Artikel: Bahnhof Obernburg-Elsenfeld: barrierefrei zum Jubiläum der Westfrankenbahn
Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Obernburg-Elsenfeld ist erfolgreich abgeschlossen. Mit der Fertigstellung steht den täglich bis zu 2000 Reisenden nun ein rundum modernisierter und vollständig barrierefreier Bahnhof zur Verfügung. Insgesamt wurden für die Maßnahme rund acht Millionen Euro aus Mitteln des Bundes unter Beteilung der Kommune sowie Eigenmitteln der Westfrankenbahn investiert. Der erfolgreiche Umbau in Obernburg-Elsenfeld ist ein weiterer Baustein für eine noch attraktivere Westfrankenbahn, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert.
Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG: „Bahnhöfe sind unsere Visitenkarte vor Ort: In Obernburg-Elsenfeld zeigen wir, was moderne, barrierefreie Infrastruktur leisten kann. Mit dem erneuerten Bahnhof machen wir das Zugfahren für die Menschen in der Region noch attraktiver. Zusätzlich haben wir auch modernste Stellwerkstechnik auf einer Regionalstrecke installiert. Von beiden Maßnahmen profitieren die Westfrankenbahn und ihre Fahrgäste. Die Westfrankenbahn steht seit vielen Jahren für verlässliche Mobilität im ländlichen Raum.“
Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr:„Heute würdigen wir nicht nur die Leistungen der vergangenen zwei Jahrzehnte. Wir setzen gleichzeitig ein starkes Zeichen für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in der Region. Mit dem Bahnhof Obernburg-Elsenfeld sind nun bereits 20 von 21 Stationen im bayerischen Teil der Westfrankenbahn barrierefrei erschlossen, und für den noch fehlenden Bahnhof Kleinwallstadt gibt es bereits eine Ausbauperspektive. Es ist einmalig in Bayern, dass entlang einer Strecke alle Bahnhöfe barrierefrei sind. Investitionen in die Infrastruktur sind wichtig für Lebensqualität, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb ist es das Ziel des Freistaats, auch den Dieselbetrieb bei der Westfrankenbahn perspektivisch zu beenden und durch umsteigefreie Verbindungen in das Rhein-Main-Gebiet für die Fahrgäste mehr Komfort und eine bessere Anbindung zu schaffen.“
Stefan Schnorr, Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Barrierefreiheit ist kein Komfortextra, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die selbstbestimmte Mobilität aller Menschen. Mit dem rundum erneuerten Bahnhof Obernburg-Elsenfeld wird Bahnfahren für alle einfacher, sicherer und attraktiver – ob mit Rollstuhl, Kinderwagen, Fahrrad oder schwerem Gepäck. Die Ertüchtigung von Netz und Bahnhöfen geht voran. Dafür setzt sich das Bundesverkehrsministerium nachdrücklich ein, dass die Menschen zuverlässig, pünktlich, barrierefrei und sicher Zug und Bahnhof nutzen können. Mein Dank gilt dem Freistaat Bayern, der Deutschen Bahn und allen Beteiligten, die dieses wichtige Projekt gemeinsam verwirklicht haben.“
Björn Bartels, Landrat des Landkreises Miltenberg:„Der Bahnhof Obernburg-Elsenfeld ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für unseren Landkreis. Dass er nun barrierefrei und modern ausgebaut ist, ist eine gute Nachricht für viele Fahrgäste. Mein Dank gilt allen Beteiligten. Der Ausbau ist zugleich ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer starken, zukunftsfähigen Schieneninfrastruktur in unserer Region.“
Umfangreiche Arbeiten am Bahnhof, Gleisen und Weichen
In den vergangenen Monaten hat die DB InfraGO den bestehenden Mittelbahnsteig zurückgebaut und für einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg mit einer Höhe von 55 Zentimetern über Schienenoberkante neu errichtet, eine spätere Anpassung auf 76 Zentimeter wurde planerisch berücksichtigt. Gleichzeitig können sich die Fahrgäste über eine moderne Bahnsteigausstattung freuen. So erleichtert ein neues Informations- und ein Wegeleitsystem die Orientierung am Bahnhof. Der neue Mittelbahnsteig ist über eine moderne Aufzuganlage über die umgestaltete Unterführung barrierefrei erreichbar. Auf der Westseite des Bahnhofs gelangt man sowohl über die erneuerte Treppenanlage als auch barrierefrei über eine neue Rampe in die Personenunterführung. Als kommunales Projekt des Marktes Elsenfeld ist zudem auch geplant den Zugang Ost zu erneuern, sodass für die Fahrgäste dort dann ebenfalls eine vollständig barrierefreie Zugangsmöglichkeit besteht.
Im Bereich des Bahnhofs hat die Westfrankenbahn zudem die Gleisanlagen erneuert sowie Weichen neu und umgebaut.
Elektronische Stellwerke Obernburg-Elsenfeld und Kleinwallstadt erhöhen die Qualität
Bereits im November 2025 hatte die DB InfraGO die neuen elektronischen Stellwerke (ESTW) Oberburg-Elsenfeld und Kleinwallstadt in Betrieb genommen. Der Zugverkehr auf der kompletten Maintalbahn wird somit aus der Zentrale in Miltenberg heraus gesteuert. Die neue Leit- und Sicherungstechnik, zusätzliche Block- und Zwischensignale sowie die neuen Weichen verbessern maßgeblich die Betriebsqualität auf der eingleisigen Strecke. Die Finanzierung der elektronischen Stellwerke sowie der Erneuerung des Oberbaus im Bereich des Bahnhofs erfolgte aus Mitteln des Bundes sowie des Freistaats Bayern.
20 Jahre RegioNetz Westfrankenbahn: Eisenbahn aus einer Hand
Seit 2006 verbindet die Westfrankenbahn als verlässlicher Mobilitäts- und Infrastrukturpartner Hohenlohe, Franken und Untermain in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen und leistet damit einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum.
Als eigenständiges RegioNetz unter dem Dach der DB steht sie für „Eisenbahn aus einer Hand“: Die Verantwortung für den Betrieb der Strecken und Stationen, Zugverkehr und Service liegt direkt vor Ort. Rund 16.000 Fahrgäste täglich profitieren so von kurzen Wegen, schnellen Lösungen und maßgeschneiderten Angeboten.
Als in der Region verankertes, mittelständisches Unternehmen betreibt die Westfrankenbahn Verkehr und Infrastruktur auf 371 Kilometern, davon 206 Kilometer auf eigener Infrastruktur. 76 Stationen, darunter 50 eigene mit 73 Bahnsteigen, sichern den Zugang zum Schienenverkehr. 49 Fahrzeuge legen dabei jährlich rund 4,0 Millionen Zugkilometer zurück. Rund 390 Mitarbeiter:innen sorgen für einen möglichst reibungslosen Betrieb.
In den vergangenen 20 Jahren hat die Westfrankenbahn ihre Infrastruktur schrittweise erneuert und unter anderem 66 von 73 Bahnsteigen barrierefrei ausgebaut. Auch in die Erneuerung ihrer Fahrzeugflotte hat die Westfrankenbahn in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Aufgabenträgern investiert. Und auch in den nächsten Jahren geht die Modernisierung weiter. Zu den wichtigsten Zukunftsprojekten auf bayerischer Seite zählt das gemeinsam mit dem Freistaat Bayern geplante Elektrifizierungsprojekt der Maintalbahn zwischen Aschaffenburg und Miltenberg sowie dem barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Kleinwallstadt.