Artikel: Aktuell im Testbetrieb, ab Dezember voll im Einsatz: Südostbayernbahn und Siemens präsentieren neuen Wasserstoffzug
Leise. Sauber. Wasserstoff. Mit diesem Dreiklang stellten die Südostbayernbahn (SOB) und Siemens Mobility heute gemeinsam mit Vertretern aus der Bundes- und Landespolitik den ersten Wasserstoffzug für den Regelbetrieb in Bayern vor. Bei der offiziellen Präsentation in Mühldorf wurde der Siemens Mireo Plus H symbolisch in die Flotte der SOB mit aufgenommen. Aktuell finden Test- und Schulungsfahrten statt, ab Dezember 2026 profitieren Fahrgäste dann von den drei barrierefreien, modernen und lokal emissionsfreien Fahrzeugen auf der Strecke Mühldorf–Burghausen.
Die drei Wasserstoffzüge kommen im Rahmen des Verkehrsvertrags „Linienstern Mühldorf 2025+“ zum Einsatz. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, hatte ihren Einsatz vorgegeben. Siemens Mobility liefert die drei Mireo Plus H-Züge an die Südostbayernbahn.
Christoph Kraller, Konzernbevollmächtigter Deutsche Bahn für den Freistaat Bayern: „Mit dem ersten Wasserstoffzug im Regelbetrieb zeigen wir, wie der Abschied vom Diesel auf der Schiene gelingen kann. Gemeinsam mit unseren Partnern treiben wir so die klimafreundliche Verkehrswende weiter voran. Wir sparen mit den Zügen nicht nur CO2 ein, sie sind auch leiser als herkömmliche Dieselzüge. Damit profitieren sowohl die Umwelt als auch Fahrgäste und Anwohnende.“
Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Das Bundesministerium für Verkehr unterstützt gezielt innovative Antriebstechnologien, um klimafreundliche Mobilität schneller in die Praxis zu bringen. Die nun in Betrieb gehenden Wasserstoffzüge stehen beispielhaft für den erfolgreichen Transfer von Innovation in den Regelbetrieb. Was mit dem Förderprojekt ‚H2goesRail‘ begann, wird nun Teil des Alltags der Menschen vor Ort: mit einer modernen, klimafreundlichen und zuverlässigen Bahnverbindung. Das BMV unterstützt die Südostbayernbahn bei der Beschaffung von Fahrzeugen, der Betankungsinfrastruktur und eines Elektrolyseurs mit insgesamt 8,2 Millionen Euro. Vielen Dank an alle Beteiligten für ihre Pionierarbeit!“
Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr: „Die Südostbayernbahn schreibt an ihrem zentralen Bahnknoten Bahn-Geschichte. Die Bayerische Staatsregierung hat beschlossen, den Dieselbetrieb im bayerischen Schienenpersonennahverkehr bis 2040 zu beenden. Wasserstoff-Züge bilden dafür neben der Elektrifizierung von Strecken und dem Einsatz von Akku-Zügen einen Mosaikstein und können auf der Strecke von München nach Burghausen, im sogenannten Chemiedreieck, ideal eingesetzt werden. Ich setze darauf, dass die Züge ‚Made in Bavaria‘ zuverlässig auf der Strecke verkehren werden, und wünsche allen Fahrgästen ein tolles Bahn-Erlebnis im Wasserstoffzug.“
Markus Frank, Kfm. Leiter Regionalzüge Siemens Mobility: „Mit dem Start des Testbetriebs unserer drei Mireo Plus H-Züge im Netz Linienstern Mühldorf erreichen wir einen wichtigen Meilenstein für die umweltfreundliche Mobilität in Bayern. Wasserstoff- und Batteriezüge ermöglichen emissionsfreien Schienenverkehr auch dort, wo eine Elektrifizierung der Strecke nicht wirtschaftlich oder kurzfristig umsetzbar ist. So leistet Wasserstofftechnologie einen wichtigen Beitrag zum Ausstieg aus fossilen Antrieben. Dass ich diese innovative und lokal klimaneutrale Technologie in meiner Heimatregion begleiten darf, erfüllt mich mit besonderem Stolz“, sagt Markus Frank, Kaufmännischer Leiter Regionalverkehr bei Siemens Mobility.
Der Siemens Mireo Plus H fährt lokal emissionsfrei und ist insbesondere für nicht elektrifizierte Strecken eine klimafreundliche Alternative zum Diesel. Die Wasserstoffversorgung erfolgt über eine neu gebaute Tankstelle von DB Energie in Mühldorf, die mit 100 Prozent Ökostrom betrieben wird.
Die Beschaffung der Wasserstoffzüge wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) mit insgesamt 4,4 Millionen Euro gefördert, die Errichtung der Tankstelleninfrastruktur mit 3,8 Millionen Euro. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.