Artikel: Mehr Sicherheit: Neuer Zaun in Erfurt Stotternheim verhindert illegales Überqueren der Gleise
120 Meter langer Zaun unter Autobahnbrücke A 71 • Warnschilder weisen auf Gefahren hin
Abkürzungen über Gleise sind vielerorts beliebt – und lebensgefährlich! Das Betreten von Bahnanlagen ist verboten. Dennoch überqueren seit vielen Jahren im Bereich der Sulzaer Siedlung in Erfurt Stotternheim Personen die Gleise unbefugt, um dann unerlaubt in den Seen des angrenzenden Kies-Betonwerks baden zu gehen. Auf Betreiben der Deutschen Bahn wird nun unter der Autobahnbrücke A 71, Bergrat-Voigt-Straße, ein 120 Meter langer und zwei Meter hoher Zaun errichtet, um das illegale Abkürzen zu verhindern. Außerdem weisen neue Warnschilder auf die Gefahren hin.
Thomas Berneck, Fachreferent Prävention bei der DB für die Region Südost: „Anhand des Trampelpfades ist zu erkennen, dass hier viele Personen die Gleise illegal überqueren. Die Unfallgefahr ist sehr groß, aber Warnungen verpuffen. Außerdem sorgen Personen im Gleis für Verspätungen und Sperrungen. Deshalb müssen wir jetzt handeln, deshalb wurde hier der Zaun auf DB-Gelände errichtet.“
Hintergrund:
Die Anzahl von Einschränkungen im Betriebsablauf aufgrund von „Personen im Gleis“ ist tendenziell steigend. Im Jahr 2024 waren es 7.265 Fälle, von Januar bis Ende Mai 2025 wurden 3.164 externe Vorfälle durch „Personen im Gleis“ verzeichnet - in leichter Anstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024. Wenn die Meldung eingeht, dass sich Personen im oder in der Nähe vom Gleis befinden, bleiben die Züge vorsorglich stehen. Das führt zum Teil zu erheblichen Verspätungen für zahlreiche Züge, die in der Folge auch über den ganzen Tag spürbar sein können.
Außerdem: Züge haben aufgrund ihres höheren Gewichts einen sehr langen Bremsweg. Bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern kommt ein Fahrzeug nach dem Einleiten einer so genannten Gefahrbremsung erst nach etwa 800 bis 1.000 Metern zum Stehen. Hinzu kommt, dass man einen Zug viel zu spät hört, um das Gleis noch rechtzeitig verlassen zu können.
Seit vielen Jahren betreibt die DB gemeinsam mit der Bundespolizei und weiteren Partnern umfangreiche Präventionsarbeit. Das gemeinsame Ziel ist es, durch frühzeitige zielgruppengerechte Aufklärung und Information Unfälle an Bahnanlagen zu verhindern.