Artikel: Leipzig-Chemnitz: Finanzierung für Planung des Südabschnitts Geithain–Chemnitz gesichert
Die Planung für den Ausbau und die Elektrifizierung des südlichen Abschnitts der Strecke Leipzig – Chemnitz geht weiter voran. Der Freistaat Sachsen hat die dafür zusätzlich notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt. Die Finanzierung der Planungsleistungen für diesen Abschnitt ist somit gesichert. Eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung haben der Freistaat Sachsen und die Deutsche Bahn (DB) Ende des vergangenen Jahres in Höhe von 9,24 Millionen Euro unterzeichnet. Darüber haben der Freistaat Sachsen und die DB beim 3. Bahngespräch am Dienstag, 13. Januar in Chemnitz informiert. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Stadt Chemnitz, dem Aufgabenträger Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) und der IHK Chemnitz durchgeführt.
Das Geld wird für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung (Leistungsphasen 3 und 4) des Abschnitts zwischen Geithain und Chemnitz eingesetzt. Die Finanzierung ist dabei zwischen Bund und Land aufgeteilt: 42 Prozent übernimmt der Bund, 58 Prozent trägt der Freistaat Sachsen. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, das Projekt bis zum Planfeststellungsbeschluss voranzubringen.
Martin Walden, DB-Konzernbevollmächtigter für die Region Südost: „Wir haben mit allen Beteiligten intensiv über die jeweiligen Anforderungen und Wünsche zur Planung und Umsetzung und auch die Finanzierung diskutiert. In den vergangenen Monaten haben wir im Austausch mit Freistaat, der Stadt Chemnitz und dem VMS nach der bestmöglichen und gleichzeitig finanzierbaren Lösung gesucht und passen die ursprüngliche Planung an. Zwar führt dies zu einer Verlängerung der Planungsphase, die wir gestern auch diskutiert haben, schafft aber eine solide Grundlage für den weiteren Projektverlauf. Unser Ziel ist es, die Planungen für den Südabschnitt im kommenden Herbst zur Planfeststellung einzureichen. Gleichzeitig befassen wir uns auch mit den Planungen zum Nordabschnitt. Spätestens Ende März werden wir in dieser Runde erneut zusammenkommen, um über den aktuellen Stand zu informieren.“
Regina Kraushaar, Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung: „Die Bahnstrecke Leipzig – Chemnitz ist das zentrale mittelsächsische Schienenprojekt des Freistaates Sachsen. Mit dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung werden wir den sprichwörtlichen Quantensprung erreichen, der die beiden Städte Chemnitz und Leipzig schnell und komfortabel, weil gut getaktet und klimafreundlich, verbindet. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt eine tragfähige Lösung im Hinblick auf die enorme Steigerung der Planungskosten erzielen konnten. Auch im Namen der Menschen der Region bin ich den Abgeordneten des Sächsischen Landtages dankbar, dass es in den Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2025/2026 noch kurzfristig gelungen war, die unerwartet aufgetretenen Mehrkosten von über neun Millionen Euro einzustellen. Das ist ein klares Bekenntnis zur Schiene und zu dieser Strecke! Ich hoffe sehr, dass in Bezug auf die Planungskosten nun die sprichwörtlichen Weichen gestellt sind und die Deutsche Bahn Kostendisziplin wahren kann.“
Seit dem letzten Bahngipfel im Mai 2025 wurden wichtige Entscheidungen getroffen. Dazu zählen neben der gesicherten Nachtragsfinanzierung durch den Freistaat für die laufenden Planungsleistungen auch zusätzliche Anforderungen:
- Für einen flexibleren und zuverlässigeren Bahnverkehr sind unter anderem weitere Weichen im Knoten Chemnitz vorgesehen.
- Am Bahnhof Narsdorf passt die DB die Planung an: statt einer Straßenüberführung wird der Bahnübergang erweitert.
- Zudem plant die DB im Auftrag des Freistaats unter anderem eine etwa elf Kilometer lange Energieversorgungsleitung, einen zusätzlichen sechs Kilometer langen elektrifizierten Abschnitt, weitere elektronische Stellwerke sowie zusätzliche Bauwerke wie Stützwände, Dämme, Entwässerungsanlagen und Durchlässe.
Der weitere Zeitplan sieht vor, dass die DB die Planung inklusive der gewünschten Anpassungen am Bahnhof Narsdorf im Herbst 2026 beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zur Planfeststellung einreicht. Die weiteren Abschnitte folgen gestaffelt. Ab 2027 sollen die Planunterlagen öffentlich ausgelegt werden.