetable Oils/Hydrierte Pflanzenöle) betrieben. Finanziert wird der alternative Treibstoff durch den Freistaat Thüringen. HVO besteht aus biologischen Rest- und Abfallstoffen und ist frei von Palmöl. Der Ersatz von herkömmlichem Diesel durch HVO spart etwa 90 Prozent der CO2-Emissionen ein.
Ebenso gehört zum Netz der OBS die einzigartige Bergbahn: Die 1923 eröffnete, denkmalgeschützte Standseilbahn von Obstfelderschmiede nach Lichtenhain verbindet die 1,4 Kilometer lange Bergstrecke mit der 2,5 Kilometer langen elektrifizierten Flachstrecke bis nach Cursdorf, die mit Ökostrom betrieben wird.
2025 nutzten knapp 125.000 Fahrgäste die Bergbahn, die mit ihrem historischen Charakter und den landschaftlich reizvollen Strecken zu den meistbesuchten touristischen Zielen im Freistaat Thüringen zählt. Rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für den reibungslosen Betrieb und die Instandhaltung des Streckennetzes der OBS.
Weitere Infos unter: www.thueringerbergbahn.com
Thüringer Bergbahn und TourismusRegion Rennsteig-Schwarzatal mit neuem Bildungsangebot für Schüler
In Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien entstand ein außerschulischer Lernort zum Thema „Wald im Wandel“. Hierfür wurden altersgerechte Arbeitsblätter inklusive Lösungen zu Themen wie „Vorher-Nachher-Bilder der Wälder an der Thüringer Bergbahn“, „Ursachen für das Baumsterben“ sowie „Der Borkenkäfer und seine Auswirkungen“ entwickelt. Ein eigens gestaltetes Rätsel regt die Kinder an, sich spielerisch mit dem Wandel der Wälder und den Herausforderungen des Klimawandels auseinanderzusetzen.
Entlang der Thüringer Bergbahn und im Schwarzatal mussten infolge des Klimawandels zahlreiche Bäume gefällt werden. Schritt für Schritt werden die Flächen wieder aufgeforstet. Um Besucherinnen und Besucher der Thüringer Bergbahn und der Schwarzatalbahn über die Entwicklungen im Wald zu informieren, wurde auf der Internetseite der Thüringer Bergbahn die Rubrik „Unser Wald“ eingerichtet. Ergänzend dazu steht ein informativer Flyer bereit, der Gästen anschaulich Auskunft gibt.
Thüringer Bergbahn, Stadt Schwarzatal und ThüringenForst setzen Zusammenarbeit beim waldpädagogischen Erlebnispfad „Fröbelwald“ fort
Der 2014 gestartete waldpädagogische Erlebnispfad „Fröbelwald“ an der Bergstation Lichtenhain wurde zum bundesweit einmaligen Erfolgsprojekt. Deshalb setzen Thüringer Bergbahn, Stadt Schwarzatal und ThüringenForst ihre bisherige Zusammenarbeit „Fröbelwald“ aus dem Jahr 2018 unbefristet fort. Mit der am 21. April unterzeichneten Kooperationsvereinbarung soll das erfolgreiche Projekt langfristig in die Zukunft geführt werden.
Der Fröbelwald befindet sich unweit der Bergstation Lichtenhain und hat sich innerhalb des letzten Jahrzehnts zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Ein rund 900 Meter langer Walderlebnispfad im Fröbelwald bietet für Familien ganz nach der Fröbelschen Philosophie auf spielerische und lehrreiche Weise Informationen zur Geschichte der Region und des Waldes.